Jirí Kylián

Der tschechische Choreograf Jirí Kylián, geboren 1947 absolvierte seine tänzerische Ausbildung an der Ballettschule des Prager Nationalballetts sowie an der Royal Ballet School in London. Im Anschluss wechselte Kylian an das Stuttgarter Ballett unter der Leitung von John Cranko. Hier gab er 1970 sein choreografisches Debut mit der Choreografie Paradox für die Noverre Gesellschaft. Es folgten weitere Kreationen für das Nederlands Dans Theatre, wo er im Jahr 1978 die künstlerische Leitung für das Ensemble übernahm. Kylián etablierte am NDT eine weltweit einzigartige und preisgekrönte dreiteilige Compagniestruktur (NDT I, NDT II, NDT III). Besonders hervorzuheben ist die Gründung des NDT III, einer Compagnie für ältere Tänzer:innen ab 40. Nach außerordentlichen Verdiensten übergab Kylián 1999 die künstlerische Leitung, blieb der Tanzcompagnie jedoch bis Dezember 2009 als Hauschoreograf verbunden.

Jirí Kylián schuf an die 100 Werke, die weltweit aufgeführt werden. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter Officer of the Orange Order - Niederlande, Honorary Doctorate - Julliard School New York, drei Nijinsky Awards - Monte Carlo (bester Choreograf, beste Companie und beste Arbeit),Benoit de la Danse - Moskau und Berlin, Honorary Medal des Präsidenten der Tschechischen Republik, Kommandeur der Ehrenlegion Frankreich. Im Jahr 2008 wurde er mit einer der höchsten königlichen Auszeichnungen geehrt, der Medaille des Ordens für Kunst und Wissenschaft des Hauses Oranien, die ihm von Ihrer Majestät der Königin Beatrix aus den Niederlanden verliehen wurde. Kylián erhielt den Preis für sein Lebenswerk im Bereich Tanz und Theater vom tschechischen Kulturministerium in Prag. Im September 2017 wurde Kylián mit dem ehrenvollen Preis für sein Lebenswerk, dem Positano Premia La Danza Léonide Massine Award, ausgezeichnet. Im März 2019 wurde der Choreograf als Mitglied der Académie des Beaux Arts in Paris vereidigt. Diese höchst prestigeträchtige Anerkennung wurde durch die Entscheidung der Akademie ergänzt, ihre Satzungsbedingungen zu ändern und einen besonderen Sitz für Tanz hinzuzufügen.

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