Lesung und Gespräch
Mit: Anna Artwińska, Beata Halicka
Moderation: Erica Zingher
Kuration: Alexander Ostojski
Mit: Anna Artwińska, Beata Halicka
Moderation: Erica Zingher
Kuration: Alexander Ostojski
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, sie flohen oder wurden vertrieben. Damit endet die Erzählung hierzulande häufig. Das Sprechen über Schlesien wurde in der Bundesrepublik jahrzehntelang ...
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, sie flohen oder wurden vertrieben. Damit endet die Erzählung hierzulande häufig. Das Sprechen über Schlesien wurde in der Bundesrepublik jahrzehntelang von Vertriebenenverbänden bestimmt – häufig verbunden mit revisionistischen Besitzansprüchen. Für die Binnenvertriebenen existierte die Region einzig in einer idealisierten Vergangenheit. Der Zivilisationsbruch des Holocaust wie auch das Schicksal Polens unter deutscher Besatzung gerieten dabei in den Hintergrund, ebenso die schlesische Gegenwart nach dem Fortgang der Deutschen.
Doch durch ihren materiellen Nachlass blieben die Deutschen in den nunmehr zu Polen gehörendenden Regionen als Gespenster präsent. „Hier sollen wir leben, in diesen Wohnungen? Es ist, als ob man sich lebendig in ein Grab legen würde!“, klagt ein polnischer Siedler in seinen Memoiren. Gleichzeitig bot das Chaos in dem entvölkerten und in weiten Teilen verwüsteten Landstrich die Möglichkeit, etwas grundlegend Neues zu schaffen. So kam es auch zu einer zeitweiligen Renaissance polnisch-jüdischen Lebens. Wie gelang den Siedler*innen die Einrichtung eines neuen Lebens in einer fremden Umgebung? Und woran scheitere das jüdische Autonomieprojekt im Polen der Nachkriegszeit?
Am polnischen Unabhängigkeitstag diskutieren die Slawistin Anna Artwińska und die Kulturhistorikerin Beata Halicka mit der Journalistin Erica Zingher jenseits nationaler Meistererzählungen über die wechselvolle Geschichte von Niedersachsens Partnerregion Niederschlesien (Dolny Śląsk) und über die Gegenwart deutsch-polnisch-jüdischer Beziehungen.
Anna Artwińska ist seit Oktober 2022 Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien an der Universität Leipzig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen slawisch-jüdische Literaturen, Familienromane und Generationskonzepte sowie Repräsentationen der Schoah. Sie ist Projektleiterin des deutsch-israelischen Graduiertenkollegs „Belongings. Jewish Material Culture in Twentieth-Century Europe and Beyond“.
Beata Halicka ist seit 2018 Professorin für Zeitgeschichte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Zwangsmigrationen, Nationalismus, die deutsch-polnischen Beziehungen, Identitätskonstruktionen in Grenzgebieten sowie Erinnerungskultur und -politik. 2016 wurde ihr Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraumes 1945-1948“ mit dem Identitas-Preis für das beste historische Buch in Polen ausgezeichnet.
Erica Zingher ist freie Journalistin, Podcasterin und Moderatorin. Sie schreibt u.a. für FAZ, WELT und die Jüdische Allgemeine über Antisemitismus, jüdisches Leben, postsowjetische Migration sowie Osteuropa und Israel. Sie ist Kolumnistin bei der taz und hostet den Podcast „Was jetzt?“ von DIE ZEIT.
Doch durch ihren materiellen Nachlass blieben die Deutschen in den nunmehr zu Polen gehörendenden Regionen als Gespenster präsent. „Hier sollen wir leben, in diesen Wohnungen? Es ist, als ob man sich lebendig in ein Grab legen würde!“, klagt ein polnischer Siedler in seinen Memoiren. Gleichzeitig bot das Chaos in dem entvölkerten und in weiten Teilen verwüsteten Landstrich die Möglichkeit, etwas grundlegend Neues zu schaffen. So kam es auch zu einer zeitweiligen Renaissance polnisch-jüdischen Lebens. Wie gelang den Siedler*innen die Einrichtung eines neuen Lebens in einer fremden Umgebung? Und woran scheitere das jüdische Autonomieprojekt im Polen der Nachkriegszeit?
Am polnischen Unabhängigkeitstag diskutieren die Slawistin Anna Artwińska und die Kulturhistorikerin Beata Halicka mit der Journalistin Erica Zingher jenseits nationaler Meistererzählungen über die wechselvolle Geschichte von Niedersachsens Partnerregion Niederschlesien (Dolny Śląsk) und über die Gegenwart deutsch-polnisch-jüdischer Beziehungen.
Anna Artwińska ist seit Oktober 2022 Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien an der Universität Leipzig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen slawisch-jüdische Literaturen, Familienromane und Generationskonzepte sowie Repräsentationen der Schoah. Sie ist Projektleiterin des deutsch-israelischen Graduiertenkollegs „Belongings. Jewish Material Culture in Twentieth-Century Europe and Beyond“.
Beata Halicka ist seit 2018 Professorin für Zeitgeschichte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Zwangsmigrationen, Nationalismus, die deutsch-polnischen Beziehungen, Identitätskonstruktionen in Grenzgebieten sowie Erinnerungskultur und -politik. 2016 wurde ihr Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraumes 1945-1948“ mit dem Identitas-Preis für das beste historische Buch in Polen ausgezeichnet.
Erica Zingher ist freie Journalistin, Podcasterin und Moderatorin. Sie schreibt u.a. für FAZ, WELT und die Jüdische Allgemeine über Antisemitismus, jüdisches Leben, postsowjetische Migration sowie Osteuropa und Israel. Sie ist Kolumnistin bei der taz und hostet den Podcast „Was jetzt?“ von DIE ZEIT.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, sie flohen oder wurden vertrieben. Damit endet die Erzählung hierzulande häufig. Das Sprechen über Schlesien wurde in der Bundesrepublik jahrzehntelang ...
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, sie flohen oder wurden vertrieben. Damit endet die Erzählung hierzulande häufig. Das Sprechen über Schlesien wurde in der Bundesrepublik jahrzehntelang von Vertriebenenverbänden bestimmt – häufig verbunden mit revisionistischen Besitzansprüchen. Für die Binnenvertriebenen existierte die Region einzig in einer idealisierten Vergangenheit. Der Zivilisationsbruch des Holocaust wie auch das Schicksal Polens unter deutscher Besatzung gerieten dabei in den Hintergrund, ebenso die schlesische Gegenwart nach dem Fortgang der Deutschen.
Doch durch ihren materiellen Nachlass blieben die Deutschen in den nunmehr zu Polen gehörendenden Regionen als Gespenster präsent. „Hier sollen wir leben, in diesen Wohnungen? Es ist, als ob man sich lebendig in ein Grab legen würde!“, klagt ein polnischer Siedler in seinen Memoiren. Gleichzeitig bot das Chaos in dem entvölkerten und in weiten Teilen verwüsteten Landstrich die Möglichkeit, etwas grundlegend Neues zu schaffen. So kam es auch zu einer zeitweiligen Renaissance polnisch-jüdischen Lebens. Wie gelang den Siedler*innen die Einrichtung eines neuen Lebens in einer fremden Umgebung? Und woran scheitere das jüdische Autonomieprojekt im Polen der Nachkriegszeit?
Am polnischen Unabhängigkeitstag diskutieren die Slawistin Anna Artwińska und die Kulturhistorikerin Beata Halicka mit der Journalistin Erica Zingher jenseits nationaler Meistererzählungen über die wechselvolle Geschichte von Niedersachsens Partnerregion Niederschlesien (Dolny Śląsk) und über die Gegenwart deutsch-polnisch-jüdischer Beziehungen.
Anna Artwińska ist seit Oktober 2022 Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien an der Universität Leipzig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen slawisch-jüdische Literaturen, Familienromane und Generationskonzepte sowie Repräsentationen der Schoah. Sie ist Projektleiterin des deutsch-israelischen Graduiertenkollegs „Belongings. Jewish Material Culture in Twentieth-Century Europe and Beyond“.
Beata Halicka ist seit 2018 Professorin für Zeitgeschichte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Zwangsmigrationen, Nationalismus, die deutsch-polnischen Beziehungen, Identitätskonstruktionen in Grenzgebieten sowie Erinnerungskultur und -politik. 2016 wurde ihr Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraumes 1945-1948“ mit dem Identitas-Preis für das beste historische Buch in Polen ausgezeichnet.
Erica Zingher ist freie Journalistin, Podcasterin und Moderatorin. Sie schreibt u.a. für FAZ, WELT und die Jüdische Allgemeine über Antisemitismus, jüdisches Leben, postsowjetische Migration sowie Osteuropa und Israel. Sie ist Kolumnistin bei der taz und hostet den Podcast „Was jetzt?“ von DIE ZEIT.
Doch durch ihren materiellen Nachlass blieben die Deutschen in den nunmehr zu Polen gehörendenden Regionen als Gespenster präsent. „Hier sollen wir leben, in diesen Wohnungen? Es ist, als ob man sich lebendig in ein Grab legen würde!“, klagt ein polnischer Siedler in seinen Memoiren. Gleichzeitig bot das Chaos in dem entvölkerten und in weiten Teilen verwüsteten Landstrich die Möglichkeit, etwas grundlegend Neues zu schaffen. So kam es auch zu einer zeitweiligen Renaissance polnisch-jüdischen Lebens. Wie gelang den Siedler*innen die Einrichtung eines neuen Lebens in einer fremden Umgebung? Und woran scheitere das jüdische Autonomieprojekt im Polen der Nachkriegszeit?
Am polnischen Unabhängigkeitstag diskutieren die Slawistin Anna Artwińska und die Kulturhistorikerin Beata Halicka mit der Journalistin Erica Zingher jenseits nationaler Meistererzählungen über die wechselvolle Geschichte von Niedersachsens Partnerregion Niederschlesien (Dolny Śląsk) und über die Gegenwart deutsch-polnisch-jüdischer Beziehungen.
Anna Artwińska ist seit Oktober 2022 Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft und Kulturstudien an der Universität Leipzig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen slawisch-jüdische Literaturen, Familienromane und Generationskonzepte sowie Repräsentationen der Schoah. Sie ist Projektleiterin des deutsch-israelischen Graduiertenkollegs „Belongings. Jewish Material Culture in Twentieth-Century Europe and Beyond“.
Beata Halicka ist seit 2018 Professorin für Zeitgeschichte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Zwangsmigrationen, Nationalismus, die deutsch-polnischen Beziehungen, Identitätskonstruktionen in Grenzgebieten sowie Erinnerungskultur und -politik. 2016 wurde ihr Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraumes 1945-1948“ mit dem Identitas-Preis für das beste historische Buch in Polen ausgezeichnet.
Erica Zingher ist freie Journalistin, Podcasterin und Moderatorin. Sie schreibt u.a. für FAZ, WELT und die Jüdische Allgemeine über Antisemitismus, jüdisches Leben, postsowjetische Migration sowie Osteuropa und Israel. Sie ist Kolumnistin bei der taz und hostet den Podcast „Was jetzt?“ von DIE ZEIT.
Termine und Tickets
2026
© Universität Leipzig, Christian Hüller
Anna Artwinska
© Marcin Kluczek
Beata Halicka
© Lisa Jura
Erica Zingher