Ohad Naharin
© Ilya Melnikov Ohad Naharin, geboren im Kibbutz Misra, begann 1974 seine Tanzausbildung bei der Batsheva Dance Company und wurde schließlich ihr Mitglied. Er tanzte auf Einladung Martha Grahams in deren New Yorker Compagnie, es folgten Engagements bei der Bat-Dor Dance Company und in Maurice Béjarts Ballet du XXième Siècle. 1979 kehrte er nach New York zurück und debütierte mit einer Choreografie für das Kazuko Hirabayshi Studio. Zwischen 1980 und 1990 präsentierte er seine Werke u.a. in New York und kreierte zahlreiche Stücke für die Batsheva und Kibbutz Contemporary Dance Company sowie das Nederlands Dans Theater. Zugleich arbeitete er – zusammen mit seiner ersten Frau Mari Kajiwara, die ihm bis zu ihrem Tod 2001 eine wichtige künstlerische Partnerin war – in New York mit einer Gruppe von Tänzer:innen an verschiedenen Projekten.
Von 1990 bis 2018 war Ohad Naharin Künstlerischen Leiter der Batsheva Dance Company, der er nach wie vor als Hauschoreograf verbunden ist. Darüber hinaus präsentieren viele prominente Ensembles weltweit seine Werke, darunter das Ballet de l’Opéra de Paris, Ballet de l’Opéra de Lyon, Hubbard Street Dance Chicago, Alvin Ailey Dance Theater, Atlanta Ballet, Cedar Lake Contemporary Ballet New York, Les Grands Ballets Canadiens, Balé da Cidade de São Paulo, die Compañía Nacional de Danza, das NDT, Cullberg Ballet, Finnische Nationalballett, Königlich Dänische Ballett, Wiener Staatsballett oder Ballett am Rhein. Darüber hinaus ist Ohad Naharins Arbeit auch in zahlreichen Filmen festgehalten, darunter die umfangreiche Heymann Brothers’ Dokumentation Mr. Gaga (2015).
Mit „Gaga“ entwickelte Ohad Naharin eine innovative Bewegungssprache, die heute nicht nur die wichtigste Trainingsmethode der Batsheva-Tänzer:innen ist, sondern weltweit gelehrt wird.
Bereits seit Kindheitstagen auch musikalisch ausgebildet, ist das Zusammenwirken von Bewegung und Musik wesentlich für seine künstlerische Arbeit, die ihn immer wieder auch mit namhaften Musikern zusammenführt, darunter die israelische Rock-Gruppe The Tractor’s Revenge, Avi Balleli und Dan Makov, Ivri Lider und Grischa Lichtenberger. Unter dem Pseudonym Maxim Waratt komponierte er außerdem die Musik und Soundtracks zu zahlreichen Produktionen.
Unter den zahlreichen Auszeichnungen, mit denen Ohad Naharin geehrt wurde, sind der Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres (1998), Israel Prize for dance (2005), EMET Prize (2009), Samuel H. Scripps American Dance Festival Award for Lifetime Achievement (2009), die Carina Ari Medaille und der Israel Ministry of Culture Award for Lifetime Achievement (2016), der Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres (2023), der Yakir-Bezalel-Preis für einen herausragenden und einzigartigen Beitrag zur Förderung der kreativen Künste in Israel und weltweit (2025) sowie viele weitere Auszeichnungen. Ehrendoktorwürden wurden ihm vom Weizmann Institute of Science, der Hebrew University, der Juilliard School New York und der Ben Gurion University of the Negev verliehen.
Mit Venezuela zeigt das Staatsballett Hannover erstmals eine abendfüllende Produktion von Ohad Naharin in der Staatsoper Hannover.