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Kammersänger:innen Wilma Schmidt-Liebethal und Hans-Dieter Bader verstorben

 

Wilma Schmidt-Liebethal

In der Samstagnacht ist, neun Tage vor ihrem 96. Geburtstag, Kammersängerin Wilma Schmidt-Liebethal verstorben. Kammersängerin Wilma Liebethal, geborene Wilma Schmidt, war der Staatsoper Hannover verbunden, wie kein anderer Star der niedersächsischen Hauptstadt. 1949 kam sie ins Ensemble der Staatsoper, die damals ihre Vorstellungen noch in Herrenhausen aufführte, da das Opernhaus im Krieg komplett zertört worden war. Für den Wiederaufbau sammelte Wilma Liebethal mit ihren Kolleg:innen in Kostüm und Maske und blieb dem Haus ihr Leben lang treu verbunden. Bis zu ihrem 50. Bühnenjubliläum 1999 stand sie regelmäßig als Sängerin auf der Bühne am Opernplatz und übernahm selbst danach noch Gast- und Sprechrollen.

 

Ursprünglich im Fach "jugendlich-dramatisch" ausgebildet, trat sie unter ihrem Mädchennamen Schmidt auf. Erst nach dem offiziellen Abschied von ihrer aktiven Zeit nutze sie für Gastauftritte ihren Heiratsnamen Liebethal. Die Operndiva und Mutter dreier Kinder hat in Hannover und an zahlreichen anderen Opernhäusern fast alle Sopran-Partien gesungen, von der Operette bis zum Zwischenfach, darunter Gräfin im Figaro, Elisabeth im Tannhäuser oder auch ihre Lieblingsrolle Marschallin aus dem Rosenkavalier.

 

Wilma Liebethal wurde in Hannover geliebt, gefeiert und verehrt. Zahlreiche Mitarbeiter:innen und Besucher:innen der Staatsoper Hannover erinnern sich voller Freude an sie und werden sie in ihren Herzen behalten.

 

Hans-Dieter Bader

Am Samstagmorgen ist das langjährige Mitglied der Staatsoper, Kammersänger Hans-Dieter Bader im Alter von 84 Jahren verstorben.

 

Der Tenor hat über Jahrzehnte das Musikleben in Hannover geprägt und war in rund 90 Partien zu erleben. Hans-Dieter Bader kam nach Stationen in Braunschweig und Münster 1965 an die Staatsoper Hannover. 1981 wurde er hier zum Kammersänger ernannt und 1996 erhielt er für sein soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande – so war er auch noch lange nach seinem offiziellen Abschied in den Ruhestand in zahlreichen Wohltätigkeitskonzerten zu erleben.

 

Ursprünglich als Werkzeugmacher ausgebildet, studierte Hans-Dieter Bader in seiner Heimatstadt Stuttgart Gesang. Im Laufe seiner Sängerkarriere sang er die großen Partien des deutschen Heldentenorfachs, war aber auch im italienischen, französischen und slawischen Repertoire, in Operettenpartien und in geistlicher Musik zu Hause.

 

Hans-Dieter Bader war in Hannover zu Hause – aber als Musikbotschafter und Lehrmeister weltweit unterwegs. Er wird den Kolleg:innen, denen er so unterhaltsam von seinen Arbeiten in Lesotho, Jordanien oder Südafrika berichtete, und den Besucher:innen der Staatsoper Hannover, die ihn liebten und verehrten, in liebevoller Erinnerung bleiben.

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