Schauspiel

Digitale Bühne: Writer's Studio

Sieben neue Texte aus dem Literaturinstitut Hildesheim

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Inhalt

Auch in diesem Jahr kooperiert das Schauspiel Hannover mit dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim und präsentiert neue szenische Texte. Sieben junge Autor*innen haben über ein Semester lang an Stückentwürfen gearbeitet und geben in sieben verschiedenen Ansätzen Einblicke in ihre Perspektiven und Auseinandersetzungen mit der Welt: Eine junge Frau bricht eine Schwangerschaft ab und jeder scheint dazu eine Meinung zu haben. Isoliert in einer Raumkapsel verlieren drei Proband*innen ihren Bezug zur Wirklichkeit und empfangen rätselhafte Nachrichten aus der Welt. In der Sauna versteht der Mann mit dem Gutschein nicht ganz, was an Wellness entspannend sein soll. Medusa hat es satt, nur schöne Frauen im Fernsehen zu sehen. Charlie hat es satt, sich immer Sorgen um ihren Bruder zu machen. In der WG stimmt der Putzplan, aber die Mitbewohnerin versteckt Autobomben unterm Kanapee. Und irgendwo zwischen Nizza und Moskau versucht jemand, Bratpfannen zu verkaufen.
Und weil in diesem Jahr alles anders ist, präsentieren wir die Ergebnisse in Ausschnitten auf der digitalen Bühne. Szenisch eingerichtet von den Regieassistent:innen des Schauspiels und gelesen von Schauspieler:innen des Ensembles, gibt es an sieben Tagen in sieben Formaten siebenmal neue Dramatik. Geleitet wird das Writer´s Studio von Saskia Nitsche von der Universität Hildesheim und Annika Henrich vom Schauspiel Hannover.

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26.03. 19:30 Uhr
Henrik Hinze: KOTZEN!
Regie: Oliver Meyer
Musik: Paul Sies
Kostüm: Annabelle Gotha
Mit: Nikolai Gemel, Nicolas Matthews, Viktoria Miknevich
Drei junge Menschen gehen durch die Welt und wissen nicht, wie sich zu ihr verhalten. Da sind die Alltagssorgen um Mietverträge und schlechtbezahlte Jobs in Frittenbuden, doch die Welt da draußen, beziehungsweise auf den Bildschirmen, ist kaum zu ertragen. Weil demonstrieren eh zu nichts führt und Betroffenheit auch nicht weiterhilft, greifen sie bald zu radikaleren Mitteln. Eine absurde Geschichte über das Verzweifeln an den eigenen Handlungsspielräumen und an der Indifferenz der Welt.

27.03. 19:30 Uhr
Nitay Feigenbaum: Steig aus dem Auto, Charlie!
Regie: Ruth Langenberg
Mit: Caroline Junghanns, Irene Kugler
Mitten in der Nacht sitzt Charlie im Auto vor dem Haus ihres Bruders. Ein ungutes Gefühl hat sie hierher geführt, wieder einmal macht sie sich Sorgen. Hier sitzt sie fest, zwischen ihren Ängsten und Erinnerungen, zwischen Fürsorge und Hilflosigkeit, zwischen dem Wunsch nach einem unbekümmerten Leben und der alles durchbohrenden Frage „Was wenn?".

28.03. 19:30 Uhr
Clara Caroline Siewering: Das Leben ein Rausch und wir der Regen
Regie: Jonathan Heidorn
Ausstattung: Florence Schreiber
Mit: Katherina Sattler
Isoliert in einer Weltraumkapsel fristen drei Kandidat:innen ihre Tage. Die Außenwelt ist Sehnsuchtsort und zugleich fremd geworden. Die Kapsel liegt still auf der Erde, aber die Türen nach draußen zu öffnen, erscheint zunehmend bedrohlich. Doch das Radio empfängt irritierende Nachrichten aus der Außenwelt.

29.03. 19:30 Uhr
Seline Seidler: Abbruch
Regie: Hannah Gemacher
Mit: Sabrina Ceesay
Eine junge Frau wird schwanger und die Welt steht Kopf. Schon damals an der Schulklotür wurde ein klares Urteil über die Mitschülerin gefällt, die mit 18 ein Kind bekam. Die Protagonistin treibt ab, denn sie will kein Kind, nicht jetzt. Doch nach dem Abbruch ist nichts mehr wie zuvor. Eine persönliche Auseinandersetzung mit einem politischen Thema, das noch immer auf der ganzen Welt und hier mit Tabus und Verboten belegt ist.

30.03. 19:30 Uhr
Anouk Lou Falkenstein: Medusa XX
Regie: Pia Maria Kröll
Mit: Stella Hilb, Caroline Junghanns
Medusa ist nicht nur hässlich, sie ist alles Hässliche in Person. Vor ihrem Anblick hält die Welt den Atem an. Auch ihre Schwester Euryale hat genug von den Frauen im Fernsehen, die alle gleich aussehen. Und dann muss sich Medusa auch noch mit den Schlangen rumschlagen, die ihr aus dem Kopf wachsen und die ständig auf sie einreden. Ein Stück über die Freude an Hässlichkeit, Wut und Zerstörung.

31.03. 19:30 Uhr
Carlotta Sturm: Schlappenparkplatz
Regie: Ruth Langenberg
Mit: Anja Herden, Alrun Hofert, Nicolas Matthews, Hajo Tuschy
Herrlich entspannend so ein Tag in der Sauna, da kann man mal so richtig ausspannen vom stressigen Alltag. Hitze ist zwar aus gegebenem Anlass grade nicht erlaubt und die Fußpflegefische scheinen etwas lethargisch, dafür führen die Duftreisen der enthusiastischen Saunameisterin in ganz ungeahnte Gefilde. Während die Saunagäste auf der Suche nach dem ganz besonderen Erlebnis sind, knüpfen sie neue Freund- und Feindschaften. Doch so recht wollen die Alltagssorgen sie nicht loslassen.

01.04. 19:30 Uhr
Bruno Brandes: Mein Ideal ist so schön, ich kann es mir mein Leben lang ansehen
Regie: Pia Maria Kröll
Mit: Bernhard Conrad, Irene Kugler, Alban Mondschein
Irgendwo zwischen Nizza und Moskau erstreckt sich eine Wüste, die genauso gut auch ein Meer sein könnte. Nichts ist gewiss und nichts ist wirklich, und in dieser Unbestimmtheit suchen die Figuren des Stücks nach Sinn und Unsinn, versuchen sich zu verorten und sich zu bestimmen. Konsum scheint ein Versuch, die Leere in den Postfächern und in den Herzen zu füllen. Aber was ist eigentlich echt? Ein Spiel mit dem Spielen, mit Möglichkeiten, Sehnsüchten und Realitäten.