Konzert

4. Sinfoniekonzert: Aeriality

Ein Ozean aus Klang

Anna Thorvaldsdottir (*1977)
Aeriality (2011)

Benjamin Britten (1913 – 1976)
Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 15

Witold Lutosławski (1913 – 1994)
Konzert für Orchester

Opernhaus


Einführung: 45 Minuten vor Beginn

ca. 1 Std. 40 Minuten, eine Pause

Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Termine und Karten

Inhalt

Orchestermusik ist wie ein Ozean aus Klang – man kann nicht alle Wassertropfen einzeln wahrnehmen. Aber wenn sie alle zusammenkommen, erschaffen sie das Meer. (Anna Thorvaldsdottir)

Ein spannendes Konzertprogramm hat Dirigent Baldur Brönnimann zusammengestellt, gefragter Gast am Pult großer Orchester und renommierter Interpret zeitgenössischer Werke. Die Musik der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdóttir entführt das Sinfonieorchester in faszinierende Klangwelten: Aeriality, 2011 uraufgeführt, steht zwischen zwei Polen, zwischen aerial und reality, zwischen luftigem Schweben und erdenschwerer Wirklichkeit. Durch Verdichtungen und Reibungen werden statische Flächen zu lebenden Organismen aus Tönen; im großen Klangstrom tauchen vertraute Harmonien und überraschende Geräusche auf und wieder unter.

Als junger, suchender Komponist schrieb Benjamin Britten 1939 sein Violinkonzert, wenige Jahre vor dem großen Durchbruch mit der Oper Peter Grimes. Die ersten Töne erinnern an den Anfang des berühmten Beethoven-Konzerts, und der Violinpart ist überaus anspruchsvoll. Doch statt des erwarteten jubelnden Finales schreibt er einen großen Klagegesang, als Echo des Spanischen Bürgerkriegs und Vorahnung des Weltkriegs. Die Solistin Carolin Widmann hat die großen klassischen Konzerte mit den weltweit führenden Orchestern gespielt und eigens für sie geschriebene Werke uraufgeführt. Zuletzt war die vielseitige Künstlerin Jury-Vorsitzende des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs 2021 in Hannover.

Ein raffiniertes Virtuosenstück für alle Orchestergruppen ist das Konzert für Orchester von Witold Lutosławski. Der polnische Komponist verarbeitete darin Anfang der 1950er Jahre folkloristische Motive und spielt lustvoll mit harmonisch gebundenen und ganz freien Klängen. „Mein Lieblingsinstrument ist das Orchester selbst“, bekannte er – und diese Liebe zum Instrument Orchester ist in jedem Takt zu hören.