Matthias Spitzbarth
© Simona Bednarek Matthias Spitzbarth begann im Alter von vier Jahren, Klavier zu spielen. Als Neunjähriger trat er in den Knabenchor Hannover ein und singt seither in namhaften Chören. Darüber hinaus spielt er Violoncello und Orgel und sammelte bereits in seiner Kindheit und Ju-gend Kompositions-, Orchester- und Aufnahmeerfahrung. So gerüstet für die Vogelper-spektive studierte er Musikübertragung an der Hochschule für Musik Detmold mit den Fächern Klavier und Gesang, besuchte während eines Auslandssemesters regelmäßig die Wiener Opernhäuser und fand als Diplom-Tonmeister sein erstes, fast 20 Jahre wäh-rendes Arbeitsverhältnis bei der schwedischen Plattenfirma BIS Records. Für BIS nahm er Musik von Dowland bis heute auf, editierte, mischte und masterte sie – auch in Surround-Sound. Zu den Glanzlichtern dieser Arbeit zählen – neben diversen Bach-Kantaten – die Aufnahme der Missa solemnis mit dem Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki, ein Copland-Album mit der Colorado Symphony unter Andrew Litton, Klarinettenkonzerte mit Martin Fröst aus Lahti, Göteborg und Sydney, Mahlers 1. und 10. Sinfonie mit dem Minnesota Orchestra unter Osmo Vänskä sowie CDs der Komponisten John Pickard, Lars Karlsson und Kalevi Aho. Zuletzt erschien Amidst The Shades, eine Trio-CD mit Ruby Hughes.
2020 begann Matthias Spitzbarth in Schweden ein Kirchenmusikstudium, das er später in Lüneburg abschloss. 2024 wechselte er schließlich in die Theaterwelt und an die Staatsoper seiner Heimatstadt Hannover. Ausschlaggebend war sein Wunsch, wieder live für ein Publikum zu wirken, nachdem die Studioarbeit zunehmend aufwändiger ge-worden war – und damit an jene unmittelbare Erfahrung anzuknüpfen, die er bereits bei seinen Auftritten mit dem Knabenchor gemacht hatte.
An der Staatsoper Hannover betreute er 2025 Barbora Horákovás Inszenierung der Greek Passion. Er verantwortete die Tondienste in Der Rosenkavalier, Lohengrin und Don Giovanni und setzt sich nach der tontechnisch anspruchsvollen Penthesilea mit der Deutschen Erstaufführung von Il Viaggio, Dante auch 2026/27 für das Werk Pascal Dusapins ein – wie bereits 2017 bei einer CD-Aufnahme in Nantes.