Schauspiel

Digitale Bühne: Wo ist unser Denkmal?

Gespräch über den 8. Mai, über alte und neue Gedenktage und den Stand der deutschen Erinnerungskultur

Online-Veranstaltung auf Zoom


Inhalt

Viel Kritik wurde jüngst an der deutschen Erinnerungskultur laut: Sie sei zur entleerten, ritualisierten Geste geronnen, zelebriere die eigene „Erinnerungsweltmeisterschaft“ und verharre dabei in einer als abgeschlossen betrachteten Vergangenheit. Die NS-Diktatur ist beendet – doch was ist mit der Gegenwart? NSU-Morde, Halle, Hanau zeigen, dass Rassismus und Relikte der NS-Ideologie in Deutschland weitere Opfer fordern. Menschen mit Migrationserbe, jüdische Menschen, Sinti*ze und Rom*nja, Schwarze Menschen, people of colour, BIPoC und migrantische Selbstorganisierungen verlangen nach einer erneuerten, kritischen Erinnerungskultur und neuen Denkmälern für die Rassismusopfer der Gegenwart.
Gilt es nicht, endlich das „Gedächtnistheater“ zu verlassen, so Max Czollek, und sich dem Jetzt und Hier zuzuwenden und die Gegenwart zu bewältigen? Warum eine Erneuerung der Gedenkkultur dringend notwendig ist, wie diese aussehen kann und welche Rolle dabei die Perspektiven, Erfahrungen und Anerkennungskämpfe von marginalisierten Gruppen in der postmigrantischen Gesellschaft spielen, darüber gehen wir ins Gespräch mit:
Max Czollek (Politikwissenschaftler, Lyriker, Autor von Gegenwartsbewältigung und Desintegriert euch!) , Dr. Elke Gryglewski (Politikwissenschaftlerin, Leiterin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten) und dem Aktivisten Aziz (Bündnis #WoistunserDenkmal).