Einstellung des Museumsbetriebs

 

Nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat der Niedersächsischen Staatstheater GmbH und den zuständigen Ministerien werden alle Vorstellungen und Sonderprogramme an allen Spielstätten bis einschließlich 11.04.2021 abgesagt. Damit soll weiterhin ein Beitrag zur Eindämmung von Covid-19 geleistet werden.

 

Wir bedauern die Absage sehr, hoffen aber damit einen Beitrag zu leisten, die weitere Verbreitung des Virus aufzuhalten oder zu verlangsamen. Wir freuen uns darauf, Sie hoffentlich bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

 

 

 


 

 

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?“ Thomas Mann

 

 

Liebes Publikum!

 

Vor uns liegt ein alter Stoffkoffer. Er ist rot-schwarz gemustert, schon etwas gebraucht, gezeichnet von seinen Erlebnissen. Auf dem Koffer liegt ein Brief, adressiert ist er an das Theatermuseum Hannover:

 

„Hier nun der Koffer mit Material, evtl. für Ihr Museum. Ich hoffe Sie können etwas damit anfangen. Der Koffer enthält Dokumente und Fotos einer Schauspielerfamilie. Die Familienmitglieder waren an verschiedenen Theatern engagiert. Hauptsächlich sind es Dokumente von Frau Titkary-Lipski und ihrem Sohn Hans Hintze. Ich habe die Sachen ‚geerbt’ von einer alten Dame, die ich betreut habe ein paar Jahre. Sie hieß Vilma Schiefelbein, geb. 1909, verstorben 2007. Sie war nicht Schauspielerin und Tochter des Schauspielers Hans Hintze. Er war sehr talentiert wie Sie sehen können. Seine Mutter war die ebenso erfolgreiche Antonie (Toni) Titkary. Seine Tochter, die Schauspielerin Marcella (Ella) Titkary war auch an verschiedenen Theatern tätig. Ferner war eine Tochter Vilma Titkary. Sie hat nach ihrer Heirat nicht mehr gearbeitet. Viele Verwandte und Vorfahren waren auch Schauspieler. Dies alles schreibe ich Ihnen, um Ihnen einen ‚roten Faden’ zu geben. Hans Hintze war auch Rundfunksprecher in Breslau und vieles andere mehr. Ich hoffe, dass Sie einiges verwenden können. Interessant sind sicher die Programmankündigungen. Die Ahnendokumente lege ich nur bei wegen einer Klarstellung der Familiengeschichte. Bitte vernichten Sie, was nicht gebraucht wird. Es wäre nett, wenn ich eine kleine Nachricht von Ihnen bekäme. Mit freundlichem Gruß E. H.“

 

Wir öffnen den Koffer …

 

In diesen so unwirklichen Tagen haben wir die Zeit genutzt und sind hinabgestiegen in den „Brunnen der Vergangenheit“, um Gegenstände ans Licht zu holen, die die Geschichte des Theaters auf ganz ungewöhnliche Weise erzählen können. Ab dem 11. Oktober 2020 zeigen wir Ihnen unter dem Titel Spurensuche. Vom Befragen der Dinge diese Objekte – von denen über hundert jetzt zum ersten Mal ausgestellt sind.

 

Ab dieser Spielzeit haben für Sie im Theatermuseum einen neuen Bereich eingerichtet, der Sie ab sofort über das aktuelle Geschehen im Haus informieren wird: Trailer von abgelaufenen und aktuellen Produktionen aus Schauspiel, Oper und Ballett sind abrufbar – ebenso wie die jüngst entstanden Kurzfilme während der Pandemie. Außerdem liegen für Sie Programmhefte und Pressespiegel aus, die Sie auch ohne Museumsbesuch kostenlos einsehen können. Sinnlich bereichern werden wir diesen neuen Ort mit Kostümen, Figurinen und Bühnenbildmodellen. In loser Folge werden wir die Präsentation immer wieder erneuern und Ihnen so einen aktuellen Blick auf die Arbeiten im Haus ermöglichen.

 

Auch wir wollen für Sie den Museumsbetrieb weiterhin problemlos ermöglichen. Daher halten wir uns zu Ihrem und unserem Schutz an die aktuellen Hygienebestimmungen. Derzeit gilt für den Ausstellungsbesuch die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wie auch unsere Mitarbeiter*innen. Außerdem bitten wir Sie, auf einen Abstand von 1,50 m zu achten. Bitte berühren Sie nicht die Vitrinen und Objekte. Mitnahmetexte sind nur für den einmaligen Gebrauch gedacht. Zur Zeit können wir Ihnen in der Ausstellung keine Kopfhörer anbieten, auch ist die Benutzung von ausliegenden Programmheften, Flyern usw. eingeschränkt. Auch die Garderobe ist geschlossen. Es besteht eine Zugangsbeschränkung für die Toilettenräume. Plexiglasscheiben im Kassenbereich, Desinfektionsmöglichkeit am Eingang und in den WCs, regelmäßige Reinigung sollen Sie und uns außerdem schützen.

 

Jetzt neu: Wir bieten Ihnen Einzelführungen durch unsere Sonderausstellung an! Auch außerhalb unserer Öffnungszeiten. Rufen Sie uns an: 0511 99992040.

 

Damit bei einem möglichen Verdachtsfall die Nachverfolgung der Infektionskette sichergestellt werden kann, sind wir als Veranstalter verpflichtet, eine Besucher*innenliste zu führen. Das schreibt die Niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 25. Mai 2020 vor. Aus diesem Grund müssen wir Sie bitten, beim Eintritt Ihren Namen, Ihre Anschrift, Ihre E-Mailadresse und Ihre Telefonnummer zu hinterlegen.

 

Wir freuen uns auf ein glückliches Wiedersehen mit Ihnen und grüßen Sie ganz herzlich aus der Prinzenstraße

 

Dr. Carsten Niemann und Jutta Rawer und das Team der Ehrenamtlichen: Christa Huber, Ingrid Karallus, Vera Knobloch, Rudolf Linder, Ingrid Parenica, Michael Rieke, Jens Schmidt, Claudia Siegmund und Hans Simmon