Prinzessin in 24 Stunden

Für die Kinderoper Die Gänsemagd wurden für jede:n Darsteller:in spezielle, kunstvolle Masken erstellt. Im Interview erzählt Maskenbildnerin Leonie Geiser vom aufwendigen Produktionsprozess.

 

Wie sind die Masken für Die Gänsemagd entstanden?

 

Insgesamt haben wir acht Masken (2 Stabmasken und 6 Vollmasken) für Die Gänsemagd hergestellt. An der Herstellung waren zwei Maskenbildnerinnen, Annika Berends und ich, sowie unsere Auszubildende Lilith Franz beteiligt.

 

Wir haben die Charaktere untereinander aufgeteilt und zunächst die Figurinen der Ausstatterin Sophia Schellong besprochen. Anschließend haben wir die Köpfe mit Plastiline, eine Knete, modelliert und mit Varaform und Erbstüll abgeformt. Varaform ist ein durch Hitze verformbares, grobmaschiges Kunststoffgitter und Erbstüll ist ein Baumwollgewebe, was eine feinere Oberfläche auf den Masken ermöglicht. Engmaschiger als Erbstüll darf es aber nicht sein, da die Sänger:innen sonst zu wenig sehen und hören. Sie sind gut zu hören, da während der Vorstellungen mit Mikroports gearbeitet wird. Die abgeformten Maskenrohlinge wurden dann mit Airbrush und Acrylfarben/Pinsel koloriert.

 

Foto: Leonie Geiser

 

Wie wurden die Haare auf den Masken hergestellt?

 

Die Haare sind unterschiedlich entstanden: Zum einen haben wir Filzschnüre hergestellt, eingefärbt und aufgeklebt bzw. genäht. Zum anderen haben wir Büffelhaar, das besonders fest ist, eingefärbt, aufgeklebt, verknüpft, geschnitten und frisiert. Die exzentrischen Wimpern der Kammerzofe bestehen zum Beispiel auch aus Büffelhaar.
Am Ende musste noch eine Haltevorrichtung in die Masken, damit sie gut und sicher auf dem Kopf bleiben. Hier verwendeten wir die Inlays von Bauhelmen, die in ihrer Größe verstellbar und somit individuell anpassbar sind.

 

Foto: Leonie Geiser

 

Wie lange hat die Anfertigung der Masken gedauert?

 

Je nach Maske haben wir unterschiedlich lange gebraucht. Eine Stabmaske ist natürlich schneller fertig als eine Vollmaske. Die Kammerzofe hat ungefähr 50 Stunden gedauert – die Prinzessin etwa 24 Stunden.

 

Foto: Leonie Geiser

 

Die Gänsemagd

Kinderoper von Iris ter Schiphorst

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