Der Traumgörge

Oper von Alexander Zemlinsky

Oper in zwei Akten und einem Nachspiel (1906)

Text von Leo Feld nach den Romanzen »Der arme Peter« von Heinrich Heine und dem Märchen »Vom unsichtbaren Königreiche« von Richard von Volkmann-Leander

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 16. April 2016

  • Robert Künzli (Görge)
    © Jörg Landsberg
  • Statisterie, Solen Mainguené, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Solen Mainguené, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Christopher Tonkin, Solen Mainguené, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Dorothea Maria Marx, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli, Kelly God
    © Jörg Landsberg
  • Statisterie, Kelly God, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Robert Künzli, Stefan Adam
    © Jörg Landsberg
  • Kelly God
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli, Kelly God
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli, Kelly God
    © Jörg Landsberg
  • Carmen Fuggiss, Edward Mout, Corinna Jeske, Latchezar Pravtchev, Tobias Schabel, Kelly God, Robert Künzli, Chor
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli, Kelly God
    © Jörg Landsberg
  • Christopher Tonkin, Robert Künzli, Solen Mainguené
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Dorothea Maria Marx, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Statisterie, Tobias Schabel, Stefan Adam
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Kelly God, Tobias Schabel, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg
  • Chor, Solen Mainguené, Christopher Tonkin, Robert Künzli
    © Jörg Landsberg

ZUM STÜCK

Besuchen Sie vor oder nach der Vorstellung unsere Zemlinsky-Ausstellung im Foyer 1. Rang.

 

 

 

Es ist die Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert, der österreichische Komponist Alexander Zemlinsky schreibt seine Oper »Der Traumgörge« in zwei Akten und einem Nachspiel. Wien erlebt in jenen Jahren des sogenannten Fin-de-Siècle eine kulturelle Blüte, Sigmund Freud und seine Schüler machen sich an die systematische Erforschung der Träume. Sie entziffern unterbewusste seelische Vorgänge, durch Symbole und Bilder lassen sich Erlebnisse und Situationen des Alltags verarbeiten. Die ungesteuerte nächtliche Hirnaktivität wird zu einem Faszinosum auf dem Gebiet von Literatur, Theater und Musik. Auch Görge, der Titelheld in Zemlinskys Oper, verarbeitet in seinen Träumen die Ablehnung, die er erfährt, und seine Ängste. Görges Welt sind Bücher, er ist regelrecht in seine Traumprinzessin verliebt, die ihm am Bach erscheint. Allerdings soll er Grete heiraten, eine bodenständige junge Frau, die sich von ihm mehr Realitätssinn wünschen würde. Doch Görge sehnt sich danach, in die Welt hinauszuziehen. Er weiß, dass er hier nicht akzeptiert wird, und Grete viel lieber den starken Hans heiraten würde, ein gestandenes Mannsbild. Und so läuft er vor seiner Hochzeit davon, bricht auf in die Welt und will sein Lebensmärchen Wirklichkeit werden lassen.

 

Doch dieser Plan scheitert: Nach der Flucht strandet er als ausgebrannter Trinker in einem anderen Dorf, wieder ist Görge ein Außenseiter. Ein Lichtblick: Rädelsführer eines Aufstands gegen »die da oben« versuchen ihn zu überreden, sich ihnen anzuschließen. Doch der Preis dafür ist hoch: Görge muss mit Gertraud, die im Dorf als Hexe verschrien ist, brechen. Mit ihr hat er eine Genossin im Leid gefunden; sie spendet ihm Trost. Rechtzeitig erkennt Görge die blinde Aggression der Aufrührer und die Sinnleere seines Strebens nach märchenhaften Abenteuern. Als er sich also weigert, Gertraud zu verlassen, bekommen sie beide durch den wütenden Mob zu spüren: Auf dieser Welt bleibt kein Raum für Außenseiter und für Träume.

Ablehnung und Hass gegenüber Fremden und dem »Establishment« sind auch heute spürbar, Erfahrungen wie diese ziehen sich wie ein roter Faden auch durch das Leben des Komponisten Alexander Zemlinsky: Wien erlebt in jenen Jahren erste Pogrome gegen jüdische Bürger und Künstler, eines der prominenten Opfer ist Hofoperndirektor Gustav Mahler, der Zemlinsky mit der Komposition des »Traumgörgen« beauftragt hatte. Mahler verlässt Wien, sein Nachfolger Felix Weingartner nimmt die in Proben befindliche Oper aus dem Spielplan. Zemlinsky selbst muss einige Jahre später vor den Nationalsozialisten in die USA flüchten, wo er verstirbt, ohne jemals die Uraufführung seines Werks zu erleben. Bis 1980 verschwindet das Werk in den Archiven und ist seither erst drei Mal inszeniert worden.

 

Der junge Regisseur Johannes von Matuschka lässt mit seinem Team Zemlinskys klangsinnliche Komposition auf der Bühne lebendig werden: den rauschhaft-träumerischen ersten Akt in einer rätselhaften Innenwelt voller poetischer Märchenmomente und alptraumhafter Bilder, die Görges Bedrängung durch Dorfbewohner erlebbar machen. Dichter, düsterer wird es sowohl musikalisch als auch szenisch im gewaltgeschwängerten zweiten Akt. Einen dritten Akt gibt es nicht, stattdessen zeigt Zemlinskys »Nachspiel« Gertraud und Görge vereint mit den Dorfbewohnern des ersten Aktes: Eine kryptische Situation, deren Doppelbödigkeit sich auch in Zemlinskys vielschichtiger Musik wiederfindet, die in der Tradition von Richard Wagner und insbesondere Gustav Mahlers steht. Bühnenbildner David Hohmann und Kostümbildner Amit Epstein erschaffen für von Matuschka eine Welt zwischen träumerischem Surrealismus und alptraumhafter Realität, in der Görges Schicksal beweist, wie überlebenswichtig – auch heute – das Utopische unseres Träumens ist.

ZUR INSZENIERUNG

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhaus Hannover e.V.

 

Die Premiere wird live auf NDR Kultur übertragen.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Unbekannte Oper mit Potenzial NDR Kultur, 18.04.16
mehr
Hier darf man im Klang baden Neue Presse Hannover, 18.04.16
mehr
Das weiße Kätzchen DIE ZEIT, 27.04.16
mehr
Lebendig müssen die Märchen werden Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.16
mehr

VIDEO

Video

Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Mark Rohde
Inszenierung
Johannes von Matuschka
Bühne
David Hohmann
Kostüme
Amit Epstein
Licht
Elana Siberski
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Christopher Baumann

Besetzung

Besetzung

Görge
Robert Künzli
Gertraud
Kelly God /
Brigitte Hahn
Grete
Solen Mainguené
Hans
Christopher Tonkin
Prinzessin
Dorothea Maria Marx
Kaspar
Stefan Adam
Mathes
Tobias Schabel
Züngl
Uwe Gottswinter /
Latchezar Pravtchev
Marei
Carmen Fuggiss
Wirt
Edward Mout
Wirtin
Corinna Jeske

Chor der Staatsoper Hannover
Statisterie Statisterie der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Theaterpädagogische Angebote

Produktion empfohlen ab 14 Jahren

 

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

Musiktheaterpädagogische Angebote für Lehrer erhalten Sie unter kirsten.corbett@staatstheater-hannover.de oder Telefon (0511) 9999 1083.