Staatsoper


Termine und Tickets

Musik als dramatische Erfahrung, zwischen Vision, Wahn und der Frage nach der Endlichkeit. In seiner Orchester-Rhapsodie Taras Bulba formt Leoš Janáček aus Nikolai Gogols gleichnamiger Erzählung ein Triptychon des Todes. Die drei Sätze heißen: Andrijs Tod, Ostaps Tod und Prophezeiung und Tod des Taras Bublas. Entsprechend düster folgen darauf unter der Leitung unseres Generalmusikdirektors Francesco Angelico – mit Ensemblemitglied Shavleg Armasi als Bass-Solisten – die Lieder und Tänze des Todes. Auch hier wird kräftig gestorben. Unter anderem torkelt ein betrunkener Bauer – der Berufsalkoholiker Mussorgski identifizierte sich eventuell selbst mit diesem Protagonisten – durch die Landschaft und wagt bald einen Tanz mit dem Tod, der ihn schlussendlich süß in den Schlaf singt. Als furioser Abschluss erklingt schließlich die legendäre Symphonie fantastique, in der Hector Berlioz in schrittweise eskalierenden Stationen die Liebe eines jungen Musikers zu einer Frau beschreibt. Ein Leitmotiv („idée fixe“) zieht sich durch alle Sätze, mal erhaben über einem Quasi-Religioso-Choral, mal tänzerisch im Rahmen eines Walzers – und am Schluss als schneidend-sarkastisches Hexentanz-Thema. Ein Sinfoniekonzert voller Abgründe, meisterhaft instrumentiert, faszinierend umdunkelt.