Oper

Denis & Katya

Ist irgendwas von dem fucking real?

Philip Venables (*1979)
Text von Ted Huffman
Deutsche Textfassung von Robert Lehmeier

Deutsche Erstaufführung

Premiere

26. Februar 2022

Ballhof Eins


In deutscher Sprache

ca. 1 Stunde 5 Minuten, keine Pause

Ab 14 Jahren

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Musikalische Leitung Maxim Böckelmann
Inszenierung Ted Huffman
Bühne, Licht Andrew Lieberman
Kostüme Raphaela Rose
Video Pierre Martin
Licht Bernd Purkrabek
Dramaturgie (Ko-Autorin) Ksenia Ravvina
Dramaturgie Regine Palmai




Materialien

Inhalt

"Romeo und Julia-Story“ im Zeitalter von Social Media: Eine Oper über zwei verliebte Fünfzehnjährige, die so kompromisslos leben, als gäbe es nichts als den jetzigen Moment. Und alles, was in echt passiert, wird online geposted, bis zum letzten Atemzug. Für die Deutsche Erstaufführung der mehrfach international ausgezeichneten Produktion (u. a. Fedora Generali Preis 2019, Ivors Composers Awards 2020, Telegraph: Best Opera 2020) haben Komponist Philip Venables und Librettist und Regisseur Ted Huffman eine deutschsprachige Fassung neu erarbeitet.

Eine wahre Geschichte: Zwei russische Teenager, Denis Muravyov und Katya Vlasova, verstecken sich nach einem Streit mit ihren Eltern in einer Jagdhütte. Als ein Spezialkommando der Polizei sie aufspürt, eskaliert die Situation. Pausenlos postet das fünfzehnjährige Pärchen auf Social Media. Realität und digitale Wahrnehmung, Spiel und tödlicher Ernst überlagern sich. Am Ende sind Denis und Katya tot.

Wer trägt eine Mitschuld an der tödlichen Aktion? Die Polizei? Die Eltern? Wie asozial ist die Rolle der sozialen Medien, die vielen sensationslustigen virtuellen Gaffer? Wo verlaufen die Fronten der Gewalt und der Verantwortung? Durch das von Denis und Katya selbst preisgegebene Echtzeit-Material im Netz bleibt ihr Schicksal nicht privat, sondern wurde zur global wahrgenommenen Internet-Sensation. Aber wie blickt eine reale Gesellschaft, aus der Distanz und in einer künstlerischen Übersetzung, analog und empathisch auf diese Tragödie zweier Teenager?

Musik trifft auf gesprochene Textflächen, Live-Gesang auf Elektroakustik, analog und digital gehen vielschichtig ineinander über. Wie in einer TV-Schauspiel-Doku wechseln sich Handlung mit „Talking Heads“ (TV-Sprechern) und Medienberichten ab. Denis und Katya bleiben als Figuren ausgespart. Echte Beteiligte – so Denis‘ bester Freund – und fiktive - eine Nachbarin, ein Lehrer, ein Arzt, eine Journalistin – vermitteln dem Publikum ein neues Bild auf diese moderne Tragödie. Die Oper von Ted Huffman und Philip Venables über die letzten Stunden von Denis und Katya schlägt eine Brücke zurück in die analoge Welt – für reale Theater-Zuschauer:innen.

Der klassische Sound von vier Celli wird elektronisch abgenommen und mit Beeps und Klangcodes unseres digitalen Alltags konfrontiert. Mezzosopran, Bariton und Instrumentalisten, Musik, Text, Szene und Video sind gleichermaßen Darsteller, über Technik und live-Szene verbunden. Die Wirkungsmacht der Oper in der Sprache der Generation Social Media.

Pressestimmen

Cellesche Zeitung

Da in dieser Produktion alles konzeptionell ineinandergreift (…) kann hier eine neue Form eines Gesamtkunstwerks entstehen, die die Gattung Oper oder Musiktheater in die Gegenwart überträgt. Diese ganze Produktion ist als funkelndes Kleinod ein Highlight im Spielplan der Staatsoper Hannover.

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