Der Freischütz

Wiederaufnahme

29. Mai 2021

Opernhaus


In deutscher Sprache

Ab 16 Jahren

Termine und Karten

Sa, 29.05.2021 / 19:30 Uhr Opernhaus / Wiederaufnahme
Besetzung calendar_open_alt
Inszenierung Kay Voges Bühne Daniel Roskamp Kostüme Mona Ulrich Kostüme (Mitarbeit) Theresa Mielich Video Voxi Bärenklau Livebild Lennart Laberenz Kamera Vlad Margulis, Jan Isaak Voges Chor Lorenzo Da Rio Dramaturgie Klaus Angermann
Inszenierung Kay Voges
Bühne Daniel Roskamp
Kostüme Mona Ulrich
Kostüme (Mitarbeit) Theresa Mielich
Video Voxi Bärenklau
Livebild Lennart Laberenz
Kamera Vlad Margulis, Jan Isaak Voges
Chor Lorenzo Da Rio
Dramaturgie Klaus Angermann

Inhalt

Beifallsstürme und Buh-Orkane gab es zur Premiere. Emotionale Reaktionen sind am Theater nicht selten, dass aber selbst Operngänger*innen und Fachwelt in sich so polarisiert sind, kommt weniger häufig vor. Zum Diskurs anzuregen, diese wichtigste Aufgabe des Theaters – sie erfüllt die Inszenierung von Kay Voges mit Sicherheit.
Die Romantik hatte nicht nur romantische Seiten. Der Freischütz ist eines ihrer Kunstwerke, die neben den idyllisch-biedermeierlichen Spielarten auch bewusst in die schwarzen Abgründe tauchen. Übergeordnete Themen wie unser Verhältnis zur Tradition oder immer wiederkehrende Bedrohlichkeiten – Gewalt, Krieg, Alpträume, Aberglauben, Behördenwillkür, Mobbing, Ängste, auch in Bezug auf Beziehungen und Sexualität, das melancholische wie gefährliche Kraftpotenzial der Natur – all das schlummert in den Tiefen der Wolfsschlucht und wurde vom Komponisten in teils spektakuläre, teils tiefgründig empfindende Musik gebannt.
Beides überträgt das originale Libretto, besonders der ohne Musik gesprochene Text, nur schwer in andere Zeiten. Als eine Konzession an die Entstehungszeit zu verstehen sind die tümelnden Dialoge zwischen Jungfernkranz und Probeschuss, mit denen kein*e Regisseur*in und auch kein Publikum heute mehr etwas anfangen kann.
Was ist typisch deutsch, welche Relevanz also hat Der Freischütz, die deutsche Nationaloper mit ihrer unvergleichlich schönen Musik, heute noch? Wie versteht man die Beliebtheit des Werks?

Regisseur Kay Voges erzwingt diese Fragen, diesen Diskurs in seiner kontrovers aufgenommenen Inszenierung. Herrscht noch Vernunft oder schon Verzweiflung, muss sich Max, der Jägerbursche, und mit ihm alle Protagonist*innen samt dem Publikum fragen. Die Kunst reibt sich an der Gegenwart, sagt der Regisseur. Das gilt heute wie damals. Der Spuk hat nicht aufgehört, er ist zur bösen „German Horror Picture Show“ (Die Welt) geworden, deren neue Überforderung sich da zeigt, wo Bilder, Gedanken, Zitate, Peinliches, Gefährliches, Banales, Schrilles willkürlich zusammengesetzt werden. Lustvoll und kontraphobisch tritt die Produktion nach allen Richtungen die Flucht nach vorn an, mit dem Wissen um das Scheitern. Dafür wurde sie in einer Spannbreite von exemplarischem Neuanfang der Opernregie bis zu deren schmählichem Offenbarungseid wahrgenommen. Machen Sie sich selbst Ihr Bild!

Mehr Informationen

Schutz- und Hygienemaßnahmen für Ihren Theaterbesuch in Zeiten von Corona: Wir freuen uns, wieder für Sie spielen zu dürfen! Damit dies gut funktioniert, halten wir uns strikt an die geltenden Verordnungen für die weitere Eindämmung der Corona-Pandemie. Alle Vorstellungen finden bis auf Weiteres unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt. Mehr Informationen finden Sie in unserem Hygiene-Knigge

Da wir heute noch nicht wissen können, was morgen auf uns zukommt, informieren Sie sich bitte kurzfristig vor Ihrem Besuch auf unserer Website oder telefonisch über die aktuellen Hygienemaßnahmen des Staatstheaters.

Bitte beachten: Buchungen von Gruppen-, Familien- oder barrierefreien Plätzen können nur telefonisch unter +49 511 9999 1111 oder an der Tageskasse erfolgen.