Alex Akapohi
Alex Akapohi wurde in São Paulo geboren und studierte bei Mavi Chiachietto, bevor er seine professionelle Ausbildung an der L’Académie Princesse Grace in Monaco abschloss. Seine Karriere begann er als Solist am Staatstheater Nürnberg. Anschließend war er Mitglied der Rambert Dance Company in London, bevor er zur São Paulo Companhia de Dança wechselte.
Alex Akapohi ist Träger des Bayerischen Kunstpreises sowie des Solo Seal Award. Sein umfangreiches Repertoire umfasst Hauptrollen in Don Quixote, Petruschka und Der Nussknacker sowie Werke von Alexander Ekman, Mats Ek, William Forsythe, Sidi Larbi Cherkaoui, Jean-Christophe Maillot, Goyo Montero, Hofesh Shechter, Christian Spuck, Nacho Duato, Imre & Marne van Opstal, Wim Vandekeybus und Jiří Kylián. Seit Januar 2026 ist er Mitglied des Staatsballett Hannover.
Welche künstlerische Zusammenarbeit hat dich besonders geprägt?
Ich würde nicht sagen, dass es nur eine gab. Was mich am meisten geprägt hat, ist tatsächlich der Kontrast zwischen verschiedenen. Jeder kreative Prozess hinterlässt Spuren. Manche lehrten mich Präzision und Klarheit, andere Verletzlichkeit und Freiheit. Ich schätze alle Choreograf:innen, die mich aus meiner Komfortzone geholt haben, und ich trage von allen eine Lektion in mir.
Hast du ein bestimmtes Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?
Ich schaue mir oft Live-Auftritte von Sänger:innen an. Ich lasse mich gerne von dieser Energie inspirieren, mit der sie ein Publikum allein durch Klang und Präsenz bewegen, selbst wenn man die Sprache nicht versteht. Abgesehen davon trinke ich immer eine gute Tasse Kaffee und nehme eine heiße und kalte Dusche, bevor ich mich für die Vorstellung fertig mache.
Welche Persönlichkeit der Tanzgeschichte würdest du gerne auf einen Kaffee treffen – und warum?
Sergei Diaghilew. Er war ein Visionär, der die größten Künstler seiner Zeit zusammenbrachte. Ich würde ihn gerne fragen, wie er die heutige Tanzwelt sieht und vor allem, was er tun würde, um sie heute zu revolutionieren.
Welche Reaktion nach einer Vorstellung hat dich am meisten gefreut?
Ich habe einmal vor Jugendlichen getanzt, die anfangs kicherten und der Vorstellung skeptisch gegenüberstanden, aber am Ende war der Raum völlig gefesselt. Diese Verwandlung zu sehen, von Skepsis zu echter Emotion und Tränen, war wunderschön. Es hat mir gezeigt, wie schnell Kunst Barrieren brechen und eine junge Generation tief berühren kann.
Welche Musik hörst du, wenn du nicht arbeitest?
Alles. Von klassischer Musik und Oper bis hin zu elektronischer Musik und Brazilian Funk. Ich liebe Musik, spiele aber selbst kein Instrument und singe auch nicht. Vielleicht eines Tages.
Welche Rolle kann Tanz in unserer heutigen Zeit spielen?
Ich sehe ihn als eine universelle Sprache. In einer Welt, in der wir oft isoliert sind, bietet der Tanz einen Weg, uns zu verbinden und unsere ehrlichen Gefühle ohne Worte zu teilen. Zudem hat Bewegung einen immensen therapeutischen Wert für die mentale Gesundheit und hilft uns, uns wieder mit unserem eigenen Rhythmus und unserer Menschlichkeit zu verbinden. Und das Schönste ist, dass man dafür nicht viel braucht. Man muss nur anfangen sich zu bewegen – und schon tanzt man.