in einer Bühnenfassung für das Schauspiel Hannover
Premiere 20.02.2026
ca. 1 Std., 45 Min., keine Pause für Menschen ab 14 JahrenWieder ein Sommer bei den Großeltern in den USA, wie immer in den großen Ferien. Weit weg von den Freund*innen in Berlin und ihrem Vater, dem Kantor einer Synagoge. Weit weg von Nico, mit dem sie sich manchmal trifft. Ob er sie vermisst? ...
Wieder ein Sommer bei den Großeltern in den USA, wie immer in den großen Ferien. Weit weg von den Freund*innen in Berlin und ihrem Vater, dem Kantor einer Synagoge. Weit weg von Nico, mit dem sie sich manchmal trifft. Ob er sie vermisst? Dafür das Schmatzen der Großmutter im Ohr, das eklige Essen, der Schreibkurs. Dann kommt auch noch die verrückte Idee auf, sie zu ihrer Mutter nach Israel zu schicken. Die hat sie und ihren Vater verlassen, als Margarita noch ein Baby war, damals in Hannover. Margarita hat keine Lust, aber was soll sie machen? Die Zeit in Israel ist voller unerwarteter Herausforderungen: eine neue Verliebtheit, Demonstrationen und ein merkwürdiger Roadtrip mit der fremden Mutter.
Als die Großmutter ins Krankenhaus muss, treffen Margarita, ihr Vater und die Mutter am Krankenbett in Chicago das erste Mal seit Jahren wieder aufeinander. Margarita muss sich der Herausforderung stellen, in dem Durcheinander von Sprachen, Herkünften, Zugehörigkeit und Traditionen ihren eigenen Weg zu finden und herauszufinden, wer sie sein möchte.
Diese Geschichte ist geeignet für „...alle, die schon einmal Liebeskummer hatten. Alle, die Teenager für besonders schlau oder auch für besonders dumm halten. Alle, die einen Körper haben, den sie manchmal nicht mögen. Alle, die Gedanken haben, die sie manchmal nicht mögen. Jeden Menschen, der Selbstmitleid kennt, aber auch jeden Menschen, der Empathie kennt. Menschen, die keine Heimat wollen oder brauchen, und Menschen, die trotzdem ständig Heimweh haben. Menschen mit jüdischen Großmüttern.“ — findet die Autorin Dana Vowinckel.
Regie
Die Regisseurin Lena Brasch, 1993 in Berlin-Pankow geboren, fordert mit ihren Inszenierungen die Grenzen des traditionellen Theaterkanons heraus. Bekannt wurde sie durch Stücke über popkulturelle Phänomene, wie den am Berliner Ensemble entstandenen Abend „It’s Britney, Bitch!“. Die Inszenierung wurde international in etlichen Medien besprochen und 2022 zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. 2019 wurde Lena Brasch von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ ausgezeichnet und zu jenen „ostdeutschen Künstler*innen, die die Republik verändern könnten“, gezählt.
Termine und Tickets
Gewässer im Ziplock Donnerstag, 19. März 2026, 19:30 – 21:15 Uhr, Ballhof 1
Gewässer im Ziplock Freitag, 20. März 2026, 11:00 – 12:45 Uhr, Ballhof 1
Gewässer im Ziplock Dienstag, 14. April 2026, 19:30 – 21:15 Uhr, Ballhof 1
Gewässer im Ziplock Mittwoch, 22. April 2026, 19:30 – 21:15 Uhr, Ballhof 1
Gewässer im Ziplock Donnerstag, 23. April 2026, 11:00 – 12:45 Uhr, Ballhof 1
- Inszenierung Lena Brasch
- Bühne studio dietrich&winter
- Kostüm Luisa Wandschneider
- Musik Felix Kuhnt, Wenzel Krah
- Licht Erik Sonnenfeld
- Dramaturgie Cathrin Rose
- Mit Leyb Elias
- Mit Jasna Fritzi Bauer,
- Philippe Goos,
- Stella Hilb,
- Jonathan Stolze
„Wirklich dramatisch geraten (und gelingen!) die furiosen Streitereien zwischen dem sanften Papa und der grenzwertig-fremden Mutter; mit Philippe Goos und Stella Hilb bekommt die Inszenierung von Lena Brasch die Kernfragen für die Identitätssuche der Tochter in den Griff. […] In der Premiere spielt [Jasna Fritzi Bauer] die zentrale Margarita-Rolle noch mit dem Textbuch in der Hand, wird aber […] im Spiel immer freier, stärker, selbstbewusster. Was für ein Vergnügen, ihr zuzuschauen bei dieser Art von Mutprobe, die es so nur auf der Bühne gibt …“ Nachtkritik
„Das gut aufgelegte Ensemble, ein paar kurze Gesangseinlagen und viel Situationskomik […] machen diese gut 90-minütige, pausenlose Aufführung kurzweilig. Hinzu kommt der lässige Umgang von Bauer als Ersatzkraft. […] Bei aller Lockerheit regt die Aufführung aber auch zum Nachdenken an.“ Neue Presse
„Bauer […] war lange, nachdem sie selbst der Schulzeit entwachsen war, auf die Rolle zorniger Teenager abonniert. Davon profitiert sie bei ihrem Gastauftritt: Erstaunlicherweise nimmt man der mittlerweile 37-Jährigen die pubertierende Protagonistin ab, wenn sie „Rabenmutter“ schreit oder schüchtern mit Lior unter eine Decke schlüpft. Am Ende gab es […] herzlichen Beifall im Stehen für dieses sympathische Improvisationstheater.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung
„Jasna Fritzi Bauer […] gibt die Margarita wunderbar trotzig und pubertär. Die kleinen Slapstick-Einlagen von Philipp Goos und Stella Hilb als Eltern wirken erfrischend, Jonathan Stolze ist überzeugend an Klavier, E-Gitarre und als Sänger im Einsatz. […] Regisseurin Lena Brasch ist ein kurzweiliger Theaterabend gelungen, der Jüdischsein als Teenager-Sicht zeigt und so gelebtes Judentum für ein junges Publikum erfahrbar macht. Am Ende gibt’s dafür langen, begeisterten Beifall vom Publikum.“ NDR Kultur