Schauspiel

Playstation Club 1: Pinienkerne wachsen nicht in Tüten

von Paula Fünfeck

11. Januar 2020

Cumberlandsche Bühne


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Inhalt

Im Paradiesgarten ist es noch leer. Oder handelt es sich um einen postapokalyptischen Paradiesgarten, der wieder leer ist? Wie auch immer, Herr Grand erdenkt sich seine Welt. Was ist am stärksten: die Ameise, die Sonne oder ein Pinienkern? Vor lauter Grübelei guckt Herr Grand Löcher aus der Luft, die sich zu blauen Häufchen türmen. Vielleicht ist ja ein Bär am stärksten? Kaum gedacht, erscheint der Bär. Und er ist so wütig stark, dass er aus dem einzigen Pinienbaum Kleinholz macht. Pinienkerne gibts doch in Tüten, denkt der Bär und trottet zum Kaufmannsladen, den sich Herr Grand für sein gut funktionierendes Paradies auch schon ausgedacht hat. Aber wo soll der Kaufmann, ein Kerl, so ängstlich, listig wie bärenschmackhaft zugleich, Nachschub in die Tüten holen, wenn es den Baum nicht mehr gibt. Grands Schöpfung entwickelt ein Eigenleben, das bald außer Rand und Band gerät.

„Pinienkerne wachsen nicht in Tüten“ kommt als Kinderstück daher, aber es scheut sich nicht, die ganz großen Fragen unserer Existenz zu stellen, die angesichts der drohenden Klimakatastrophe von ungeheurer Aktualität sind. In scheinbar naiven Bildern berührt Paula Fünfeck erwachsene Themen: Was ist die Macht der Ökonomie? Wie wirkt die Ökologie der Zeit? Was ist das wahre Leben, die vita activa oder die vita contemplativa? So leicht und lustig das Stück daherkommt, schnelle Antworten gibt es nicht. Die zehn Teilnehmer*innen des Theaterjugendclubs 1 der Playstation setzen sich lustvoll der poetisch konzentrierten Sprache Fünfecks aus und entwickeln eine Geschichte über ökonomische Kreis- und philosophische Zeitläufe.

Mit: Emma Bienek, Greta Daxner, Benedikt Grothe, Thies Haßmann, Ben Matz, Pauline Metz, Olivia Toben, Paul Wieczorek, Nata Yakovina
Künstlerische Leitung: Ken Chinea, Melanie Hirner, Christian Hofmann, Barbara Kantel, Lea Rodewald, Justus Wilcken