Schauspiel

Universen: Vorfahren

Werkschauwochenende mit Film, Tanz und Gespräch

Premiere

18. Oktober 2019

Cumberlandsche Bühne


Inhalt

Es ist soweit! Im Oktober sind die ersten Ergebnisse der künstlerischen Workshopreihe Universen zu sehen. Eine Spielzeit lang machen Künstler*innen und Menschen aus der Region zusammen Kunst. Die Choreografin Bahar Meriç und die Autorin Kyra Mevert fragen: Wieviel Einfluss hat Arbeit auf unseren Körper?
Momentan wandelt sich die Arbeitswelt extrem schnell, alle Generationen müssen ständig Neues lernen. Wie war das früher? Wie haben unsere Großeltern gearbeitet? Wie beeinflusst uns das heute? Jede Arbeit und Nicht-Arbeit schreibt sich in den Körper ein, denn jeder Beruf hat besondere Gesten und Bewegungen, die zu Tanz werden können. In diesem Workshop verbindet sich Text mit Bewegung. Menschen zwischen 16 und 76 aus Hannover und der Region geben Auskunft über sich und ihr (Arbeits-)Leben.

Im zweiten Workshop entsteht ein Film, der sich auf besondere Art mit Vorfahren beschäftigt. „Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte“, sagte George Bernhard Shaw. Häufig in frühen Jahren geschlossen, begleiten uns Freunde von der Kindheit bis ins hohe Alter. Sie waren zwar nicht „vor“ uns da, aber beeinflussen den Verlauf unseres Lebens. Jünglinge, ein junges Filmkollektiv aus Hildesheim und Berlin, beschäftigen sich bei „Squads“ mit Freund*innenschaften, Bündnissen und Allianzen. Wie entstehen Brüche innerhalb von Freund*innenschaften? Wie werden Brüche und Versöhnungen historisch und biographisch verhandelt? Die entstandene filmische Arbeit wird in Anwesenheit der Jünglinge und der Porträtierten gezeigt.

Ein Wochenende lang wollen wir schauen, essen, sprechen und feiern. Zwischen den Präsentationen ist Zeit für Austausch und Gespräch, Am Freitag legen ab 22:00 Uhr frawn b2b annika lock (emotional dance music – disrupted / Hannover/Hildesheim) in der Galerie auf. Dahinter stecken der Tänzer Francisco Baños Diaz und die Kulturwissenschaftlerin Annika Lock. In ihren digitalen Musikarchiven suchen beide nach emotionalen Narrativen elektronischer Tanzmusiken. Am Samstagabend begrüssen wir Transit Trio. Dahinter stecken Richard Häckel, Till Schomburg und Daniel Guerrero. Eng verbunden durch Freundschaft und große Liebe zur Musik präsentieren die drei Herren aus Hannover und Berlin einen bunten Mix aus Jazz und elektronischer Musik. Bass, Schlagzeug, Synthie, Gebläse und jeder Menge Effekte kreieren einen ganz eigenwilligen Sound, der vor allem durch freudige Improvisationen und tanzbare Beats hervorsticht. Am Sonntagvormittag wollen wir das Wochenende reflektieren. Zusammen mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen bitten wir zu Tisch. Die Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin Leila Semaan wird die Workshoppräsentationen beobachten, beschreiben und weiterdenken. Ihr Fokus liegt auf gesellschaftspolitischen und postmigrantischen Themen. Mit ihr wollen wir beim gemeinsamen Sonntagsfrühstück launig auf gesellschaftspolitischen Themen, wie Alter, Allianzen und Arbeit herumkauen. Im Fokus immer die Frage: Wie soll die Gesellschaft sein, in der wir leben wollen?

Das Frühstück am 20.10. findet statt im Rahmen des Projekts „Shared Spaces – Öffentliche Räume für Europa“ des Heinrich-Böll-Stiftungsverbundes (www.boell.de/spaces).