mit Texten von Mareike Fallwickl, lynn t musiol und Jacinta Nandi
Premiere 23.01.2026
Einführung 18:45 Uhr ca. 2 Std., 10 Min., keine PauseDer Adel und die Monarchie dienen seit jeher als Projektionsfläche und Faszinosum. Jeder royale Fehltritt, jeder Betrug, jeder Skandal, jede Eheschließung und jede Intrige tragen das Potenzial in sich, die Massen zu bewegen. Was ist es ...
Der Adel und die Monarchie dienen seit jeher als Projektionsfläche und Faszinosum. Jeder royale Fehltritt, jeder Betrug, jeder Skandal, jede Eheschließung und jede Intrige tragen das Potenzial in sich, die Massen zu bewegen. Was ist es, das uns so nachhaltig an den Royals und ihren fernen Leben begeistert — und auch triggert? Serien wie „Die Kaiserin“ und „The Crown“ bezeugen eine widersprüchliche Faszination für ihr exklusives Dasein. Denn neben Luxus und Pomp scheint gerade die dunkle Seite der Macht ihr Schillern zu ermöglichen: Einsamkeit, Leistungsdruck, Missbrauch und Selbstausbeutung prägen die meisten royalen Biografien. Die Auserkorenen sind selten glücklich. Und woher kommt überhaupt das ganze Geld?
Die Royals bedürfen einer kritischen Inventur. Jorinde Dröse untersucht in ihrer Inszenierung verschiedene adlige Frauenfiguren der letzten Jahrhunderte und die Funktionen, die sie in unserer Geschichtsschreibung und Unterhaltungskultur erfüllen. Welche Zuschreibungen, Klischees und Narrative machen diese Frauen so ikonisch, warum brauchen wir sie so konsequent in unseren Leben und Gedanken und warum können wir sie einfach nicht loslassen?
Regie
Jorinde Dröse studierte Regie in Hamburg und inszenierte bis 2016 an verschiedenen großen Theatern. Seit 2009 arbeitet sie zudem als Mutter. 2016 machte sie eine Ausbildung zur Erzieherin und war in einer Waldkita tätig. Mit der Spielzeit 21/22 nahm Jorinde Dröse ihre Arbeit als Regisseurin wieder auf und setzt in ihren Inszenierungen den Fokus auf feministische Narrative und Diversität. 2023 und 2025 entstanden am Schauspiel Hannover die Erfolgsinszenierungen „Die Wut, die bleibt“ sowie „Und alle so still“, basierend auf den Romanen von Mareike Fallwickl, und 2024 am Berliner Ensemble „#motherfuckinghood“ in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Claude De Demo. Alle drei Inszenierungen verhandeln aufwühlend und persönlich die Themen Mutterschaft und Care-Arbeit.
Termine und Tickets
Iconic
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- Inszenierung Jorinde Dröse
- Bühne Anne Ehrlich
- Kostüm Juliane Kalkowski
- Musik Lars Wittershagen
- Licht Oliver Hisecke, Marie-Luise Fieker
- Dramaturgie Tobias Kluge
- Mit Johanna Bantzer,
- Anna Blomeier,
- Frida Lang,
- Nils Rovira-Muñoz,
- Tom Scherer
Content Note:
- Thematisierung von sexueller Gewalt, Essstörungen, Selbstverletzung, Depression und Kindstod
Warum informieren wir über sensible Inhalte?
Jede*r von uns bringt individuelle Erlebnisse und Erfahrungen zu einem Theaterabend mit, jede*r erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Bestimmte Themen, Darstellungen oder sensorische Reize können überfordernd, belastend, verletzend oder retraumatisierend sein. Informationen zu sensiblen Inhalten sollen betroffenen Personen als Hilfestellung dienen, um sich auf einen Vorstellungsbesuch vorzubereiten und selbstbestimmt zu entscheiden, ob sie sich mit den genannten Inhalten und Darstellungen auseinandersetzen wollen.
„Jorinde Dröse inszeniert barock und verspielt. Die Ausstattung ist üppig. […] Die lustvollen Kostüme reichen von Reifröcken über Rokoko-Pastell bis zu Achtzigerjahre-Campyness. Und die herausragende Frida Lang singt mit ihrer schönen Stimme als Diana zur melancholischen Musik von Lars Wittershagen. Die Spielenden stürzen sich mit Feuereifer in die Projektionsflächen und rütteln an den goldenen Käfigen […].“ Hannoversche Allgemeine Zeitung
„"Iconic" ist bei aller Ausstattungspracht [subtil]. Es steckt viel Witz in diesem für gut zwei Stunden doch recht flotten Dreier, oft gallig, aber oft auch von Herzen. Die drei Trauerspiele haben Komödienpotenzial.“ Neue Presse
„Ganz knüppeldick kommt es gleich zu Beginn, wenn Mareike Fallwickl den "Sisi"-Mythos dekonstruiert. Kaiserin Elisabeth (verdreifacht in Johanna Bantzer, Frida Lang und Nils Rovira-Muñoz) tritt da auf als eher unsympathische Figur, die vom Patriarchat gar nicht geknechtet werden muss, weil sie sich schon selbst knechtet, […]. […] Zentrales Thema des Abends ist diese Verweigerung von Souveränität, und als die Geschichte Elisabeths zwischendurch mit den Erfahrungen von Gisèle Pelicot kurzgeschlossen wird, ergibt das sofort Sinn: Beschrieben wird eine Welt, in der Frauen ausschließlich Gebrauchsgegenstände sind, passiv, unsouverän. […] Das Problem des Patriarchats wurde mit der Abschaffung des Adels allerdings keinesfalls gelöst. Wie "Iconic" zeigt.“ Nachtkritik