Oper

The Greek Passion

Die griechische Passion

Die Bösen sind leicht gefunden. Aber die Guten?

Bohuslav Martinů (1890 – 1959)
Oper in vier Aufzügen
Libretto vom Komponisten nach dem Roman
Der wiedergekreuzigte Christus (1948)
von Nikos Kazantzakis

Premiere

21. März 2020

Opernhaus


In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

2 Stunden 45 Minuten

Musikalische Leitung Valtteri Rauhalammi
Inszenierung Barbora Horáková
Choreografie James Rosental
Licht Susanne Reinhardt
Chor Lorenzo Da Rio, Matthias Wegele
Kinderchor Tatiana Bergh
Dramaturgie Martin Mutschler
Musiktheatervermittlung Kirsten Corbett
Videoassistenz Gabriel Derendinger


Priester Grigoris Tassos Apostolou
Archon Daniel Eggert
Hauptmann Frank Schneiders
Ladas /Kommentator August Zirner
Kostandis James Newby
Dimitri Darwin Prakash
Manolios Magnus Vigilius
Yannakos Rupert Charlesworth
Michelis Pawel Brozek
Die Witwe Katerina Barno Ismatullaeva
Priester Fotis Michael Kupfer-Radecky
Despinio Clara Nadeshdin
Eine alte Frau Monika Walerowicz
Ein alter Mann Stephen Owen
Stimme im Orchester Gagik Vardanyan


Bewegungschor
Chor der Staatsoper Hannover
Extrachor der Staatsoper Hannover
Kinderchor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Projektchor
Podcast
THEATERZEIT: Barbora Horáková im Interview

Inhalt

Gibt es eine Identität ohne die Abgrenzung gegen Andere? Mit Bohuslav Martinůs The Greek Passion ist eine Oper zu entdecken, die den Finger in die Wunde der gesellschaftlichen Verantwortung jeder*s Einzelnen legt. Sie stellt die Frage, ob eine Gemeinschaft durch Zugezogene in ihrer Sicherheit bedroht wird.
Ein Dorf zur Zeit des Griechisch-Türkischen Kriegs 1919 – 1922. Die Bewohner*innen bereiten sich auf die jährlichen Passionsspiele vor, als eine zweite, ebenfalls griechische Dorfgesellschaft auf der Flucht vor türkischen Truppen um Aufnahme bittet. Sofort folgt die Probe aufs Exempel: Was bedeutet die christliche Heilslehre im Ernstfall? Die spontane Solidarität, wie sie der Hirte Manolios vertritt, der Jesus spielen soll, ist der konservativen Kirchenmacht ein Dorn im Auge. Sie hält nichts von einer Gemeinschaftlichkeit, die ihre Herrschaft in Frage stellt. Das Gedankengut der biblischen Bergpredigt erweist sich als revolutionär.
Bohuslav Martinůs in den 1950er Jahren für London entstandene Vertonung als Griechische Passion ist zugleich ein Spiel mit Identitäten: Wer bin ich, und wer kann ich werden? Und was braucht es, um ein guter Mensch zu sein? Der tschechische Komponist mischt wie selbstverständlich die kristallklare Symphonik seiner französischen wie seiner US-amerikanischen Wahlheimat mit Weisen seiner böhmischen Herkunft, um ein universell gültiges Drama zu erzählen. Die Eingängigkeit und Direktheit der Musik – leidenschaftlich und intensiv – lässt die dramatische Handlung in versöhnlichem Licht erscheinen.
Ebenso arbeitet die Regisseurin Barbora Horáková an diesem Helldunkel: Die Inszenierungen der „Newcomerin des Jahres“ (International Opera Awards 2018) kennzeichnet ein psychologisch genauer Blick auf den Menschen, der allerdings nie ohne Empathie für das Handeln der Figuren ist. Horáková wird in den kommenden Spielzeiten als Hausregisseurin an der Staatsoper Hannover tätig sein.

Mehr Informationen

Festival: Passionen
Nachgespräch am 28.03.2020, ca. 22:30 Uhr
Fürsorge und Heilslehre im Ernstfall: Was bedeutet die Aufnahme von Geflüchteten?

GÄSTE
Iyabo Kaczmarek (Geschäftsführerin der Initiative UNTER EINEM DACH gUG) und Beteiligte der Aufführung

MODERATION Martin Mutschler (Dramaturg der Staatsoper)
Zum Programm des Festivals: staatstheater-hannover.de/de_D...