Konzert

Die im Dunkeln hört man doch

Opernhaus


Musikalische Leitung Eduardo Strausser Dramaturgie Swantje Köhnecke

Solistin Nikki Treurniet, Nina van Essen Solist Rupert Charlesworth

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Inhalt

Das Abschlusskonzert der Niedersächsischen Musiktage findet erstmals im Opernhaus statt, in Kooperation mit der Staatsoper Hannover. Im ersten Teil des Konzerts präsentieren Ensemblemitglieder des Hauses und Musiker*innen des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover eine Auswahl von Songs des Briten Michael Nyman rund um Shakespeares „The Tempest“. Bekannt geworden als Komponist des Kultregisseurs Peter Greenaway schuf Nyman u.a. die Filmmusik zu „Prospero’s Books“.
Stilistisch ganz in der Nähe liegt die Musik der Post-Minimal-Meisterin Julia Wolfe (Jahrgang 1958). Ihr einstündiges Oratorium Anthracite Fields, das 2015 mit dem Pulitzer Prize für Musik ausgezeichnet wurde und hierzulande erst einmal zu hören war, behandelt das Leben und Leiden der Minenarbeiter im US-Staat Pennsylvania um 1900. Kammerchor, gemischtes Sextett und eindrückliche dokumentarische Filmsequenzen verdichten sich zu einem Meisterwerk engagierten Komponierens. Wolfes Musik ist melodiös und voller Empathie, sie wirkt rhythmisch komplex und dennoch unmittelbar packend. Souverän wandelt „Anthracite Fields“ auf der Kammlinie zwischen avanciertem Rock und zeitgenössischer Klassik. Neben dem NDR Chor ist die legendäre New Yorker Formation Bang on a Can zu hören.
Zu späterer Stunde wird dann Daniele di Bonaventura aufspielen. Der italienische Bandoneon-Poet hat einige der berühmtesten Protest- und Widerstandslieder für ein intimes Ensemble bearbeitet, von der „Internationalen“ bis zu den „Roten Nelken“. Nicht mehr kämpferisch-fordernd tönen die einprägsamen Weisen unter den Händen der charmanten Italiener, sondern weich und nostalgisch – beinahe hoffnungsfroh.