von De Warme Winkel frei nach William Shakespeare
Mehrsprachig (Deutschkenntnisse genügen zum Verständnis)
Altersempfehlung: ab 18 Jahren
Koproduktion mit De Warme Winkel
Premiere 27.02.2026
ca. 1 Std., 20 Min., keine PauseWorum es geht
Fragt man einen KI-Bot, welches Werk den absoluten Höhepunkt der westlichen Theatergeschichte darstellt, lautet die Antwort: „Hamlet“. Nicht überraschend, denn das Drama über den inneren Konflikt eines jungen Prinzen, der vom Geist seines ...
Worum es geht
Fragt man einen KI-Bot, welches Werk den absoluten Höhepunkt der westlichen Theatergeschichte darstellt, lautet die Antwort: „Hamlet“. Nicht überraschend, denn das Drama über den inneren Konflikt eines jungen Prinzen, der vom Geist seines Vaters aufgefordert wird, Vergeltung an dessen Mörder zu üben, hat Generationen begeistert, verstört und fasziniert. William Shakespeare vereint darin die großen Themen der Menschheit: Liebe, Rache, Tod und Wahnsinn. Kann das Stück „Hamlet“ damit als unangefochtene Krönung menschlicher Schaffenskraft gelten? Oder hat dieses Vermächtnis inzwischen eine neue Instanz: die Künstliche Intelligenz, die zunehmend auch in den Bereich der Kreativität vordringt?
Wie „Hamlet“ einst an der Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance stand, so befinden wir uns heute am Übergang in ein digitales Zeitalter. Die Furcht vor der Übernahme durch Maschinen ist groß — angefacht von Milliardenunternehmen, deren „Anführer“ längst als Schlüsselfiguren dieser Entwicklung gelten. Doch sind nicht auch diese Herrschenden Produkte der menschlichen Spezies, die trotz moralischer Werte seit jeher die Welt, Tiere und einander ausbeutet? Könnte eine KI, eine unbestechliche, korrigierende Instanz, vielleicht sogar die Rettung bringen?
In Zusammenarbeit mit dem Ensemble in Hannover nähert sich die niederländische Theaterkompanie De Warme Winkel diesen Fragen mit spielerischer Leichtigkeit und einem vollen Arsenal der Theaterkunst. Ausgehend von „Hamlet“, wagen die Künstler*innen über den Blick in die Zukunft einen Rückschluss auf das, was Menschsein — oder eben nicht sein — bedeutet. Eine Konfrontation, so zeitlos wie notwendig.
Regie
De Warme Winkel (deutsch: Der heiße Laden) ist eines der bekanntesten Theaterkollektive der Niederlande. Die Gruppe um Ward Weemhoff und Vincent Rietveld fordert seit ihrer Gründung 2002 mit provokanten, humorvollen und scharfsinnigen Arbeiten die Theaterszene auf niederländischen wie internationalen Bühnen heraus. Immer wieder stellt De Warme Winkel sich radikal infrage und schöpft aus unterschiedlichsten Traditionen, Stilen und Mitteln der Bühnenkunst. So plagiierten die Künstler* innen Pina Bauschs „Café Müller“, rechneten in „Achterkant“ mit dem Repertoiretheater ab und befragten in „Gundhi“ die Ikone des Pazifismus Mahatma Gandhi. 2023 wurde ihre erste deutschsprachige Produktion „Der Bus nach Dachau“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Hinweis: In einer früheren Version trug die Inszenierung den Titel „Der Geist in der Hamletmaschine“. Auf Wunsch der Rechteverwalter des verstorbenen Schriftstellers Heiner Müller, Autor des Theaterstücks „Die Hamletmaschine“, wurde eine Titeländerung vorgenommen.
Herzlichen Dank an: Paul Sacher Stiftung Basel: Conlon Nancarrow Collection — Studies for Pianoplayer, an
Charlotte Vlugt, Dylan Hunter, Nikolaj Salzwedell, Sofia de Valk, Tom Huppermans, Henning Wachsmuth, Gerhard Preußer
Termine und Tickets
Hamlet: R2D2 or not 2B2 Mittwoch, 01. April 2026, 19:30 – 20:50 Uhr, Schauspielhaus
Hamlet: R2D2 or not 2B2 Dienstag, 14. April 2026, 19:30 – 20:50 Uhr, Schauspielhaus
Hamlet: R2D2 or not 2B2 Sonntag, 26. April 2026, 17:00 – 18:20 Uhr, Schauspielhaus
Hamlet: R2D2 or not 2B2 Samstag, 09. Mai 2026, 19:30 – 20:50 Uhr, Schauspielhaus
Hamlet: R2D2 or not 2B2 Dienstag, 23. Juni 2026, 19:30 – 20:50 Uhr, Schauspielhaus
- Konzept und Text Rosie Sommers, Ward Weemhoff, Marieke De Zwaan
- Bühne Theun Mosk
- Kostüm Ginta Tinte Vasermane
- Musik und Sounddesign Marijn Brussaard
- Endregie Bianca van der Schoot
- Choreografie Byeongsu Lim
- Licht Hendrik Möschler
- Dramaturgie Mira Gebhardt
- Mitarbeit Bühne Roel Leenders
- Mit Marieke De Zwaan,
- Byeongsu Lim,
- Michael Lippold,
- Meryem Öz,
- Kilian Ponert,
- Rosie Sommers,
- Anne Stein,
- Ward Weemhoff
Content Notes:
- Nacktheit und sexualisierte Nacktheit
- Thematisierung von Suizid und Tod auf visueller und sprachlicher Ebene
- Thematisierung von Misogynie und Sexismus auf visueller und sprachlicher Ebene
Altersempfehlung: ab 18 Jahren
Warum informieren wir über sensible Inhalte?
Jede*r von uns bringt individuelle Erlebnisse und Erfahrungen zu einem Theaterabend mit, jede*r erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Bestimmte Themen, Darstellungen oder sensorische Reize können überfordernd, belastend, verletzend oder retraumatisierend sein. Informationen zu sensiblen Inhalten sollen betroffenen Personen als Hilfestellung dienen, um sich auf einen Vorstellungsbesuch vorzubereiten und selbstbestimmt zu entscheiden, ob sie sich mit den genannten Inhalten und Darstellungen auseinandersetzen wollen.
„Die Art, wie das Ensemble in den anderthalb Stunden in starren Posen verharrt, in gleichförmigen Schritten über die Bühne gleitet und monoton spricht, ist beeindruckend konsequent, seelenlos und unterhaltsam absurd. […] Perversion und Lust, Schmerz spüren und Poesie kreieren, macht nicht das ein Leben aus? Mit Unterhaltung und gelingendem Realitäts-Bruch stellt De Warme Winkel genau das zur Frage.“ Die Deutsche Bühne
„Der überragende Byeongsu Lim als Hamlet fungierte auch als Choreograf und brachte den Spielenden den rechten Grad nur fast menschenähnlicher Bewegungsmuster bei. […] Königin Gertrude etwa (Marieke De Zwaan) […] wird hier zum gruseligen Sexroboter. Laertes, bezaubernd bräsig gespielt von Kilian Ponert, hat kaum anderes zu tun, als wieder und wieder seinen Aufbruch nach Frankreich anzukündigen. Und Ophelia (Meryem Öz) stürzt ständig in den Tod. Ist ja nur ein Spiel. […] Die ahistorischen Kostüme von Ginta Tinte Vasermane greifen wie das Stück gleichermaßen historische Aufführungspraxis wie Jahrhunderte der Rezeptionsgeschichte auf.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung
„Auch die Frage, ob es Menschen gelingen kann, ihrer Programmierung aus biologischer Hardware und sozialer Software zu entkommen, behandelt diese klug verspielte Inszenierung. […] Was die Roboter nicht verstehen, ist des Wahnsinns Methode: Das Spiel im Spiel, das bei Shakespeare das ganze Ausmaß von Verrat und Verzweiflung offenlegt, spielen folgerichtig nicht sie, sondern echte Menschen aus dem Publikum. Das Metatheater […] kreist letztlich um den Kern jedes Spiels: Sein oder nicht sein? Stellt sich überhaupt die Frage?“ Neue Presse
„Die Inszenierung wirkt wie ein ironisch analog nachgebautes 3-D-Computerspiel aus früheren Tagen. […] Aber in der Konsequenz und Ausführung des ästhetischen Ansatzes ist es ein beeindruckender Abend.“ nachtkritik.de
„Das Unverständliche des Menschseins machen „De Warme Winkel“ sichtbar, indem sie ausnahmslos – und mit atemberaubender Meisterschaft – Androiden darstellen, die sich das aneignen, was […] ChatGPT recht zuverlässig als das Gipfelwerk schlechthin der westlichen Theatergeschichte [ausweist]: Die Roboter spielen „Hamlet […]. […] [Dem Abend] gelingen eingängige Bilder für die Probleme und Missbrauchsanfälligkeit von Künstlicher Intelligenz und Bewusstsein simulierenden Maschinen.“ taz
„Der gesamte Abend erweist sich am Ende als durchaus große und auch echt bildgewaltige Feier des Menschseins und des Theaters.“ Deutschlandfunk Kultur