Brandy Martínez

Brandy Martínez erhielt seine Ballettausbildung an der José María Heredia y Heredia Vocational School of Art in seiner Heimatstadt Santiago de Cuba sowie an der Acosta Danza Academy in Havanna. Darüber hinaus besuchte er Masterclasses und Workshops in Ballett, Contemporary Dance und Hip-Hop. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er 2022 Mitglied von Acosta Danza und tanzte in Balletten des Direktors Carlos Acosta wie Nutcracker, Carmen und Don Quijote Suite sowie in Choreografien von Rafaele Bonachela, Christopher Bruce, George Céspedes, Alexis Fernández (Maca), Javier de Frutos, Pontus Lidberg, Goyo Montero, Juliano Nunes, Justin Peck, Susana Pons, Raúl Reinoso und anderen. Gastspiele führten ihn unter anderem an das Royal Opera House und Sadler's Wells in London, an das Kennedy Center in Washington sowie nach Ungarn, Deutschland, Norwegen und Spanien. Bereits während seiner Ausbildung entwickelte Brandy Martínez eigene Choreografien. Zudem gibt er Workshops in Contemporary Technique und Cuban Contemporary Dance. Bei den OsterTanzTagen 2026 stellte er sich mit Acosta Danza an der Staatsoper Hannover vor. Seit der Spielzeit 2026/27 ist Brandy Martínez Mitglied des Staatsballetts Hannover.

Welche künstlerische Zusammenarbeit hat dich besonders geprägt?
Alle waren für mich besonders, alle haben auf die eine oder andere Weise Spuren bei mir hinterlassen. Jede Zusammenarbeit hat meinen Blick über meine eigene Wahrnehmung hinaus erweitert und mein künstlerisches Vokabular bereichert. Das ist für mich etwas Besonderes.

Hast du ein bestimmtes Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?
Ehrlich gesagt habe ich kein besonderes Ritual. Ich denke, dass der Moment an sich schon etwas Besonderes ist. Ich versuche, ruhig und klar zu sein – mehr nicht.

Welche Persönlichkeit der Tanzgeschichte würdest du gerne auf einen Kaffee treffen – und warum?
Ich würde weniger nach einer historischen Figur oder einem Namen suchen, der in die Tanzgeschichte eingegangen ist. Viel lieber würde ich diesen Kaffee mit Menschen trinken, die nicht professionell mit Tanz zu tun haben, sondern aus einem unmittelbaren Lebensbedürfnis heraus tanzen – einfach, weil sie es wirklich und selbstlos lieben. Ich mag die Vorstellung, mich mit Menschen auszutauschen, die Zeit und Energie in eine Form des Tanzes investieren, ohne einen offensichtlichen Nutzen daraus zu ziehen – aus reiner Liebe und Freude am Tanzen.

Welche Reaktion nach einer Vorstellung hat dich am meisten gefreut?
Wenn jemand aus dem Publikum nach der Vorstellung zu mir kommt und mir ein paar Worte sagt oder mir gratuliert, fühle ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind und muss nervös lächeln. Es macht mich glücklich zu wissen, dass jemand mit meiner Kunst in Verbindung tritt. Diese Momente bedeuten mir sehr viel.

Welche Musik hörst du, wenn du nicht arbeitest?
Ich höre eigentlich alle Arten von Musik, aber meistens sehr viel Hip-Hop und kubanische Musik.

Welche Rolle kann Tanz in unserer heutigen Zeit spielen?
In einer Welt, die so gespalten ist wie heute, ist Tanz für mich ein wesentlicher Weg, um wieder zu unserer Essenz zu finden und sie untereinander zu teilen. Weit davon entfernt, eine rein kontemplative Kunst zu sein, ist Tanz eine universelle und interaktive Sprache, die ideologische Grenzen überwindet und in einer zunehmend zerklüfteten Gesellschaft Verbindungen schafft. Tanz ermöglicht es uns heute, Realitäten sichtbar zu machen, Situationen jeder Größenordnung offenzulegen, Fragen und Gedanken anzustoßen, über Worte hinaus miteinander in Verbindung zu treten und Empathie zu schaffen. Tanz bewegt den Geist.