Libretto von Frédéric Boyer nach Dante Alighieri
Deutsche Erstaufführung
Auftragswerk des Festival d’Aix-en-Provence und L’Opéra national de Paris in Koproduktion mit L’Opéra national de Paris, Staatsoper Hannover und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
In sieben Bildern begleiten wir einen Menschen auf einem inneren „Roadmovie“ durch einen unbekannten Raum-Zeit-Kosmos, in dem Figuren seines Lebens in rätselhaften Erinnerungsfragmenten erscheinen. Eine weibliche Gestalt – Dantes Muse Beatrice – steht für Sehnsüchte; Höllen- und Fegefeuer-Erfahrungen spiegeln Albträume und Ängste, während im Paradies die tröstliche Entdeckung von Schönheit und Glück wartet. In einer transparenten Klanglandschaft, bereichert durch Instrumente wie Glasharmonika, Orgel und eine breite perkussive Palette, bringt Dusapin die von einer geheimnisvollen Schönheit geprägte Sprache Dantes in den Gesangsstimmen gleichsam zum Glühen.
Die 2022 beim Festival d’Aix-en-Provence uraufgeführte Produktion kommt in der Inszenierung Claus Guths im Rahmen der Dusapin-Trilogie der Staatsoper Hannover nun zur Deutschen Erstaufführung. Nach dem Auftakt mit der Tragödie Penthesilea ist Il Viaggio, Dante ein Werk, das auch die Hoffnung auf Erlösung kennt: „Ich wollte diese metaphysische und spirituelle Dimension durch die Musik umarmen“, erläuterte Dusapin – und schuf eine zutiefst persönliche und zugleich universelle Reflexion über individuelle Verantwortung und die Suche nach Sinn in einer Welt im ständigen Wandel.
In sieben Bildern begleiten wir einen Menschen auf einem inneren „Roadmovie“ durch einen unbekannten Raum-Zeit-Kosmos, in dem Figuren seines Lebens in rätselhaften Erinnerungsfragmenten erscheinen. Eine weibliche Gestalt – Dantes Muse Beatrice – steht für Sehnsüchte; Höllen- und Fegefeuer-Erfahrungen spiegeln Albträume und Ängste, während im Paradies die tröstliche Entdeckung von Schönheit und Glück wartet. In einer transparenten Klanglandschaft, bereichert durch Instrumente wie Glasharmonika, Orgel und eine breite perkussive Palette, bringt Dusapin die von einer geheimnisvollen Schönheit geprägte Sprache Dantes in den Gesangsstimmen gleichsam zum Glühen.
Die 2022 beim Festival d’Aix-en-Provence uraufgeführte Produktion kommt in der Inszenierung Claus Guths im Rahmen der Dusapin-Trilogie der Staatsoper Hannover nun zur Deutschen Erstaufführung. Nach dem Auftakt mit der Tragödie Penthesilea ist Il Viaggio, Dante ein Werk, das auch die Hoffnung auf Erlösung kennt: „Ich wollte diese metaphysische und spirituelle Dimension durch die Musik umarmen“, erläuterte Dusapin – und schuf eine zutiefst persönliche und zugleich universelle Reflexion über individuelle Verantwortung und die Suche nach Sinn in einer Welt im ständigen Wandel.
Termine und Tickets
Il Viaggio, Dante Freitag, 23. Oktober 2026, 19:30 – 21:20 Uhr, Opernhaus
Il Viaggio, Dante Sonntag, 01. November 2026, 16:00 – 17:50 Uhr, Opernhaus
Il Viaggio, Dante Samstag, 14. November 2026, 19:30 – 21:20 Uhr, Opernhaus
Il Viaggio, Dante Dienstag, 24. November 2026, 19:30 – 21:20 Uhr, Opernhaus
Il Viaggio, Dante Freitag, 21. Mai 2027, 19:30 – 21:20 Uhr, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg
Il Viaggio, Dante Sonntag, 23. Mai 2027, 17:00 – 18:50 Uhr, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg
Am Anfang steht eine Warnung: „O ihr, die ihr in einem winzigen Kahn meinem Boot gefolgt seid und hören wollt, wohin es singend fuhr: Kehrt um zu euren Ufern und begebt euch nicht auf die hohe See! Denn wenn ihr mich verliert, seid ihr verloren. Das Meer, das ich befahre, wurde noch nie durchquert." Ein Mann in einer tiefen Krise. Nach einem schmerzhaften Verlust erscheint ihm sein Leben sinnlos. Getrieben von Verzweiflung und Erinnerungen erleidet er einen Autounfall.
I. Die Abreise
Schwer verletzt gerät Dante in einen Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Seine Wohnung wird ihm fremd, Situationen, Gestalten und Stimmen aus der Vergangenheit drängen sich auf: Lucia, die Schützerin der Blinden, erscheint, dann die viel zu jung verstorbene Beatrice, mit der ihn eine komplizierte Liebesgeschichte verband. Schließlich begegnet Dante seinem jüngeren Ich. Verloren in einem dunklen Wald, kennt er seinen Weg nicht mehr. Beatrice erteilt Vergil den Auftrag, Dante zu ihr zu führen: durch die Hölle und über den Läuterungsberg bis zum Paradies.
II. Klagegesang
Der junge Dante beklagt den Verlust Beatrices und sehnt sich nach dem Tod. „Schlaf nicht mehr, verzweifle nicht!", rufen ihm Stimmen zu und ermutigen ihn, seine Trauer zu überwinden und sich auf die Suche nach Beatrice zu begeben, die nun „den Himmel mit dem Licht der Liebe" erfüllt.
III. Limbus
Dante beginnt seine Reise. Mit dem Eintritt in die Vorhölle öffnet sich eine Welt ohne Hoffnung. Vergil fordert ihn auf, ihm zu folgen, was auch immer er nun sehen werde.
IV. Die Kreise der Hölle
Ein Totentanz begleitet Dante und Vergil durch die verschiedenen Kreise der Hölle, getragen von einer Litanei der Namen der Verdammten: mythische, biblische und literarische Gestalten, bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte, aber auch Zeitgenossen – Freunde und Feinde Dantes. In endlos wiederkehrenden Strafen müssen sie Augenblicke ihrer irdischen Verfehlungen immer wieder durchleben. Jedem Höllenkreis sind andere Qualen zugeordnet. Dante ist überwältigt von der Fülle der Schrecken. Als schließlich die Sünden von Florenz aufgerufen werden, erinnert Dante sich an die tiefe Trauer, in die seine Heimatstadt der Tod Beatrices gestürzt hat.
V. Aus der Dunkelheit hinaus
Mit dem neunten Kreis sind Dante und Vergil am tiefsten Punkt des Infernos angekommen – dem Ort des Königs der Hölle: Luzifer, Satan, Belzebub. Vergil drängt Dante, nicht zu verweilen. Gemeinsam treten sie ins Freie, „um die Sterne wiederzusehen".
VI. Purgatorio
Dante und Vergil erreichen den Berg der Läuterung. Der Aufstieg ist zunächst mühsam, doch mit jedem Schritt wird er leichter. Lucia und die Hoffnung, Beatrice wiederzusehen, begleiten Dante. Vergil verabschiedet sich. Er hat eine Grenze erreicht, die er nicht überschreiten kann. Dante muss nun seinem eigenen Willen folgen.
VII. Paradies
Dante tritt ins Paradies ein. Beatrice fordert ihn auf, seine Augen zu öffnen und sie anzuschauen. Von Glückseligkeit und Schönheit überwältigt, wird Dante in die Wirklichkeit seines irdischen Lebens zurückgeworfen.
- Musikalische Leitung Roland Kluttig
- Inszenierung und Choreografie Claus Guth
- Choreografische Mitarbeit und Einstudierung Evie Poaros
- Szenische Einstudierung Karine Girard / Felix Schrödinger
- Bühne Etienne Pluss
- Kostüme Gesine Völlm
- Licht Fabrice Kebour
- Video rocafilm
- Sounddesign Thierry Coduys
- Elektroakustische Einrichtung Matthias Spitzbarth
- Chor Lorenzo Da Rio
- Dramaturgie Yvonne Gebauer
- Dramaturgische Betreuung der Übernahme Anne do Paço
- Xchange Matthias Brandt
- Dante Peter Schöne
- Virgilio Norman D. Patzke
- Der junge Dante Christel Loetzsch
- Beatrice Ketevan Chuntishvili
- Lucia Olga Jelínková
- Stimme der Verdammten Carmen Fuggiss
- Erzähler Christian Dieterle
- Tänzer:innen Levente Bálint / James Nix / Mariella Núñez Karg / Dagmar Ottmann / Evie Poaros / Anastasia Stojko / Victor Villarreal / Nick Weaver
- Chor der Staatsoper Hannover
- Statisterie der Staatsoper Hannover
- Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Schon rund eine Woche vor der Premiere können Sie unsere Neuproduktionen kennenlernen: Nach einer Einführung mit Komponist Pascal Dusapin und Regisseur Claus Guth erleben Sie einen Ausschnitt aus der Neuproduktion – noch in Arbeitskleidung und möglicherweise mit Unterbrechungen. In einem Nachgespräch kommen wir über das Gesehene und Gehörte ins Gespräch.
Hör’n Sie mal!: Il Viaggio, Dante
Wir tauchen gemeinsam mit Ihnen tief in die Musik ein: Dirigent Roland Kluttig erläutert im Gespräch mit Dramaturgin Anne do Paço am 24. Oktober im Rahmen des Offenen Foyers anschaulich Besonderheiten der Partitur und Möglichkeiten, die sich daraus für die szenisch-musikalische Interpretation ergeben. Ein Angebot für alle, die mehr wissen wollen.
Da solche Auslöser sehr individuell sind, erheben wir keinen Anspruch darauf, allen potenziellen Reizen vorbeugen zu können. Unserer Meinung nach erwähnungswürdige Inhalte, vor allem aufgrund inszenatorischer Besonderheiten, finden Sie hier aufgelistet:
- Im 4. Bild (Die Kreise der Hölle): kurzzeitige, stilisierte Andeutungen von Suizid durch Erhängen und Messerangriff
Bei spezifischen Fragen zu Inhalten und Darstellungsweisen wenden Sie sich gerne an die Mitarbeiter:innen unserer Vermittlungsabteilung Xchange unter xchange@staatstheater-hannover.de
Ganz großes Kino: Als hätte David Lynch Regie geführt: Claus Guth bringt Pascal Dusapins starke Zwei-Stunden-Oper Il Viaggio, Dante als Roadmovie auf die Bühne der Staatsoper Hannover. Einmal Paradies und zurück, und zwar so, dass einem Augen und Ohren übergehen - Oper als großes Kino und mit dem passenden Sound, das ist diese Reise namens Il Viaggio, Dante. Hannovers Staatsoper imponiert in jeder Hinsicht mit der deutschen Erstaufführung von Pascal Dusapins „Operatorium“ (...) Kurze Erschütterungspause - und dann heftiger Beifall, Standing Ovations und viele Bravos, als Dusapin auf die Bühne gerufen wird. (...) Wer gern ins Kino geht und vielleicht nicht so gern in die Oper, ist hier richtig, wer die Oper dem Kino vorzieht, ebenso - und wer beides mag, bekommt einen aufregenden Abend im Quadrat.
Mit freundlicher Unterstützung