Herbert Fritsch
Herbert Fritsch absolvierte seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach spielte er an verschiedenen großen Bühnen im In- und Ausland. Er zählt zu den Castorf-Schauspielern und war von Anfang der 1990er Jahre bis 2007 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin tätig.
Seit seinem Abschied von der Volksbühne arbeitete Fritsch als Regisseur an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen wie dem neuen theater Halle, dem Theater Oberhausen, dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der Schaubühne am Lehniner Platz und dem Schauspiel Leipzig, der Volksbühne in Berlin, dem Bremer Theater, dem Thalia Theater in Hamburg oder dem Burgtheater sowie der Wiener Staatsoper.
Zu seinen wichtigsten Arbeiten als Regisseur und Bühnenbildner zählen „Die (s)panische Fliege“ von Arnold und Bach (Volksbühne 2011), „Murmel Murmel“ von Dieter Roth (Volksbühne 2012) und „Nora oder Ein Puppenhaus“ von Henrik Ibsen (Theater Oberhausen 2011). Zum Berliner Theatertreffen 2011 wurden mit „Nora“ und „Der Biberpelz“ von Gerhart Hauptmann (Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin) zwei Inszenierungen von Herbert Fritsch eingeladen. Seitdem nahm er bis 2017 jährlich am Theatertreffen teil.
Parallel arbeitete Fritsch als Medienkünstler. Er entwickelte beispielsweise eine Fototechnik zur dreidimensionalen analogen Verzerrung, die patentiert wurde, und zeigte mehrere Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz mit Fotoarbeiten und Computeranimationen. Außerdem begann er seine Arbeit mit Kunstfilmen bereits in den 1980er Jahren. Die Vernetzung der verschiedenen Künste und Medien in Fritschs Arbeiten wurden mit der Zeit immer deutlicher und verdichteten sich. Seit 2000 mündeten diese Bestrebungen im intermedialen Kunstprojekt „hamlet_X“. Dieses Projekt vereint fast alle Medien und Ausdrucksformen. Fritsch war in diesem Projekt Schauspieler, Film- und Theaterregisseur, Autor, Performer, Fotograf und Zeichner.
Herbert Fritsch ist seit 2019 Mitglied der Akademie der Künste Berlin.
Er lebt in Berlin.