Ich glaube, dass es total wichtig ist und ich glaube aber auch, dass unser Publikum lernen muss, glaube ich wirklich, dass wir auch nicht wissen, wie es geht, das was wir da spielen so genommen wird, als wäre es jetzt die Weisheit oder das, was ich sage, so muss es sein. Das ja völliger Blödsinn. Ich habe ja auf viele sehr komplizierte Fragen natürlich nicht die Antwort. Der Rest ist Schweigen, der Theaterpodcast vom Schauspiel Hannover. Herzlich willkommen. Der Rest ist Schweigen, unser neuer Theaterpodcast vom Schauspiel Hannover. Ich bin Vasco, Vasco Boenisch, der Intendant vom Schauspiel Hannover und bei mir ist Johanna Bantzer. Herzlich willkommen Johanna, schön, dass du da bist. Hallo. Ja, ich freue mich hier zu sehen. Wir möchten mit diesem Podcast nach und nach erstmal unser Ensemble vorstellen und ähm wir fangen einfach mal, das machen wir bei allen so, mit einem kleinen Steckbrief an. Vollständiger Name Johanna Maria Banter. Pronomen Sie ihr. Geburtsort Zürich. Alter, 46. Und seit wann bist du hier im Ensemble? Das ist eine trickige Frage jetzt bei dir. Ich weiß tricky. Ich bin das erste Mal im Ensemble 2010 gewesen und dann bis 2019. Dann war ich 3 Jahre weg und bin jetzt habe ich Quatsch erzählt, ne? Doch 22 wieder zurückgekommen. Mhm. Lieblingsspeise und Lieblingsgetränk? Wenn meine Kinder mich das fragen, dann sage ich immer, ich will diese Frage nicht beantworten, weil ich so viel Essen gerne mag und so viele Getränke gerne mag. Ähm, also was ich nicht mag, kann ich das sagen, ich mag keine Ausand z.B. und ich mag nicht zugezuckerte Limonade. Okay. Machst du Limonade selbst oder wenn ich Zeit habe. Okay. Deine erste Schallplatte. Ich glaube, bei dir war es auch noch eine Schallplatte. Ja, weiß ich. Sandra. Und welche von Sandra? Das weiß ich nicht. Okay. Ah, doch. Ich weiß genau, wie das Bild aussah, aber ich weiß leider nicht mehr, wie das Lied hieß. Nein, weiß ich nicht. Okay, ich muss gestehen, ich hatte auch manche Sandra Schalplatten, aber es war nicht die erste. Aber es geht ja heute um dich. Erstes Live Konzert Michael Jackson. Okay. Ja. Ach so. We listen, we don't judge. Ja, genau. Welches Buch liegt gerade auf deinem Nach? So, aber ich meine gut Live Konzert war natürlich wahrscheinlich von meinem Onkel, aber das ist ja was anderes. Da kommen wir gleich drauf. Da kommen wir sofort drauf. Also Live Konzerte habe ich natürlich als Kind viele erlebt, aber also so ein Popkonzert. Genau. Popkonzert Michael Jackson. Und welches Buch liest du gerade? Äh ein interessantes, das heißt Freiheitsschock von Kowalschuk. Es geht um die den Mauerfall. Ah, ich habe den neulich äh genau, ich habe eine Buchpräsentation davon gesehen und das Buch mir gekauft beim Buchladen Rilke in Neubrandenburg. So, das ist jetzt nur eher geringe Werbung für die Menschen, die uns hier in Hannover und Niedersachsen hören. Genau. Ja. Ähm, du hast eben kurz schon Onkel und Privatkonzert und so gesagt. Ähm, was war denn der Auslöser, dass du Schauspielerin werden wolltest oder zum Theater? Ich könnte jetzt fragen, wie viel Kultur gibt's in deiner Familie? Ich weiß natürlich, dass das ein bisschen vorbelastet ist, aber war das auch der Grund, warum es zum Theater ging? Wie kam es dazu? Ja, das ähm wird man natürlich oft gefragt. Ich hatte so ein O-OF Ding. Also ich glaube, erstmal war für mich Theater einfach Kindheit und Zuhause tatsächlich, weil meine Eltern ja beide Schauspieler sind und ich wirklich aus einer überaus künstlerischen Familie komme, was ja auch Dinge bedeuten kann. Magst du kurz sagen, wie deine Eltern heißen? Mein Vater ist Christoph und meine Mutter ist Annarie Kusta. Genau. Ähm und ich habe deshalb als Kind, ich hab, also wir waren eigentlich als Kinder nicht oft im Theater. Ich glaube, meine Eltern wollten das nicht, aber ich war von unseren Geschwistern die, die immer wollte. Also, ich hatte wirklich Phasen, wo ich immer nach der Schule ins Theater gefahren bin und mich auf Proben gesetzt habe und so. Und das war aber so ganz kindlich, das war jetzt gar nicht so, also mir für mich war das nicht oh mega geil oder so, sondern einfach nur so sitzen. Das war in Zürich damals, sowohl als auch. Ja, also in Zürich haben wir das erste Mal so Proben erlebt, glaube ich, und in Hamburg später äh, also ich bin die ganze Schulzeit in Hamburg gewesen und da gab es auch eben so eine Phase, wo ich immer so ins Theater gepilgert bin oder auch mitgespielt habe dann. bei WCK als Kind und dann gab es aber eine Phase, wo ich damit gar nichts zu tun haben wollte, weil natürlich alle, ich war auf einer Waldlaufschule und natürlich alle immer gesagt haben, Johanna Vinpielin und dann habe ich wirklich einige Jahre gehabt, wo ich das sehr vehement gesagt habe, dass ich das sicher nicht machen werde. Und hast du das war das auch wirklich deine Meinung oder hast du es vor allem gesagt, um da so ein erstmal Schutz oder eine so Blockade aufzubauen? Also hattest du ein Alternativ ehrlich ein Alternativwunsch zu der Zeit? Ne, glaub nicht. Also Wunsch, in Wunsch war es eh überhaupt nie. Ich hatte auch nicht so eine Träumerei deswegen so. Aber ich muss vielleicht erzählen, dass ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meiner Großmutter auch hatte, die Malerin war und auch mein Großvater, das waren beides bildende Künstler in und ähm ich glaube durch dieses diese Bindung mit meiner Großmutter gab es immer dieses Ding von malen, wollen und ich habe dann auch ähm in meiner Schulzeit, was ich im Nachhinein komischerweise auch ungewöhnlich finde, ehrlich gesagt, bin ich ich glaube zwei oder dreimal die Woche abends in eine Bildkunstakademie gegangen und habe richtig so so richtig so mal also so Aktzeichnen und Farbe und Form und so solche Kurse belegt mit weiß nicht wie alt ich da war 14 15 so und das war irgendwie sowas ganz tolles für mich und ich glaube und dann hat mein Vater mich da oft manchmal abgeholt, wir haben so geredet und ich hatte da das Gefühl, dass ich äh meinem Vater hätte das gefallen, wenn ich Malerin geworden wäre. Also, meine Familie hat immer da, glaube ich, so hin und her überlegt und ähm und ich habe aber irgendwann gemerkt, dass ich dieses bei dem Malen das allerschlimmste finde, wenn Leute sich das angucken, was ich mache. Also für mich war das malen viel zu privat. Ich wollte für mich war die Vorstellung, dass das irgendwas mit einem Beruf zu tun haben soll, ganz ganz schrecklich. Und dann habe ich das, glaube ich, für mich dann beschlossen, dass das sich da nicht ist und äh habe dann so ein Umweg gesucht und habe behauptet, ich werde Kostümbildnerin. Und das habe ich ja dann auch gemacht eine Weile. Ich habe erst am Talia als Kostüm Hospitantin gearbeitet und dann in Zürich, das hatte Gründe, weil meine Eltern sich getrennt hatten. Und in Zürich war es dann so, äh, da war die erste Produktion, die ich gemacht habe als Hospitantin, war Beno Bessor Johanna, der Schlachthöf mit seiner gesamten Familie natürlich, einem fantastischen äh Kostümbildner, dem Ezio Tufoluti. Ja, das war großartig. Da war ich 19 in Zürich und habe solche Leute erlebt. Und dann wurde da am Schauspielhaus Zürich eine ähm Assistentin krank. die hatte eine ernsthafte Krankheit und dann wurde ich gefragt, ob ich es einspringen kann. Dann habe ich als 19-Jährige schon als Assistentin gearbeitet, mehr Geld verdient als in meinem ersten Engagement, muss ich dazu sagen. Und ähm weil das erste Engagement vielleicht in Deutschland wieder war und auch in der Schweiz. Okay. Ich fand es immer lustig. Na ja, auf jeden Fall habe ich da glaube ich, ich weiß gar nicht mehr zwei oder drei Produktionen gemacht, wo ich auch Anja Herden übrigens kennengelernt habe, die auch jetzt in Hannover Mosson ist. Anja und ich kennen uns, als ich sie angezogen habe sozusagen. Ja. oder werde ich sie dann, wenn sie hier zu Gast ist, dann fragen? Ja, genau. Ähm und da habe ich aber irgendwann gemerkt, ich war sehr eine beliebte Assistentin auf den Proben. Ich habe denen immer alles gebracht, was sie brauchten. Und ich habe aber gemerkt, ich war nicht so beliebt in der Schneiderei, weil es war mir manchmal wirklich wurscht. Also, wenn ich da habe ich so ein bisschen rausgefunden, okay, vielleicht interessiert es dich doch nicht so sehr, ob der Rock grün oder blau ist. Ist Mode für dich heute wichtig? Ja, Mode weiß ich nicht, aber ich finde Kleidung als Ausdrucksmittel schön. Also ich mag, wenn wenn man sich ausdrücken darf mit Kleidung oder ich mag es bei anderen eigentlich vor allem. Beschreib mir, was du heute anhast und hast du dir da was bei gedacht heute beim Griff in den Kleiderschrank? Ich bin heute wieder so wahnsinnig früh aufgestanden. Also heute wollte ich, weil ich wusste es ein langer Tag wollte ich eine bequeme Jeans anhaben. Die Schuhe musste ich wechseln, weil ich war mit dem Hund im Wald. sind so bisschen schon gejuste Aprikot oder lachsfarbene so Lederriemensand. Nee, dealen sind es nicht. Doch, ich glaube schon. Na ja, jedenfalls luftig. Luftig und eine ausgewaschen schwarze Jeans. Genau. Und diesen Pulli, der ist so schwarz. Den habe ich in Berlin gekauft. Der hat so Doddeln so Wollpulli, aber mit kurzen Ärmeln. Mit kurzen Ärmeln. Aber den mag ich, wenn ich so ein stressigen Tag habe. Der ist so weich. Okay. Mhm. So und dann aber doch irgendwann Schauspielschule. Genau. Ich habe dann Wie war das Vorsprechen? Wo war das? In München und ich es wusste niemand. Ich habe das heimlich gemacht, das erste Vorsprechen an der Falkenberg und ähm habe dann nach der nach der er nach dem ersten Durchlauf einer Telefonzelle noch, so alt bin ich schon, hab ich mich mit Münzen oder mit Karte Münzen und habe meine Eltern angerufen, hab gesagt, jetzt ratet mal, wo ich bin. Das war ein King Moment, habe ich natürlich sehr ausgekostet, gebe ich zu. Moment, jetzt habe ich es gerade nicht richtig verstanden. Das war nach der ersten oder nach der zweiten Runde? der ersten Runde und da hat man dich schon genommen oder das war da noch mit Zittern weit? Nee, da war ich weitergekommen, hab gesagt, ich habe gerade die erste Runde gemacht und meine Eltern so hä was soll das? Also es war sehr gut. Es hat mir richtig Spaß gemacht. Äh in München bin ich dann nicht weitergekommen in der nächsten Runde. Das war irgendwie, also es hat ich ich erzähle es immer so. natürlich auch nur die halbe Wahrheit wahrscheinlich, aber bei der ersten Runde ging fing es bei A, also A bis Z und da war ich mit Banzer natürlich schnell dran. Bei der zweiten Runde fing es mit Z an und ich weiß, dass diese Stunden in diesem Raum mit diesen Menschen, die sich da bewerben, das hat mich absolut maximal gekillt. Wie viele sind das? Wie muss man sich das vorstellen? Ich weiß nicht mehr wie viele. Also, ich meine bei der zweiten ist ja schon ganz viel weg, ne? Ah, ich weiß auch nicht, das werden paar hundert sein. Keine Ahnung. Also, ich meine in der zweiten Runde noch, na ja, die das wird ja mehrere Tage gemacht, ne? Also, das schaffen die gar nicht an einem Tag. Ich werde wahrscheinlich in dem Raum mit 40, 50 Leuten gewesen sein, aber da waren halt so ganz versierte dabei, weißt du? Ich meine, es war jetzt nicht so, dass ich das Theater nicht kennen würde, aber es waren halt so so welche dabei, die sagen: "Ja, ich mache das jetzt hier zu 50. Hallo. Ich war mal so äh mich hat es wahnsinnig eingeschöchtert oder ich dachte so, ich glaube, ich will damit vielleicht gar nichts zu tun haben auch. Mhm. Und dann hat's mir auch nicht besonders Spaß gemacht. Mhm. Weil du dich ausgesetzt, ausgestellt gefühlt hast oder weil es so auf Knopfdruck paar Minuten und dann möglichst viel präsentieren, was man eigentlich erst lernen möchte oder? Ja, ich also ich muss sagen, ich war auch später nach meiner Ausbildung keine besonders gute Vorsprecherin, weil dieser also also ich weiß nicht, ich musste zum Glück lange nicht mehr vorsprechen, aber dieser Moment ist für mich so völlig absurd. Also ist für mich etwas, was mir es gibt ja Leute, die das wahnsinnig gut können, finde ich mega. Aber bei mir ist immer so ein bisschen, dass ich irgendwann merke, die die mir zuschauen, die interessieren sich ja gar nicht für das, was ich sage. Es ist ihnen völlig egal, was ich sage. Sie gucken nur, wie ich das mache. Und das fängt mich so schnell an zu langweilen. Also, das weiß ich, dass es mir damals schon kling, dass du dass man so auf eine auf eine falsche Spur kommt, ne, beim Spielen und sich so selbst beobachtet und ich fahre einfach, ich habe so gemerkt, ich stehe die ganze Zeit neben mir, war einfach war mache ja irgendwas für euch, den Clown. So, weißt du noch, was du vorgesprochen hast? Kennt man das heute noch? Äh ja, ich Und hast du vor allem hast geändert nach München? warst du dann offensichtlich noch woanders? Genau. Ich war dann in Zürich und da bin ich dann auch zur Schule gegangen. Ja. Ja. In München. Das war aber ist auch bisschen langweilig, aber es war ein bisschen merkwürdig auch. Man wurde da angerufen nach der ersten Runde. Ich überlege gerade, ich habe irgend ich glaube ich habe Viola gemacht von was ihr wollt. Shakespeare. Ja. Und habe ich sogar, ich glaube ich habe sogar Johanna der Schlachtschiffe gemacht, weil ich das so gut kannte. Mhm. Ja, alsocht. Ja, weiß nicht mehr. Ah, Molly Sini habe ich glaube ich noch gemalt. Oh, hilf mir. Das kannst du nicht kennen. Das ist zu lange her. Das ist ähm lustig, weil das jetzt, weil ich jetzt bei den Proben jetzt ähm da so oft dran denken musste. Das ist das hatte mein Vater gemacht mit dem Yoshi Oda mit so Regisseur, der ganz lange her und Moliswini ist ein Text über eine erblindete Frau. Also ist die ja toller Monolog. Wir erklären kurz, es haben gerade die Proben begonnen für einen musikalischen Abend, der heißt Mit anderen Augen, wo es ums sehen und nicht sehen geht. Kommen wir vielleicht gleich noch drauf. Mhm. Ähm, wenn man mit Schauspielerin spricht, dann ist manchmal die Schauspielschulzeit somit die beste Zeit des äh Lebens bisher gewesen und manchmal aber auch aus bestimmten Gründen furchtbar. Wie erinnerst du deine Schauspielschulzeit? Also, nachdem was ich gerade alles erzählt habe, ich war extrem froh, dass ich äh die Möglichkeit gehabt habe, vorher so ein Betrieb mal von der anderen Seite zu sehen und auch nicht als Tochter von Schauspielerin. Ich war wirklich froh während dem ähm Studium, dass ich nicht alles glauben musste, was mir gesagt wurde. Inwiefern? Erklär mal. Na ja, ich konnte das alles so zuhören, was mir dabei gebracht wurde und konnte dann sagen, will ich, will ich nicht. Ich habe das, also es haben ja auch äh Kolleginnen, die später den ich später wieder begegnet bin aus meiner Klasse gesagt, dass sie das im Nachhinein auch bei mir dann so, also mir das gespiegelt, ne, dass sie gedacht hab, komisch, warum weiß Johanna, was sie will und was sie nicht will? Was ich erwer hab mit einer sehr tollen Kollegin zusammengewohnt, die war sehr früh angenommen worden, war sehr jung und die ist auch relativ schnell aus dem Beruf wieder raus, ne? Weil man ja oft dann auch etwas lernt oder gar so völlig überrascht ist von dieser Realität und das ist natürlich etwas, ich habe das immer wahnsinnig beneidet bei anderen, diese Naivität, den Beruf gegenüber, die ich nie hatte. Ich wollte das immer haben, aber im Nachhinein denke ich mir mal, also z.B. Als ich fertig war mit der Schauspielschule gegen quasi die Karriere meiner Mutter, ich glaube, es kann man schon sagen, wurde die richtig schwierig, so ne. Also für mich war ähm so etwas wie Erfolg haben immer nice to have, aber nicht wirklich ein Ansporn oder ne? Also, also es, es ist natürlich toll Erfolg ist toll, wenn man sich ähm vielleicht mehr Wahlmöglichkeiten hat, würde ich mal sagen, aber es war ja nicht wirklich das, was mich an den Beruf interessiert. Ich glaube, sonst wäre ich zu angreifbar gewesen. So. Und warum wolltest du eine Zeit lang diese Naivität haben? Ja, ich glaube, ich hatte schon während der Schauspielschule, es hat einer meiner Lehrer ziemlich toll beschrieben, dass er das Gefühl, ich habe so eine wie so eine Zensur auch manchmal dadurch, ne, dadurch, dass ich viel zu viel gesehen und nicht selber erlebt hatte, ähm hatte ich wie so eine äußere Schicht. Ich glaube, das passiert oft, wenn man dass du zu sehr dich dir selbst zuschaust oder die Sachen zu viel im Vorfeld reflektierst und hinterfragst. Ja, eher so, glaube ich, oder kennen sie auch, ne? sich zensieren und dieses, also ich kann es vielleicht mit sowas wie meiner Geburt z.B. beschreiben. Ich habe beim Geburtsvorbereitungskurs hat uns diese Hebarme wirklich so bescheuert, die hat uns ein Video von der Geburt gezeigt, wo ich dachte, es ist die dümmste Idee, die ich mir vorstellen kann, weil man sieht es und denkt, sieht scheiße aus, ich will damit nichts zu tun haben. Und beim Spielen ist es ja auch so ein bisschen so, wenn du wenn du dann nur von außen drauf guckst, kriegst du so eine Meinung, wie man spielt. oder wie man es auch machen will. Aber das ist unter Umständen was völlig anderes als es selber zu tun, würde ich jetzt behaupten. Und wiederum dieser eigenständige Kopf, der kann ja nicht erst in dem Moment sich entwickelt haben, als auf die Schauspielschule kamst. Der ist doch sicherlich in der Kindheit und Jugend und durch Familie und Freundschaften geprägt worden, oder? Wie denkst du? Ja, war da eine Person besonders wichtig in deinem Leben? eine Person, die mich geprägt hat, meinst du in der Hinsicht? H, ich weiß gar nicht, ob das Ja, ich würde glaube ich denken, es waren mehrere, also oder ja schon, ne? Weiß ich nicht genau. Du meinst ein Vorbild eher so, ne? Eher menschlich, so dass man sagt, ah, das war eine Person, mit der habe ich mich oft unterhalten oder viele Sichtweisen, Eigenschaften habe ich übernommen. Muss ja nicht, also Mhm. Also, ich hatte zu vielen auch Familienmitgliedern glaube ich enge Verhältnisse, aber auch ne ich könnte ich jetzt so nicht beantworten, glaube ich. Äh ich ich hatte auch meine damalige sehr sehr Ängste Freundin war Marie Paul, die Tochter von Klaus Pol, auch etablierten Schauspieler und Autor. Ja, mittlerweile auch Autor. Ja. Also, ich glaube tatsächlich die Urlaube mit Familie Pol, die haben mich wahrscheinlich schon auch geprägt. Ich habe sehr viel Urlaube mit der Familie verbracht. Äh und da war ich immer der Gegenpol. Also Sandra Weigel, die Mutter von Marie, hat immer gesagt: "Ja, die Johanna soll mitkommen, die ist so ruhig." Also, ich war dann immer in diesen Künstlerkreisen war ich immer ruhig. Also ich war nicht der Freak, das war ich wirklich nie, weil ich glaube ich immer so so ausbalanciert habe. So, das hat mich glaube ich sehr geprägt. Okay. Wie müssten jetzt rechnen, wie viel Jahre bist du jetzt im Beruf schon? Ähm, ich sage immer 20 Jahre. Ich glaube, es stimmt. Entweder 19 oder 20 Jahre. Mhm. Warte mal, was haben wir denn jetzt? Nee, sogar ein äh warte mal, ich bin 99. Ich war entweder 3 und äh 2003 oder 2004 fertig. Das weiß ich mal nicht so genau. Glaub 2003 sogar. Da bin ich ja schon 22. Was von dem was du dir damals vielleicht erhofft hast oder auch wie das Theater damals war, als du angefangen hast, hat sich eingelöst und was nicht? Ich habe das Glück gehabt. Ich ähm als ich studiert habe, ich war da im dritten Jahr, da war in Zürich Christoph und sollte gegangen werden. Ich weiß nicht mehr genau, wie war das als Intendant vom Schauspiel aus Zürich? Genau. Ich weiß gar nicht mehr ganz genau, wie das politisch war. Ich kann mich nicht ganz erinnern. Auf jeden Fall war das eine Zeit, wo in Zürich alle auf die Straße gegangen sind für Theater. Da war richtte richtig ein paar Wochen die Erde so. Und wir warten das Glück auf der Schauspielschule zu sein während der Zeit und das fing dann so an mit so noch die alten Nokia Handys, aber so Demo morgen um so und so viel vor dem das nicht Landtag, ich weiß nicht mal wie das hießt da an der an der Limatter, also irgendwelche politischen Aktionen und das war für uns damals halt so mega, wo man so dachte, ah, Theater ist ja wichtig, ne? So dies und das äh war irgendwie ein Glück, das zu erleben, weil die alle auf die Barrikaden gegangen sind und Christoph Mat wieder zurückgekommen ist m oder verlängert wurde. Ähm ja, und das ist so ein bisschen, glaube ich, schon, dass das, was man man, wenn man so am Theater arbeitet, man zweifelt ja schon oft, also ähm ist es jetzt wirklich wichtig, das zu tun oder bin ich es ne, also ich zweifel nicht daran, dass es wichtig ist, aber diese Bestätigung zu haben von es es erreicht immer wieder jemand etwas oder die Reflexion ist wird gesehen und gebraucht oder sowas. Das würde ich mir schon wünschen oder das ist der Grund, warum ich tue. Und du meinst, es hat sich verändert auch gesamtgesellschaftlich. Na, ich finde ich finde im Moment das schon krass bedrohlich oder das ist aber auch ja auch nicht das erste Mal in der Geschichte so ne, dass man das Gefühl hat ähm dass man sagt, okay, wir geben Geld für Waffen aus und nehmen sie der, ich will gar nicht sagen der Kunst weg, sondern eher diesen Räumen weg, die die uns die Möglichkeit geben, Dinge zu reflektieren. ist ja eine komische Parallelität, die eigentlich überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Also wirklich nicht nachvollziehbar. Es wird ja so immer so getan, als müsste man das verstehen, weil man sagt, ja, jetzt müssen wir viel Geld ausgeben, jetzt müssen wir sparen. Aber wenn man sich jetzt mal die Welt anguckt, wie sie ist, also was du in deiner Rede so schön gesagt hast, neulich, also diese Empathiefähigkeit zu Wir müssen kurz erklären, Rede zur Begrüßung der neuen Spielzeit aller Mitarbeitenden. Ja. Ja. Ich glaube, dass das halt, also da bin ich 100% deiner Meinung, weil ich denke genau in Zeiten, wo es komplizierter wird, müssen wir viel mehr viel mehr, dass wir wieder finden oder in diesen Austausch gehen. Und ich glaube, ich glaube schon, dass diese Räume seit einigen Jahren aus verschiedenen vielen Gründen total bedroht sind. Also, das hat natürlich mit Corona ist es uns allen bisschen klar geworden, was das heißt. Ähm oder was es auch heißt in Zeiten von sozialen Medien äh Räume zu durchmischen. Also, wie sehr wir angefangen haben aus den einen Bubbles meinst du? Ja. Ja, genau. Das ist ja das Schöne an Kulturveranstaltung eigentlich, ne, dass man sagt, ich gehe da nicht in, also natürlich ist das auch eine Mega Bubble, ist ja völlig logisch, aber wenn ich jetzt z.B. die Möglichkeit hab, dein einen Austausch zu gehen oder vielleicht eben nicht mich nur politisch zu positionieren, wenn ich etwas mir anschaue, sondern ich gehe vielleicht auf dem Konzert und da ist nicht eben jemand neben mir, der vielleicht nicht die gleichen Ansichten hat wie ich. Das ist ja, finde ich, gerade in Zeiten, wo es ein bisschen komplizierter wird, politisch, kulturell, finanziell, wirtschaftlich, whatever, können wir gerade alles bieten. Ähm, dann stelle ich mir halt wirklich die Frage, wer hat gesagt, dass es das jetzt nicht braucht? Mhm. Das kann ich wirklich nicht verstehen. Also ähm weil ich gerade das Gefühl habe in der in der Form, wie wir heute gerade Begriffe wirklich neu definieren müssen und zwar nicht, weil wir bescheuert sind oder weil es gerade irgendwie total cool ist, Begriffe neu zu klären, sondern weil es halt wirklich wackelt. Wenn man das jetzt mal irgendwie bitte bemerken kann, gibt es Dinge wie ein Wort wie Demokratie, das einfach bedroht ist. oder eine Definition von Dingen auch von Arbeit. Ich ich beschäftige mich ja viel mit dem Thema Arbeit, aber auch das sind alles Begriffe, wo man doch merkt, dass die Generation oder die das aufeinandertreffen von Strömung keine Ahnung da ganz laut danach schreit. Wir müssen da bitte drüber reden. Und wie können wir das konkret mit Theateraufführung machen? Wie können wir uns daran beteiligen? Also was ich gelernt habe auch in in wir haben eine Zeit lang, also da als ich in Berlin war, haben wir es total viel mit, also habe ich weiß nicht, ob es Zufall war, was oder es war die Zeit wahrscheinlich war das Thema Klimawandel total präsent in den Produktionen, die ich gemacht habe, ein Thema, was heute äh nicht mehr so interessant ist anscheinend. Ähm da haben wir mit mehreren Wissenschaftlerinnen zusammengearbeitet. Du warst in der Zeit mit seiner Berliner Volksbühne zwischendurch. Genau. Ähm z.B. habe ich mit Alexander Eisen nach einer Produktion gemacht, wo Antibzius dabei war. Dies ist ähm die hat diese Expedition auf der Polarstern ähm mitgeleitet, wenn ich mich nicht irre. Fantastische Klimaforscherin und die hat uns damals so plastisch erklärt, dass sie gesagt hat, uns Wissenschaftlerin gehen jetzt die Möglichkeiten aus, wir brauchen euer Sprachrohr, ne? Also, die hat gesagt, mit wissenschaftlichen Fakten alleine kommen wir dem, was wir jetzt tun müssen, nicht bei. Und ich glaube, dass sie total recht hat. Ich glaube ähm, dass wir Menschen irgendwie ins Fühlen kommen müssen, um Dinge verändern zu können. Und ich glaube, dass es einfacher ist, sich an eine Biografie anzulehnen, an menschliche Schicksale. Ist glaube ich einfacher, das in einem Buch oder in einem Film oder in einem Theaterstück zu durchs Leben, weil man es anders spürt. Also, das ist ja wissenschaftlich auch erwiesen, ne? Aber ähm ich glaube, dass es total wichtig ist und ich glaube aber auch, dass unser Publikum lernen muss, glaube ich wirklich, dass wir auch nicht wissen, wie es geht. Also, ich habe das öfter in Stücken erlebt, dass das, was wir da spielen, so genommen wird, als wäre es jetzt die Weisheit oder das, was ich sage, so muss es sein. Das ja völliger Blödsinn. Ich habe ja auf viele sehr komplizierte Fragen natürlich nicht die Antwort, aber ich kann ja nur Räume zur Verfügung stellen, wo wir diesen Antworten gemeinsam vielleicht näher kommen. Und ich glaube, dass das sehr viel wichtiger ist als vor ein paar Jahren, aber dass es sehr viel bedrohter gleichzeitig ist und das ist eigentlich Quatsch. Ich habe dich ja kennengelernt als Zuschauer in der Inseniung Die Ärztin hier in Hannover vor wenigen Jahren. Ähm, das ist ein Stück, wo viele diskursive gesellschaftpolitische Themen innerhalb einer Handlung diskutiert werden. Ähm, ich weiß, dass du dich und du hast es eben ein bisschen angedeutet, weil du sagtest, du beschäftigst dich viel mit Arbeit, dass du dich ähm ja, kann man sagen, privat auch privat äh politisch engagierst, nämlich im Verein Bühnenmütter. Kannst du kurz erklären, was ihr da macht und warum dir das wichtig ist? Ja, ich bin da so ein bisschen, ich habe ähm mal eine Produktion gemacht, die eine Coproduktion war zwischen Oper und Schauspiel und da habe ich Verena Usemann kennengelernt und Verina Usemann ist eine der Gründerinnen von diesem Verein und die hatte mir damals erzählt, dass die eine Pilotstudie machen, wo sie ähm Künstler in Interviewt haben, wie das so ist mit Vereinbarkeit. Also die Bühnenmütter setzen sich ein für bühnenschaffende Mütter, was auch schon ein Thema ist, über das man sehr viel reden müsste jetzt. Ähm, also wir wurden sehr oft gefragt, warum wir Bühnenmütter und nicht Bühneneltern heißen. Das äh erkläre ich gerne, weil die Frage total berechtigt ist, aber der Verein Bühnen ähm ist ein Verein für alle Sparten, also Ballett, Opa, ähm Schauspiel, aber auch eben alle Bühnenschaffenden, die nicht auf der Bühne stehen. Das ist ein bisschen ein großer Kreis und ein sehr diverser Kreis und man muss halt eben trotzdem ein Stück weit verteidigen wir eben doch auch, also ich mache inzwischen den Unterschied zwischen ähm Mutterschaft und Mutter sein ein bisschen. Mhm. Weil ich sage, die Mutterschaft ist wirklich auch eine körperliche Angelegenheit. Also 9 Monate schwanger sein oder stillend sein hat einfach körperliche Umstände, die es mit sich bringt und die sind, wenn man auf einer Bühne tanzt oder singt oder als Schauspielerin ist fast noch das kleinste Thema, ehrlich gesagt. Aber die haben natürlich eine Relevanz in unserem Job, die man einfach nicht wegreden kann. Mhm. Von daher haben wir diesen Begriff Mutter verteidigt, was aber nicht heißt, dass nicht alle möglichen, also dass der Begriff Mutter nicht divers angefüllt werden kann oder vor allem der Begriff Familie. Also, wir machen oft in so Workshops oder so machen wir so Tests, dass wir sagen, denk mal weg, Vater, Mutter, Kind, Familie kann sehr, sehr viel mehr sein als das, ne? Das müssen wir ja lernen oder Mutter kann vielleicht auch mehr sein, aber trotzdem gibt's halt einen Körper, der Gebärt. Das kann man einfach, das kann man nicht wegren und ihr versucht herauszufinden, wie sowohl diese Faktoren im Arbeitsalltag berücksichtigt werden können, als auch eben Vereinbarkeit von Familie und Beruf, diese eher familienfeindlichen Arbeitszeiten am Theater mit morgens, abends, Wochenende. Klar, weil wir eben abends proben, abends spielen für ein Publikum, das zu genau diesen Zeiten eben kommen möchte. Genau. Also ich ich will jetzt das Fenster nicht zu weit aufmachen. Ich würde ich würde sagen, jeder, den das interessiert oder die das interessiert, soll sich gerne äh erkundigen auf der Webseite Bühnmütter. Das findet man auch. Es gibt auch eine digitale Konferenz, die man äh jeden ersten Montag im Monat besuchen kann. Man kann ein Newsletter abonnieren. Es gibt wirklich, also der Verein ist extrem gewachsen. Ähm, wir haben ja auch mit diesem Haus und mit anderen Modellhäusern eine ganz tolle Förderung bekommen, äh was sich nennt Culture Care, äh wo wir eben einen Maßnahmenkatalog, den wir äh vor zwei Jahren entwickelt haben, quasi experimhaft an Häusern ausprobieren können, um den dann vielleicht irgendwann zur Verfügung stellen zu können, um äh ja, um Familienvereinbarkeit an Häusern zu implementieren. Ich persönlich, also was man immer wissen muss, dass auch das ein demokratischer Haufen ist, sage ich mal. Und von wir sind zwar ein großer Vorstand von Frauen, aber da hat natürlich jede von uns auch unterschiedliche Schwerpunkte. Mein Schwerpunkt ist eben vielleicht nicht mit allen gleich, die dort sind, was ja super ist. Ähm, aber ich bin ja auch zu den Bühnen mitn gegangen, weil ich immer ich äh auch für die Freiheit kämpfen will, ne? Also ich bin eben eigentlich die in dem Bunde, die immer sagt, ich will es nicht reglementieren. Also, ich will eben auch wirklich sagen, ich bin ja nicht nur eine Schauspielerin mit zwei Kindern, sondern ich bin auch ein Kind von zwei Schauspielern. Sehr schön. Und ich bin da durchaus auch bisschen von terrible, dass ich ähm die Freiräume auch schützen möchte, die es hat. Ich sag immer, ich, wenn ich in der Behörde hätte arbeiten wollen, dann würde ich in einer Behörde arbeiten und ich will das nicht. Also, ich finde, es ist total schwierig und auch gar nicht so einfach für unser für unser Berufsfeld Theater gute Lösungen zu finden, die fair sind. Das ist wirklich eine schwierige Aufgabe, aber ich finde, wir müssen die versuchen gut miteinander zu tun, aber ich finde, es muss eben auch Leute geben, die für die freien Räume kämpfen. Wie ist es eigentlich für deine eigenen Kinder, dich auf der Bühne zu sehen? Die haben das früher gehasst. Also meine Tochter sehr empathisch, sehr lustig, mein Sohn auch, aber die waren gar nicht gerne im Theater. Ich habe das aber auch überhaupt nicht gefördert oder so. Jetzt machen sie es gerne, aber es Wie alt sind Sie jetzt? Mein Sohn ist 17 und meine Tochter ist 15. Die mögen das voll, aber also meine Tochter kommt jetzt sehr gerne. Mein Sohn muss ich immer noch überreden. Es wird er nicht lieben, wenn ich das sage, aber es ist so. Ähm, also ich muss vielleicht, ich habe ja noch so ein so ein privates Nebenfeld, nämlich einen Hof in Mcklenburg Vorpommern, ähm wo wir auch mit Theaterleuten sind und seit wir diesen Ruf haben, lieben meine Kinder Theater auf einer ganz anderen Ebene. Es ist ganz schön für mich und meine Familie gewesen, weil wir immer die Hütte voll haben im Sommer mit Theaterleuten und dadurch war für meine Kinder, glaube ich, zum ersten Mal verstehbar, dass das irgendwie ein netter Haufen ist, mit dem ich da immer so abhänge, weil früher war Theater immer so der Ort, der die Mama weggenommen hat. Mhm. Und der so quasi eine Konkurrenzveranstaltung zu Oh, jetzt bin ich schon wieder weg. Und durch diesen Hof ist das hat sich das ein bisschen zusammengeschoben und meine Kinder konnten zu so engen Kolleginen, mit denen ich einfach viel teile eigene Beziehung aufbauen. Das hat den das war gut für uns als Familie. Ich denke ja auch manchmal gerade, wenn Menschen bisher noch nicht oder selten oder nur mit der Schule vielleicht vor x Jahren mal im Theater waren, also gerade schon noch jüngere Menschen, die einfach denken, das ist überhaupt nichts für sie, nicht ihre Welt, dass ich mir immer wünschen würde, sie würden die Menschen, mit denen wir eben unserem Alltag zusammenarbeiten, die Künstlerin insbesondere kennenlernen und merken, dass das einfach, ich sag's das mal ein bisschen plum ganz coole witzige mitten in aktuellen Leben stehende kreative Menschen sind und nicht irgendwelche verstaubten äh vergeistigten, überintellektuellen Elfenbeinturm Menschen, sondern äh ja, dass es einfach eine ganz ganz vitaler Haufen ist und dass das, was wir im Theater machen, möglichst genauso sein sollte und nicht abgekapselt und hermetisch und äh sondern offen. Na ja, wo lernst denn du eigentlich Text und wie? Das hat sich ein bisschen Ah, das ist eine gute Frage. Ich bin darin schlechter geworden im Text lernen. Früher war ich da besser. Ich lerne inzwischen, also früher konnte ich super gut bei mir zu Hause einfach im Wohnzimmer Text lernen. Das kann ich jetzt nicht mehr so gut, weil äh obwohl die Kinder älter sind. Ja, absolut richtig. Aber es ist wirklich, ich habe ja wirklich Ker, da ist mein Kerhirn kaputt auch. Also, dass ich dann immer auf dem Sofa sitze, denke, scheiße, ich muss noch die Wäsche machen oder ach, wieso habe ich jetzt eigentlich die Wand nicht gestrichen, ne? Ich habe so zu viele Fragen in meinem Kopf. Ähm, ich glaube, was Interessant ist beim Textline ist die Tageszeit. Da habe ich ein paar Jahre für gebraucht, um mir einfach einzugestehen, dass ich es nachts einfach nicht so gut kann. Es gibt, also mein Vater z.B. hat immer Nachtstext gelernt, wenn alle im Bett waren, sich hingesetzt Text, das ist was ich gar nicht gar nicht kann. Ich kann morgens ganz viel Neues aufnehmen, aber abends ist bei mir einfach Ende. Hast du heute, wir sind am Vormittag, werden wir dieses Gespräch aufzeichnen, heute schon vorher Text gelernt? Nee, aber ich mache jetzt auch eine musikalische Produktion und ich schummel ein bisschen. Das mache ich übrigens wirklich manchmal. Also bei, wenn ich so ganz schnell Text lernen muss, habe ich mir angewöhnt, das auf dem Kopfhörer zu nehmen. Das du sprichst es dir selber einmal ein und dann manchmal mache ich das ja, also wenn es wirklich schnell gehen muss. Ich hatte z.B. an der Volksbühne eine auch so eine musikalische Produktion, da musste ich 40 Minuten Text auswendig lernen und nur Zahlen und Fakten über den Klimawandel. Das war der absolute Horror. Ich habe es am Ende auch nicht ganz geschafft, ehrlich gesagt. Ich hatte dann immer so Notfldinger und da bin ich, glaube ich, wirklich ein Monat immer nur durch die Gegend gelaufen und hab es immer wieder gehört und mitgeredet und so. Ja, du machst jetzt eine musikalische Produktion mit anderen Augen, heißt sie. Ähm, bist du musikalischer Mensch? Ja, ich bin ein sehr musikalischer Mensch, glaube ich, aber ich bin keine Musikerin. Bist du eine Sängerin? Ja, auch nicht so richtig. Also, ich habe glaube ich sehr viel Musik mitbekommen und bin aber in nicht so richtig gut, also, ne? Aber ich kann z.B. sehr gut mehrstimmig singen, ich kann auch sehr gut den Rhythmus finden, aber ich würde mich nicht wirklich ich, also ich bin nicht wirklich gut in Musik, aber ich liebe sie sehr und mir kann man wirklich nichts besseres machen, als jetzt nach den Sommerferien in so ein Bandraum jeden Tag zu gehen. Das ist für mich die absolute Entspannung. Was macht ihr denn dann da? Also gestern, also wir haben jetzt morgens immer ein bisschen szisch geprobt. Also wir lernen ja ein Stück, was es schon gibt, ist natürlich anders als wenn wir es jetzt neu entwickeln würden. Und jetzt haben wir uns vormittags eher so inhaltlich dem Stück genährt oder der Frageblindheit, was schon finde ich ein eine wunderbare Beschäftigung ist. Und abends haben wir jetzt eher so nur musikalisch geprobt, dann so im Kreis gesetzen mit die Musiker in spielen verschiedene Instrumente und wir singen und gestern mussten auch meine Schauspielkollegin Instrumente spielen, was sehr bezaubert. Ja, das gehört nämlich bei dem Abend dazu. Das sind acht Menschen auf der Bühne, vier Musiker innen, vier Schauspieler innen, aber alle machen auch ab und zu alles. Ja, ich Torsten sagt immer jetzt, ich glaube ich heute oder morgen ja genau müssen wir lernen auf den Gläsern zu spielen. Das wird glaube ich die größte Herausforderung aber es wird sehr schön klingen. Ich kann es versprechen. Ähm ich frage jetzt einfach mal deine Stimme. War die schon immer so? Nein, ich habe irgendwann mal einen Abend gemacht mit Klementenzinknecht. Mit dem hatte ich als Anfängerin an meinem ersten Engagement Basel schon eine Produktion gemacht und der hat wirklich aus Spaß und ohne, dass es jemand wusste, einfach auf den Knopf gedrückt und eine Aufnahme angemacht und alle waren und genau als ich jetzt mit ihm 15 Jahre später wieder gearbeitet habe, war das muss dazu sagen und alle so was ist das denn? Das ist ja schön. Und mir liefen wirklich die Tränen runter, ehrlich gesagt, weil das war ich mit 20. Es war eine Aufnahme von unserer ersten gemeinsamen Arbeit und ich hatte wirklich eine andere Stimme und ich bin so krass erschrocken. Es war sehr schön, aber es war ein Sopan, ein heller, hoher Sopran und ich war wirklich so, weil weil man sich selber nicht hört. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe, glaube ich, zu viel Rock and Roll gemacht und jetzt auch im übertragenen Sinne, nicht nur musikalischen. Eher musikalischen. Okay, ich also also klar, ich habe schon auch Nee, aber ich glaube, es war wirklich ich habe glaub wirklich also ich muss dazu ich habe auch einen angeborenen Fehler an der Stimme. Also ich habe wirklich eine Fehlstellung, aber ist jetzt nicht so interessant. Also ich hatte ganz tolle Stimmbildung bei einem Mönch in Hannover. einem Mönch. Ja, das war großartig. Aber äh der hat so gregorianische Gesänge gelehrt hier irgendwo. Ich weiß nicht, was sein Namen le. Der hat versucht mir beizubringen, dass ich meine Stimmenwänder gleichzeitig bewegen, aber es war mir manchmal zu abstrakt morgen acht. Ich musste da immer so morgens vor der Probe hin. Ich habe das dann irgendwann abgebrochen, weil ich aber ich müsste da vielleicht wieder hin. Hast du bestimmte Träume an das Theater im Hinblick darauf an deinen Beruf? Also, ich will jetzt nicht nur sagen, die und die Rolle würde ich gerne noch mal spielen, aber ja, so Wünsche an deine nächsten Berufsjahre. Mich zieht's irgendwie immer so ein bisschen gerade weg aus. Ich würde am liebsten außerhalb von Deutschland mal arbeiten, aber ich glaube, das ist unrealistisch. Ähm, da bin ich ja so so Warum würdest du das gerne und warum ist es unrealistisch? Na ja, also ich f es natürlich gut, die letzten Jahre, das habe ich dir aber glaube ich eh schon mal erzählt, aber die letzten Jahre, wenn ich so daran denke, was mich am meisten geprägt hat in meinen Arbeitsjahren, waren das eigentlich immer Begegnungen mit Leuten aus anderen Theater Welten, also weil diese Berührung mich immer so interessiert hat und äh ich habe einmal nur eine Produktion in Oslo machen dürfen, wo das irgendwie voll okay war, dass wir Deutsch gesprochen haben auf der Bühne. Aber sonst ist natürlich aus habe ich natürlich diese Sprachbarriere. Ich kann in keiner anderen Sprache Theater spielen, leider. Ähm, aber ich merke, das ist das einzige, was mich so zieht, so äh ja, ich weiß nicht genau, warum, aber es ich glaube, ich war zu wenig auf Reisen. Ich habe glaube ich immer zu viel gearbeitet. M ich mich habe ein bisschen fern weh. Dann muss ich mir das jetzt merken, dass wir versuchen in nächsten Jahren dich auch mal mit anderen Theaterweltschaffenden zusammenzubringen. Wichtig. Hast du Lust auf noch eine persönliche Frage? Ich habe ähm es gibt ja diese legendären Fragebögen von Marcel Prost. Mhm. berühmten franzischen Schriftsteller. Und ich habe so ein paar äh Fragen rausgesucht. Wenn du magst, kannst du mal eine ziehen und wenn du magst, sie auch beantworten. Schau mal hier. Wir haben jetzt hier so ein paar Karten. Ich nehme diese. Was ist deine Lieblingsbeschäftigung? Oh, ich habe ja vorhin schon gesagt, mit diesem Lieblings bin ich immer so zickig. Verstehe ich. Sollen wir eine neue Frage nehmen? Na ja, ich kann es vielleicht trotzdem beantworten. Ich habe ja kurz meinen Hof in Mcklenburg Vorpommern erwähnt. Ich war da jetzt gerade 6 Wochen oder ähm und ich glaube schon, wenn ich sage, also ich weiß nicht, ob Lieblings das gleiche ist wie äh wie dass es mir gut tut, aber was mir gut tut oder je älter ich werde, desto lieber bin ich alleine in der Natur. Es ist leider die Wahrheit, aber ja, da frage ich eigentlich gar nicht. Ich guck mal nach, was Bru darauf geantwortet hat. Das sind nämlich auch interessante Antworten, die er selber gegeben hat. ähm lesen, Träumen, Gedichte, Geschichte, Theater. Das hat er 1887 geantwortet und hat er denselben Fragebogen ein paar Jahre später noch mal ausgefüllt und da war die Antwort lieben. Süß. Oh, das ist schön. Das hätte ich auch gerne gesagt. Perfekte Überleitung zu den zwei Schlussfragen. Wir haben ein neues Motto jetzt hier am Schauspiel Hannover. Liebe will riskiert werden. Was assoziierst du damit? Ja, ich musste darüber ja schon nachdenken. Ich habe diese äh Frage nach dem letzten Risiko, was ich eingegangen bin, immer noch nicht beantwortet, weil sie mich total aufregt. Das ist wiederum kurz zur Erklärung eine Frage, die wir allen Osorm Mitgliedern gestellt haben. ^pIch glaube für die Website, für die Biografie. Was war die erste Liebe und was war das letzte Risiko? Okay, die Frage magst du nicht. Nein, weil ich, wenn ich darüber nachdenke immer total an die Grenzen komme und nichts zu sagen habe, weil ich so viele Risiken eingehe. Also, ich frage mich wirklich, welcher Mensch kein Risiko eingeht. Ich kann diese Frage nicht umdrehen. Weißt du was ich meine? Also ich, also für es es ist ein Risiko Tomaten zu pflanzen, weil man sich drum kümmern muss. Es ist ein Risiko Kinder zu machen, Liebe zu machen. Also, weißt du, ich meine, also wenn ich oder jede Art von Verantwortung ist ein Riesenrisiko. Eine Konzeptionsprobe ist ein Riesenrisiko. Also so ne, das ist ja immer ein in Verbindung treten ist immer ein Risiko und deshalb ist die Liste so lang, dass ich so denke, also wie wie könnte ich es umdrehen, wie könnte ich kein Risiko eingehen und Liebe will riskiert werden, das finde ich sehr schön. Ich glaube äh das ist wahrscheinlich das wichtigste Wort zur Zeit. Klingt bisschen kitschig, aber es ist, man muss darüber glaube ich nachdenken, weil äh Liebe ja eigentlich nur Hingabe und Hinwendung bedeuten sollte auch. Und ich glaube, das hat die Welt gerade ein bisschen nötig, wenn du oder vervollständige bitte diesen Satz: "Ich will ein Theater." Ähm, das vielfältig alles von der Welt spiegeln darf, was im Moment los ist. Liebe Johanna, vielen Dank für dieses Gespräch und wir schauen mal, welche von diesen Wünschen wir uns hier gemeinsam in unserer Zeit erfüllen können. Ich bin sehr, sehr froh, dass du im geblieben bist. Ich freue mich auch hier zu sehen. Danke, Johanna. Ciao. Danke. Zeig mir die anderen Fragen. Darf ich? Ja, [Musik] das ist auch lesen.