Die Tradition wird hörbar

Mit Diskurs und Musik ins Jubiläumsjahr: Im Mai feiern wir 1700 Jahre jüdische Kultur in Deutschland und streamen zwei gemeinsame Veranstaltungen mit der Villa Seligmann. Im Interview berichtet Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann, von der besonderen Kooperation.

 

Eliah Sakakushev-von Bismarck
Foto: Helge Krückeberg

 

Was wünschen Sie sich, auch als Direktor der Villa Seligmann, von dem Jubiläumsjahr?

 

Das Jubiläumsjahr ist wie ein Scheinwerferlicht auf das Haus für jüdische Musik in Hannover. Es bietet einen überregionalen und von der Bedeutung her übergeordneten Rahmen, um das zu beleuchten, womit wir uns in der Villa Seligmann grundsätzlich beschäftigen und was wir vermitteln wollen. Dieses Jahr haben wir mehr als 20 Veranstaltungen konzipiert, die inhaltlich zum Festjahr passen. 1700 Jahre, das ist eine sehr lange Zeit, in der die jüdische Weltanschauung Deutschland mitgeprägt hat. Ich wünsche mir also, dass wir im Festjahr möglichst viele Menschen erreichen, um Interesse für die deutsch-jüdische Verbindung zu wecken und bürgerliches Engagement zu bewirken. Ich wünsche mir auch, dass wir diese Verbindung jenseits des Zivilisationsbruchs der Shoah ans Licht stellen. Damit wollen wir einen Beitrag zur positiven Rückbesinnung auf die deutsch-jüdische Gemeinschaft damals wie heute leisten.

 

Wie tragen die gemeinsamen Veranstaltungen von Staatsoper und Villa Seligmann dazu bei?

 

Unser Kooperationsprojekt soll ein Leuchtturm des Jubiläumsjahres in Hannover werden. In zwei Veranstaltungen im Frühjahr und einer im Herbst möchten wir kreativ und diskursiv inhaltliche Akzente setzen, die eine breite Resonanz in unserer Gesellschaft hinterlassen. Wir laden jede und jeden ein, der Podiumsdiskussion am 16. Mai beizuwohnen, und hoffen, dass das digitale Format den Kontakt zu unseren Gästen erleichtert und auch fördert. Mit der Soiree am 20. Mai beleuchten wir die Komplexität der jüdischen Identität musikalisch. Denn Musik ist eine universelle Sprache, die keine Übersetzung braucht. In diesem Konzert werden Lieder bekannter und weniger bekannter Komponistinnen und Komponisten vorgestellt. Mit einer Fülle an Tonsprachen werden Klangbilder umrissen, die vom Lebenswandel und auch Überlebensgeist zeugen.

 

Was ist das Besondere an der Kooperation mit der Staatsoper? Wie passen die beiden Häuser in Bezug auf das Jubiläum zusammen?

 

Das Besondere an unserer Kooperation ist an erster Stelle die freundschaftliche Verbundenheit, die im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr entstanden ist. Für die Villa Seligmann als ein Kleinod der Salon- und Kammermusik ist es eine wahre Bereicherung, mit einem so großformatigen Partner wie der Staatsoper Ideen zu schnüren und an deren Umsetzung zu arbeiten. Unter diesen Vorzeichen treten wir nun eine Entdeckungsreise an, und führen die Menschen unserer Stadt und unseres Landes durch die vielfältige und weltoffene jüdische Kultur. Ich freue mich aufrichtig auf alle Erfahrungen, die wir gemeinsam machen werden, und auf all diejenigen, mit denen wir diese Erfahrungen teilen werden.

 

 

1700 Jahre jüdische Kultur in Deutschland

Livestream: Zwischen Assimilation und Koexistenz

Shelly Kupferberg im Gespräch mit Max Czollek, Dr. Felix Klein, Laura Berman und Eliah Sakakushev-von Bismarck

Sonntag, 16.05.2021, 11:00 Uhr

 

Livestream: Jüdische Klangbilder des 20. Jahrhunderts

Die Staatsoper Hannover mit Musik von Korngold, Bernstein, Weill, Milhaud u.a. zu Gast in der Villa Seligman

Donnerstag 20.05.2021, 19:00 Uhr

 

#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

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