von Yael Ronen
Deutsch von Irina Szodruch
Premiere 17.04.2026
1 Std., 30 Min., keine PauseEin Dorf nach einem Feuer: Fünf Menschen suchen nach Überresten, Erinnerungen, nach Halt, Wahrheit und einer Sprache für das, was gerade mit ihnen geschieht — und fragen sich, was von uns bleibt, wenn plötzlich alles anders ist. Doch je ...
Ein Dorf nach einem Feuer: Fünf Menschen suchen nach Überresten, Erinnerungen, nach Halt, Wahrheit und einer Sprache für das, was gerade mit ihnen geschieht — und fragen sich, was von uns bleibt, wenn plötzlich alles anders ist. Doch je tiefer sie graben, desto größer werden die Fragen: Was ist hier eigentlich passiert? Wer erzählt uns die Welt? Und was trägt noch, wenn Gewissheiten ins Rutschen geraten? Yael Ronens neues Stück nimmt einen alles verändernden Moment zum Ausgangspunkt und macht daraus einen klugen und abgründig komischen Theaterabend über Verlust, Verschwörung, Wut, Liebe und die Möglichkeit, neu anzufangen.
„Burn, Baby, Burn!“ schlägt einen lustvollen Bogen von einem fiktiven Comic über Feuergöttinnen bis in die Antike, ins alte Rom und zu Kaiser Nero, dem vielleicht berühmtesten Brandstifter der Geschichte. Die antiken Bilder werden zum funkelnden Spiegel der Gegenwart: für Krisen, Machtinszenierungen und die uralte Faszination des Menschen für Feuer, Untergang und Erneuerung. Mit scharfem Witz, großer Spielfreude und live performten Songs — inspiriert von PJ Harvey bis The Tiger Lillies — entsteht ein vielstimmiger Theaterabend zwischen Mythos und Gegenwart, zwischen bitterer Komik und zarter Melancholie. Ein Abend über das, was brennt — und darüber, was daraus entstehen kann.
Über Yael Ronen
Yael Ronen, in Jerusalem geboren, ist eine der erfolgreichsten und prägendsten Regisseurinnen und Theaterautorinnen ihrer Generation. Wie kaum jemand sonst versteht sie es, mit den Mitteln der Komödie die Krisen unserer Gegenwart zu beschreiben und mit humorvoller Direktheit Komplexitäten begreifbar zu machen. Der internationale Durchbruch gelang Yael Ronen 2009 mit der Produktion „Dritte Generation“, in der deutsche, israelische und palästinensische Schauspieler*innen den historischen Verwebungen ihrer Biografien auf den Grund gingen. Sie wurde mit ihren Arbeiten bisher vier Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Des Weiteren ist sie zweifache Nestroy-Preisträgerin und wurde mit dem Europe Prize for Theatrical Realities ausgezeichnet, sowie mit dem BZ Kulturpreis und kürzlich mit dem Peter-Weiss-Preis. In der Spielzeit 25/26 inszeniert Yael Ronen zum ersten Mal am Schauspiel Hannover.
Termine und Tickets
Burn, Baby, Burn! Donnerstag, 07. Mai 2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Schauspielhaus
Burn, Baby, Burn! Freitag, 15. Mai 2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Schauspielhaus
Burn, Baby, Burn! Samstag, 30. Mai 2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Schauspielhaus
Burn, Baby, Burn! Samstag, 13. Juni 2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Schauspielhaus
Burn, Baby, Burn! Donnerstag, 18. Juni 2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Schauspielhaus
- Inszenierung Yael Ronen
- Bühne Evi Bauer
- Kostüm Amit Epstein
- Musik Ofer Shabi, Yaniv Fridel
- Video Stefano Di Buduo
- Licht Oliver Hisecke
- Dramaturgie Yunus Ersoy, Irina Szodruch
- Mit Jonathan Eduardo Brito,
- Shirin Eissa,
- Philippe Goos,
- Stella Hilb,
- Jonathan Stolze
- Übertitel Hannah Jorun Prinzler
Content Note:
- Brandstiftung und Feuer, Naturkatastrophen, Selbstverletzung, Mobbing, Tod, tödliche Krankheit
Sensorische Reize:
- Reflektierende Lichteffekte in den Publikumsraum
Warum informieren wir über sensible Inhalte?
Jede*r von uns bringt individuelle Erlebnisse und Erfahrungen zu einem Theaterabend mit, jede*r erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Bestimmte Themen, Darstellungen oder sensorische Reize können überfordernd, belastend, verletzend oder retraumatisierend sein. Informationen zu sensiblen Inhalten sollen betroffenen Personen als Hilfestellung dienen, um sich auf einen Vorstellungsbesuch vorzubereiten und selbstbestimmt zu entscheiden, ob sie sich mit den genannten Inhalten und Darstellungen auseinandersetzen wollen.
„Die Welt ist ein Trümmerfeld, die Bühne (Evi Bauer) ist ein Gesteinskonvolut mit Spuren eines antiken Tempels und assoziativem Schutt, belebt durch Videoprojektionen (Stefano Di Buduo) von Feuer, Glut und Lava. […] Die Ausstattung ist fantastisch, bis hin zu den Kostümen (Amit Epstein) zwischen Alltagskleidung und Comic-Ornat. […] „Burn, Baby, Burn!“ glänzt auf allen Ebenen – als Text, als Zeitenkommentar und als historischer Rundumschlag, auch als Bewegungs- und Sprechtheater. Brito brilliert in einem Veitstanz als ausgebremste göttliche Weltverbrennerin Shiva, die sich selbst als Erneuerin identifiziert. Ebenso glänzt Goos als menschgewordenes Relikt der Vergangenheit.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung
„Yael Ronens Text ist nicht zuletzt eine deprimierende Bestandsaufnahme, aufgefangen von groteskem Humor und Wohlklang. „I find it kind of funny, I find it kind of sad“, singt Eissa mit ihrer zu Tränen rührenden Stimme in „Mad World“ der Gruppe Tears for Fears. Es ist zum Lachen und zum Weinen. […] „Burn, Baby, Burn!“ zeigt nicht zuletzt die große Stärke des Theaters, kollektive Erzählungen zu schaffen, gerade in Zeiten, in denen sie der Gesellschaft abhanden gekommen sind.“ Neue Presse
„[…] kurzweilig, mit viel Drive, unterhaltsam und trotzdem tiefgründig. Die Katastrophe ist mehr als Untergang allein. Sie schafft Raum für Neues, macht der Veränderung Platz.“ NDR kultur
„Wie [Yael Ronen] mit der Zurschaustellung von Gefühl spielt, mit der Frage nach der "Echtheit" eines Moments – und wie sie uns dabei immer wissen lässt, dass sie genau darum weiß –, das erinnert an ein ultrasouverän produziertes Konzeptalbum und darf sich insofern getrost Glam und Show gönnen. […] Shirin Eissa performt eine beeindruckend brüchige "Mad World" nach Tears for Fears im schmalen Gegenlicht, Jonathan Stolze glänzt mit einer geschickt an eine Nero-Trump-Parodie gestrickten Tiger Lillies-Adaption von "Start a Fire", und Jonathan Eduardo Brito brilliert mit einer gedragqueenten Version des Peggy-Lee-Klassikers "Is That All There Is?"“ Nachtkritik