Così fan tutte

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte

Premiere

19. Juni 2021

Opernhaus


In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ab 14 Jahren

Termine und Karten

Inszenierung Martin G. Berger
Kostüme Esther Bialas
Licht Holger Klede
Chor Lorenzo Da Rio
Dramaturgie Martin Mutschler
Xchange Nele Tippelmann

Inhalt

Liebe als soziales Experiment: Mozarts Zusammenarbeit mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte ist ein bitterböses Kammerspiel über die Macht der Verführung und das Missverständnis, das man gemeinhin Treue nennt.
Zwei Männer glauben, auf die Gefühle ihrer Frauen bauen zu können – und werden bitter enttäuscht. Was als heiterer Karnevalsspaß beginnt, endet tragisch, denn die zynische Pointe lautet: Wer die Probe aufs Exempel macht, kann nur enttäuscht werden, denn jeder Mensch ist verführbar. Mit dieser Erkenntnis können die Figuren nicht zurück zur Unschuld, mit der sie angetreten sind; sie werden in der Ernüchterung weiterleben müssen, dass Liebe ein Konstrukt ist und Treue ein dehnbarer Begriff.

Regisseur Martin G. Berger, der in Städten wie Basel oder Dresden gefeiert wird und dessen Karriere in Hannover begann, hat das Seziermesser gewetzt und setzt es an die Liebesvorstellungen unserer Zeit an. In den Kampf von Aufrichtigkeit und Libido spielt der Wettstreit der Eitelkeiten in einer sich selbst bespiegelnden Gesellschaft hinein. Die entscheidende Würze bekommt da Pontes Gedankenspiel dabei durch Mozarts nur scheinbar unparteiische Musik: Die überirdische Schönheit seiner Ensembles scheint nichts von der Flunkerei wissen zu wollen. Die Oper stellt dabei auch die Frage nach der Echtheit unserer scheinbar so tief empfundenen Gefühle: Wenn meine Lüge so süß klingt, ist sie dann nicht automatisch ein wenig echt?
Der junge italienische Dirigent Michele Spotti am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters verleiht Mozarts eleganter Partitur italienischen Schwung, die Besetzung aus jungen Sänger*innen macht leichte Lust und tödlichen Ernst unmittelbar erfahrbar.

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