Oper

Der Mordfall Halit Yozgat

Entweder hat Herr Temme meinen Sohn selbst getötet oder er hat denjenigen gesehen, der meinen Sohn getötet hat. Ismail Yozgat, Vater des Opfers

Oper von Ben Frost
nach der Gegenrecherche 77sqm_9:26min von Forensic Architecture

Eine Produktion von Staatsoper und Schauspiel Hannover
in Koproduktion mit dem Holland-Festival
Ein Auftragswerk der Staatsoper Hannover
Uraufführung

Premiere

18. März 2022

Schauspielhaus


Termine und Karten

Musik Ben Frost mit Petter Ekman
Musikalische Leitung Florian Groß
Libretto Daniela Danz
Inszenierung Ben Frost
Licht Heiko Wachs
Choreografie Sasha Milavic Davies




Inhalt

Am 6. April 2006 wurde der 21-jährige Halit Yozgat vom NSU in einem Internet-Café in Kassel ermordet. Inzwischen sind die Verhandlungen gegen die Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe abgeschlossen und die Prozessakten liegen für die kommenden 120 Jahre unter Verschluss. Den Mordfall und unseren gesellschaftlichen Umgang mit seinen Folgen nimmt der Komponist Ben Frost zum Anlass für seine Oper. Basierend auf der hochgelobten Installation 77sqm_9:26min des Forschungsteams Forensic Architecture entwirft er mit Mitgliedern des Opern- und Schauspielensembles einen Abend über unseren Umgang mit und die Verantwortung gegenüber der Geschichte. Es spielt das Staatsorchester Hannover.
Eigentlich war die Uraufführung von Der Mordfall Halit Yozgat für das Frühjahr 2020 geplant und konnte pandemie-bedingt nicht stattfinden. Der im Zuge der Proben entstandene Film war seither zu zahlreichen digitalen Festivals eingeladen u. a. dem Holland Festival Amsterdam und dem Prototype Festival New York. Im Frühjahr 2022 soll die Oper nun endlich im Schauspielhaus zur analogen Uraufführung kommen.
Ben Frost verbindet in seiner Musik strukturierte Klangkunst mit postklassischer Elektromusik, physische Energie mit leichtfüßiger Melodik, konzentrierten Minimalismus mit raumgreifendem Dark Metal. In seiner Arbeit sucht er nach neuen Wegen der Verbindung von Musik, Körper, Performance und Tanz.

Triggerwarnung:
Die szenische Wiederholung des Tathergangs in der Inszenierung Der Mordfall Halit Yozgat kann auf von (rassistischer) Gewalt betroffene Personen retraumatisierend wirken.