Ballett

3 Generationen

Ballettabend von Emrecan Tanis, Hans van Manen und Marco Goecke

Concertante

Choreografie Hans van Manen Bühne und Kostüme Keso Dekker Licht Joop Caboort Choreografische Eiinstudierung Ken Ossola

Tänzer*innen Ana Paula Camargo, Giovanni Visone, Lilit Hakobyan, Maurus Gauthier, Michèle Stéphanie Seydoux, Adam Russell-Jones / Nikita Zdravkovic, Giada Zanotti, Rosario Guerra

Kiss a Crow

Opernhaus


2 Stunden, zwei Pausen

Materialien
Programmheft "3 Generationen"
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Inhalt

Schlichte und humorvolle Eleganz, Kompromisslosigkeit, Verkörperung gesellschaftlicher Fragestellungen – drei Choreografen mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus drei Generationen. Aber auch drei Mal der Blick auf Menschliches: Bei Hans van Manen bilden häufig Paar-Beziehungen die Struktur seiner Stücke. Marco Goecke durchleuchtet das Seelenleben des Einzelnen. Emrecan Tanis gibt Machtverhältnissen innerhalb einer Gruppe körperliche Gestalt.

In seiner Neukreation wirft Marco Goecke einen Blick zurück – zurück in die Jugend, auf persönliche Ereignisse. So spiegelt schon die Musikauswahl einen Teil seiner Biografie wider: Kate Bush war in den 80er Jahren eine experimentierfreudige Popsängerin, die als schrille Performerin den weiblichen Popsängerinnen von heute den Weg bereitet hat. Marco Goeckes Ballett zu ihren Songs greift ihre Poesie, den Rhythmus und das Operettenhafte ihrer Kunst auf und gestaltet daraus seine Choreografie.

„Concertante“ wurde 1994 von Hans van Manen für das Nederlands Dans Theater kreiert. Der holländische Meister der klassischen Moderne hat ein einzigartiges Gespür für Spannungsverhältnisse, Zuneigung und unterschwellige, dennoch kontrollierte Aggression. In den durch ihn verkörperten Zwiegesprächen ist das ganze Universum der Paarbeziehung zu finden. Hans van Manen hat jenen einzigartigen Stil, der puristisch, reduziert ist und zugleich vor Leidenschaft brodelt.

Emrecan Tanis ist ein Nachwuchschoreograf, der am Finnischen Nationalballett als Tänzer engagiert ist. Bereits zwei Mal waren kleinere Stücke von ihm beim Internationalen Wettbewerb für Choreogaphie in Hannover zu sehen. Nun erarbeitet er auf Einladung von Marco Goecke sein erstes Auftragswerk für das Staatsballett Hannover. In seiner Neukreation „Rise“ richtet er sein Interesse auf ein gesellschaftlich und politisch aktuelles Thema: das Verhältnis von Anführer*in und Mitläufer*in, leader und follower. Obwohl er seine Neukreation nicht als politisches Statement versteht, ist die Brisanz der Frage, „Wer kommt eigentlich warum an die Macht?“ von enormer Aktualität. Die wachsende Macht des Einzelnen innerhalb einer Gruppe soll in diesem Stück körperlich sichtbar gemacht werden.


Mit freundlicher Unterstützung: Strube Stiftung

Mehr Informationen

MEHR HÖREN
Im Podcast „Backstage“ sprechen Choreograf Emrecan Tanis und Tänzer Özkan Ayik über die Arbeit an der Neukreation „Rise“: Podcast anhören

Die Musik des Abends zum Nachhören gibt es in unserer Spotify-Playlist

MEHR LESEN
Interview mit Gastballettmeister Ken Ossola über den Prozess der Einstudierung von van Manens Werk Concertante und die Besonderheiten der Choreografie. Zum Interview

Pressestimmen

Deutschlandfunk

Was da im Miteinander von Musik und Choreografie passiert, ist absolut elektrisierend – ein Gänsehautprogramm. (…) Marco Goeckes Tanzkunst auf höchstem choreografischem und emotionalem Niveau (…) Das Ensemble ist einfach umwerfend – was sich auch im dritten Teil, Hans van Manens elegantem und humorvollen „Concertante“ zeigt. Die technische Virtuosität und Vielfältigkeit der Tänzerschaft, gepaart mit einer unbändigen Lust am Tanzen merkt man jedem Einzelnen in jeder Minute dieses Abends an – ein Grund, die Zukunft des Staatsballetts Hannovers mit Spannung und Freude zu erwarten.

Neue Presse

Höhepunkt des Abends, wie sollte es auch anders sein, ist Marco Goeckes „Kiss a Crow“. (…) Die Präzision und Synchronführung der Tänzer auch in der größeren Gruppe ist mal wieder überwältigend, allein das lohnt schon den Besuch. (…) Ein facettenreicher Abend, mit dem sich Hannover ein Stück weiter in Richtung Königsklasse der deutschen Compagnien schiebt.