Così fan tutte

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte

Opernhaus


In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ab 14 Jahren

Inszenierung Martin G. Berger
Musikalische Leitung Michele Spotti / Giulio Cilona
Bühne Sarah-Katharina Karl
Kostüme Esther Bialas
Licht Sascha Zauner
Dramaturgie Martin Mutschler
Xchange Nele Tippelmann


Fiordiligi Kiandra Howarth / Sarah Brady
Dorabella Nina van Essen / Carmen Artaza


Chor der Staatsoper Hannover,
Statisterie der Staatsoper Hannover,

Inhalt

Liebe als soziales Experiment: Mozarts letzte Zusammenarbeit mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte ist ein bitterböses Kammerspiel über die Macht der Verführung und das Missverständnis, das man gemeinhin Treue nennt.
Zwei Männer glauben, auf die Gefühle ihrer Frauen bauen zu können – und werden bitter enttäuscht. Was als heiterer Karnevalsspaß beginnt, endet tragisch, denn die zynische Pointe lautet: Wer die Probe aufs Exempel macht, kann nur enttäuscht werden, denn jeder Mensch ist verführbar. Mit dieser Erkenntnis können die Figuren nicht zurück zur Unschuld, mit der sie angetreten sind; sie werden in der Ernüchterung weiterleben müssen, dass Liebe ein Konstrukt ist und Treue ein dehnbarer Begriff.

Regisseur Martin G. Berger, der in Städten wie Basel oder Dresden gefeiert wird und dessen Karriere in Hannover begann, hat das Seziermesser gewetzt und setzt es an die Liebesvorstellungen unserer Zeit an. In den Kampf von Aufrichtigkeit und Libido spielt der Wettstreit der Eitelkeiten in einer sich selbst bespiegelnden Gesellschaft hinein. Die entscheidende Würze bekommt da Pontes Gedankenspiel dabei durch Mozarts nur scheinbar unparteiische Musik: Die überirdische Schönheit seiner Ensembles scheint nichts von der Flunkerei wissen zu wollen. Die Oper stellt dabei auch die Frage nach der Echtheit unserer so tief empfundenen Gefühle: Wenn meine Lüge so süß klingt, ist sie dann nicht automatisch ein wenig echt?
Der junge italienische Dirigent Michele Spotti am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters verleiht Mozarts eleganter Partitur italienischen Schwung, die Besetzung aus jungen Sänger*innen macht leichte Lust und tödlichen Ernst unmittelbar erfahrbar.