Tobias Wögerer
© Marco Sommer Der österreichische Dirigent Tobias Wögerer ist seit dieser Spielzeit 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD an der Staatsoper Hannover. Zuvor war er vier Jahre lang Kapellmeister an der Volksoper Wien.
Er studierte an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar sowie an der Zürcher Hochschule der Künste. Beim Internationalen Brucknerfest Linz leitete Wögerer bereits mit 25 Jahren seine erste Opernproduktion: Victor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis.
Als Assistenzdirigent des Gustav-Mahler-Jugendorchesters arbeitete er mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Teodor Currentzis, Daniele Gatti, Jukka-Pekka Saraste, Manfred Honeck und Jonathan Nott zusammen. 2019 feierte Tobias Wögerer mit zwei erfolgreichen Konzerten in Lissabon seinen Einstand als Dirigent beim Gustav Mahler Jugendorchester. Diesem folgte 2020 eine von ihm geleitete Sommer-Tournee durch Italien, u.a. mit der konzertanten Aufführung von Schönbergs Monodram Erwartung mit der Sopranistin Angela Denoke als Solistin.
Im Dezember 2019 gewann Tobias Wögerer den renommierten Dirigierwettbewerb des MDR Sinfonieorchesters in Leipzig; 2021 gab er sein Debüt bei diesem Orchester. 2023 stand er im Finale des „Herbert von Karajan Young Conductors Award“ bei den Salzburger Festspielen.
Gastdirigent war Tobias Wögerer u.a. beim Gulbenkian Orchester Lissabon, bei der Staatskapelle Weimar, bei den Wiener Symphonikern, beim Radio Symphonie Orchester Wien, bei der Jenaer Philharmonie, beim Berner Symphonieorchester sowie beim Antwerp Symphony Orchestra.
An der Staatsoper Hannover leitet Tobias Wögerer in dieser Spielzeit die Neuproduktionen Romeo und Julia und Fidelio. Focus & Fade, die Wiederaufnahmen La Bohéme, Hänsel und Gretel und Rigoletto sowie das dritte Sinfoniekonzert.
Welche künstlerische Zusammenarbeit hat Sie besonders geprägt?
Grundsätzlich prägt mich jede Zusammenarbeit, denn man kann immer und von jedem/jeder etwas lernen. Am nachhaltigsten geprägt haben mich jedoch die Assistenzen beim Gustav Mahler Jugendorchester. Hier durfte ich u.a. Herbert Blomstedt, Daniele Gatti, Teodor Currentzis assistieren und ihnen „über die Schulter schauen“.
Haben Sie ein besonderes Ritual, bevor Sie auf die Bühne gehen?
Durchatmen, fokussieren und dann „los geht’s“ :-)
Welche Opern-Figur würden Sie gerne mal auf einen Kaffee treffen – und warum?
Ich würde viel lieber die Komponisten treffen: einen Kaffee mit Mozart oder ein Glas Wein mit Puccini würde ich sehr spannend finden.
Welche Reaktion nach einer Aufführung hat Sie am meisten gefreut?
Es ist gar keine bestimmte Reaktion nach einer Aufführung, sondern vielmehr die Stimmung während einer Vorstellung / eines Konzertes. Manchmal entstehen unglaublich schöne Momente, bei denen das Publikum und wir Musizierende auf derselben „Wellenlänge“ sind. Diese besonderen Augenblicke kann man nicht erzwingen, sondern sie entstehen dann, wenn viele verschiedene Dinge ineinandergreifen.
Welche Musik hören Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
So ziemlich alles – außer Schlagermusik. Mein Spotify-Jahresrückblick ist immer ein wilder Mix aus Klassik, Pop, Rock, Jazz und vielen weiteren Genres.
Welche Rolle kann die Oper in unserer Zeit spielen?
Ganz viele verschiedene Rollen. Oper kann und sollte natürlich als Spiegel unserer Zeit und Gesellschaft verwendet werden. Man kann damit aber auch das Gegenteil erreichen: zum Beispiel ein paar Stunden der Realität entkommen, sich ganz dem Stück hinzugeben und alles andere zu vergessen.