Premiere 12.10.2025
ca. 1 Std. 10 Min., keine PauseWie viel Freiheit will der Mensch. Also wirklich. Hält er sie überhaupt aus? Vor fast 150 Jahren hat Fjodor Dostojewskij diese brisante Frage in seiner Erzählung vom „Großinquisitor“ gestellt. Spontan würden wir sagen: Freiheit ist das ...
Wie viel Freiheit will der Mensch. Also wirklich. Hält er sie überhaupt aus? Vor fast 150 Jahren hat Fjodor Dostojewskij diese brisante Frage in seiner Erzählung vom „Großinquisitor“ gestellt. Spontan würden wir sagen: Freiheit ist das höchste Gut, nach dem alle streben. Für ihre Memoiren wählte Angela Merkel als Titel ausgerechnet: „Freiheit“. „Freedom“ war der Wahlkampfsong von Kamala Harris bei der US-Wahl 2024 gegen Donald Trump; doch offenbar wog der Wunsch nach Freiheit weniger schwer als der Wunsch nach Führung und Autorität, nach dem vermeintlich starken Mann, der Orientierung und Sicherheit verspricht, auch um den Preis vieler Freiheiten. Und wenn wir tief in uns hineinhorchen: Überfordert uns die Freiheit nicht auch oft? Wäre es nicht angenehmer, jemand würde uns all das abnehmen?
Dostojewskij berichtet von Jesus, der zur Zeit der spanischen Inquisition auf die Erde zurückkehrt, vom katholischen Großinquisitor, der ihn einsperrt und verhört, und von einem brennenden Kuss. Ensemblemitglied Michael Lippold holt die Geschichte als teuflischen Monolog in den Ballhof.
Regie
Hans Dreher und Michael Lippold lernten sich 2005 am Schauspielhaus Bochum kennen, als Dreher Regieassistent war und mit dem „Traum eines lächerlichen Menschen“ seine erste Inszenierung vorlegte — ebenso nach einer Erzählung von Dostojewskij und ebenfalls als Solo mit Michael Lippold. Später eröffnete Dreher in Bochum das Rottstr 5 Theater, eine inzwischen legendäre Off-Spielstätte, die er zehn Jahre leitete. Dort entstand „Der Großinquisitor“, der zuletzt auch am Schauspielhaus Bochum zu sehen war. Von 2019 bis 2025 leitete Hans Dreher als Co-Intendant das Prinz Regent Theater in Bochum.
Übernahme vom Rottstr 5 Theater Bochum
Wie viel Freiheit will der Mensch. Also wirklich. Hält er sie überhaupt aus? Vor fast 150 Jahren hat Fjodor Dostojewskij diese brisante Frage in seiner Erzählung vom „Großinquisitor“ gestellt. Spontan würden wir sagen: Freiheit ist das ...
Wie viel Freiheit will der Mensch. Also wirklich. Hält er sie überhaupt aus? Vor fast 150 Jahren hat Fjodor Dostojewskij diese brisante Frage in seiner Erzählung vom „Großinquisitor“ gestellt. Spontan würden wir sagen: Freiheit ist das höchste Gut, nach dem alle streben. Für ihre Memoiren wählte Angela Merkel als Titel ausgerechnet: „Freiheit“. „Freedom“ war der Wahlkampfsong von Kamala Harris bei der US-Wahl 2024 gegen Donald Trump; doch offenbar wog der Wunsch nach Freiheit weniger schwer als der Wunsch nach Führung und Autorität, nach dem vermeintlich starken Mann, der Orientierung und Sicherheit verspricht, auch um den Preis vieler Freiheiten. Und wenn wir tief in uns hineinhorchen: Überfordert uns die Freiheit nicht auch oft? Wäre es nicht angenehmer, jemand würde uns all das abnehmen?
Dostojewskij berichtet von Jesus, der zur Zeit der spanischen Inquisition auf die Erde zurückkehrt, vom katholischen Großinquisitor, der ihn einsperrt und verhört, und von einem brennenden Kuss. Ensemblemitglied Michael Lippold holt die Geschichte als teuflischen Monolog in den Ballhof.
Regie
Hans Dreher und Michael Lippold lernten sich 2005 am Schauspielhaus Bochum kennen, als Dreher Regieassistent war und mit dem „Traum eines lächerlichen Menschen“ seine erste Inszenierung vorlegte — ebenso nach einer Erzählung von Dostojewskij und ebenfalls als Solo mit Michael Lippold. Später eröffnete Dreher in Bochum das Rottstr 5 Theater, eine inzwischen legendäre Off-Spielstätte, die er zehn Jahre leitete. Dort entstand „Der Großinquisitor“, der zuletzt auch am Schauspielhaus Bochum zu sehen war. Von 2019 bis 2025 leitete Hans Dreher als Co-Intendant das Prinz Regent Theater in Bochum.
Übernahme vom Rottstr 5 Theater Bochum
Termine und Tickets
Der Großinquisitor Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19:30 – 20:40 Uhr, Ballhof 2
- Inszenierung Hans Dreher
- Bühne und Kostüm Michael Lippold, Hans Dreher
- Licht Vincent Schulz
- Mit Michael Lippold
„Michael Lippold kommt mit Sonnenbrille und Grill auf die Bühne, brät sich ein Stück Fleisch, gönnt sich einen Drink und eine Zigarette nach der anderen. Er ist ein selbstgefälliger Conférencier, der die Bedeutung seines Poems mit Understatement bekräftigt. Der die Worte weg redet, um sie dem Publikum vor den Kopf zu stoßen. Die intellektuelle Verführungskraft von Dostojewskis Iwan bekommt bei Lippold Showmaster-Qualitäten. Er wird zu Christus, der im mittelalterlichen Spanien der Inquisition erscheint und Wunder wirkt. In Kutte, mit Kerze in der Hand, wird er zum teuflischen Großinquisitor unterm Deckmantel der Frömmigkeit. Die drei Versuchungen des Jesu in der Wüste verfasst er als Quizfragen. Michael Lippold tauscht Figuren und bleibt doch ein Erzähler, wechselt die Perspektiven und lässt doch immer den Verführer durchblitzen. Unterschwellig und unschuldig mit einem ,Tja‘ oder ,That's it‘. Dostojewski stand der römisch-katholischen Kirche, Materialismus und Rationalismus mehr als skeptisch gegenüber, formulierte sein Misstrauen im Iwan und in dessen Poem. Lippold spielt mit Skepsis, mit der Skepsis des Publikums, das mal einen Überzeugungstäter, mal einen blasierten Zyniker vor Augen hat. Eine Ein-Mann-Show zwischen Trugbild und Entlarvung, zwischen Entertainer und Liebe versicherndem Despoten, zwischen Grillmeister und Menschenverbrenner. Und einfach-gutes Schauspielertheater.“ Nachtkritik.de