Schauspiel

what the fuck

Ein feministisches Aufklärungsstück für alle Gender
von CHICKS* und jungen Menschen aus Hannover
im Rahmen des Projekts Wissen macht Lust

Premiere

25. April 2020


für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren

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Künstlerische Leitung, Regie und Kostüm Marietheres Jesse, Gianna Pargätzi
Musikalische Leitung und Komposition Elischa Kaminer
Bühne Anja Zihlmann
Dramaturgie Barbara Kantel
Dramaturgische Beratung Laura Kallenbach
Podcast
„What the fuck“ – ein feministisches Aufklärungshörspiel – Teil 1
„What the fuck“ – ein feministisches Aufklärungshörspiel – Teil 2

Inhalt

Welche Begehren konstruieren wir, wenn wir über Sexualität sprechen; wer darf überhaupt mitreden, wer wird gehört? Welche männlichen und weiblichen Stereotype bestehen und wie prägen diese unsere Sexualität? Wie bilden sich Gender, Klasse und Race in unserem Begehren ab? Wie ist das historisch gewachsen, welches Wissen war zu welcher Zeit präsent, auf welchem Stand sind wir heute wirklich? Welches Wissen über Begehren und Sexualität wird systematisch im Verborgenen gehalten? Welche Gender, Sexualitäten, Begehren und Lüste werden unsichtbar gemacht? Wie wurde kulturgeschichtlich Sexualität verhandelt, welche Bilder von Begehren prägen und beeinflussen uns? Wie können wir auf der Bühne diesen Bildern andere hinzusetzen, sie ergänzen, neue schaffen oder Bilder und Wissen, das bereits existierte, wieder hervorholen? Und schließlich: Welches Wissen wollen wir wie weitergeben? Welche Formen, über Sex zu sprechen, Sex theatral zu verbildlichen und zu abstrahieren, finden wir?
what the fuck arbeitet gegen die Diskriminierung von queerer und weiblicher* Lust, schlägt alternative Darstellungen von Begehren, Gender und Sex vor. In what the fuck geht es um eine kritische Auseinandersetzung mit sexueller Aufklärung heute und um die Suche, es irgendwie anders zu machen.
Das freie Performancekollektiv CHICKS* ist spezialisiert auf feministische Theaterprojekte mit allen Gendern. Unter der künstlerischen Leitung von Marietheres Jesse und Gianna Pargätzi vereinen sie Jugendliche, Expert*innen und interdisziplinäre Künstler*innen, um gesellschaftliche Bilder von Identität und Geschlecht zu hinterfragen.

Sprecher*innen und Autor*innen: Arlo, Betti, Joyce Kornelious, Jana Dick, Julia Raisch, Leonard Brauch, Nele Fahrenwald, Olivia Werner, Franziska Heitkötter, Natalie Palsa, Sarah Meyer, Fiona Linne, Jessika-Katharina Möller-Langmaack, Rani, Tara Wieczorke, Marietheres Jesse, Gianna Pargätzi, Mara Martinez

Das Projekt „Wissen macht Lust“ wird gefördert durch „Zur Bühne“, dem Förderprogramm des Deutschen Bühnenvereins im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung.“

Mehr Informationen

REMEMBER HOW THEY TOLD YOU THIS
Was die 14 jungen Menschen der Produktion WHAT THE FUCK zur sexuellen Aufklärung für alle Gender beitragen

Wir wollen euch darüber aufgeklären,
dass Sex nicht weh tun muss.
Dass Sex auch lustig sein kann.
Dass es Menschen gibt, die niemals Sex haben wollen und dass das OK ist.
Dass es wichtig ist, Nein zu sagen.
Dass wir erwarten, dass unser Nein akzeptiert wird, ohne Diskussion.
Dass es Leute gibt, die unser Nein nicht akzeptieren, und dass diese Leute Arschlöcher sind.

Wir wollen euch darüber aufgeklären,
dass Sex mit und ohne Liebe stattfinden kann.
mit und ohne Orgasmen
mit und ohne Berührungen
mit und ohne Nacktheit
mit und ohne Lautstärke
mit und ohne Penetration
mit und ohne andere Personen
aber nie ohne Einverständnis.

Wir wollen euch darüber aufklären,
dass es uns total leid tut, dass Geschlechterrollen uns so sehr einschränken.
Dass es schrecklich ist, als Junge den Druck zu haben, besonders muskulös sein zu müssen.
Dass es wirklich sehr weh tut, wegen seines Aussehens beleidigt zu werden.
Dass niemand aussieht wie Barbie und Ken.

Wir wollen euch darüber aufgeklären,
dass es nicht nur heterosexuellen Sex gibt.
Dass beschnittene Penisse onanieren können.
Dass muslimische und jüdische rituelle Beschneidungen etwas anderes sind als FGM.
Dass wir zwar alles über den Satz des Pythagoras in der Schule gelernt haben, aber nichts über die Vulva.

Wir wollen euch darüber aufgeklären,
dass Nicht-Binär-Sein existiert,
Dass nicht-binäre Körper existieren,
dass Jungs gegen Mädchen ein blöder Spielmodus ist,
dass es in Herrentoiletten keine Mülleimer gibt.

Wir wollen euch darüber aufgeklären,
dass es entscheidende Unterschiede zwischen den verschiedenen Gendern und Geschlechtern gibt, z.B. zwischen Bi-, Poly- und Pansexualität.
Dass es nicht immer einfach ist, für sich selbst herauszufinden, wer man ist.
Dass es scheißegal ist, welche sexuelle Identitäten wir haben.
Dass wir nicht darauf reduziert werden wollen und nicht danach beurteilt.
Dass man nicht so leichtfertig mit dem Begriff „Depression“ umgehen sollte.
Dass wir versuchen, immer nett zu sein, es aber oft nicht hinbekommen.

Aber weil alle über das Coronavirus reden, ist gerade kein Platz und keine Zeit für unser Aufklärungsstück auf der Bühne. Das ist traurig, aber wir können es (ein bisschen) verstehen. Und haben deshalb kurzerhand aus dem Aufklärungsstück ein Hörspiel gemacht. Und ihr, ihr macht es euch jetzt am besten bequem, schließt die Augen und hört zu.