Konzert

1. Sinfoniekonzert: HISTORY

Heinrich Marschner (1795 – 1861)
Ouvertüre zu Hans Heiling op. 80

Johannes Brahms (1833 – 1897))
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77

Richard Strauss (1864 – 1949)
Ein Heldenleben op. 40

Opernhaus


Ab 12 Jahren

Termine und Karten

Musikalische Leitung Stephan Zilias


Solovioline Tobias Feldmann


Chor der Staatsoper Hannover,

Inhalt

Generalmusikdirektor Stephan Zilias widmet sich der Tradition: mit der berühmtesten Ouvertüre seines komponierenden Vorgängers Heinrich Marschner (dessen Oper Der Vampyr im März 2022 auch auf der Opernbühne wiederzuentdecken sein wird), dem Violinkonzert von Johannes Brahms, das dieser für den langjährigen hannoverschen Konzertmeister Joseph Joachim schrieb, und der großformatigen Tondichtung Ein Heldenleben von Richard Strauss, des wohl meistgespielten Konzert-Komponisten in den vergangenen 100 Jahren. Als Solist des Brahms-Konzertes kehrt ein Preisträger des Internationalen Violinwettbewerbs Hannover, Tobias Feldmann, ans Opernhaus zurück – auch er ist der Stadt und dem Orchester eng verbunden.

Lebendige Tradition
Das Niedersächsische Staatsorchester Hannover hat eine lange Tradition – 1636 wurde es als fürstliche Hofkapelle gegründet. Jede Orchester-Historie zählt die Reihe der berühmten Komponisten und Dirigenten auf, mit denen es gearbeitet hat; den Orchestergang im Keller des Opernhauses ziert eine lange Ahnengalerie alter Bilder aus über 300 Jahren. Was haben all diese Menschen von früher (ausschließlich weiße, deutsche Männer) mit dem Orchester 2021 zu tun, in dem Musiker:innen aus 14 Ländern und fast genauso viele Frauen wie Männer spielen? Warum empfinden wir unsere Geschichte als lebendige Gegenwart?

Klassische Musik bringt im Hier und Jetzt früher aufgeschriebene Noten zum Klingen. So wird die Vergangenheit lebendig – egal, wie alt die Musik ist. Und so gehört die Tradition eines Orchesters zur Identität heutiger Musiker:innen. Sie stehen, kritisch oder stolz, bewusst oder unterschwellig, auf den Schultern früherer Orchestermitglieder, die in derselben Stadt gelebt, im selben Orchestergraben gesessen, im selben Opernhaus musiziert haben.

Marschner, Brahms, Strauss
Heinrich Marschner, dessen Denkmal auf dem Opernplatz steht, war im 19. Jahrhundert 28 Jahre lang musikalischer Chef der Oper. Unter seiner Leitung wurde der Wundergeiger Joseph Joachim hier als Konzertmeister engagiert – nach ihm ist nicht nur der Internationale Violinwettbewerb benannt, sondern auch die Bar im 1. Rang des Opernhauses!

Joachim lernte in seinem ersten Jahr in Hannover den jungen Komponisten Johannes Brahms kennen. Joachim und Brahms wurden lebenslange Freunde, der Geiger für den Komponisten ein kongenialer Ratgeber und gut vernetzter Unterstützer. Als Konzertdirektor setzte Joachim am Opernhaus regelmäßig Werke des gebürtigen Hamburgers auf den Konzertspielplan, Brahms schrieb seinerseits für Joachim sein einziges Violinkonzert.
Auch Richard Strauss hat sich in die DNA des Orchesters eingeschrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat er hier selbst dirigiert, und seine Werke gehörten in den vergangenen 100 Jahren zum festen, viel gespielten und hoch geschätzten Konzertrepertoire.

Solist Tobials Feldmann
"Das Violinkonzert von Johannes Brahms ist für mich neben Beethovens Violinkonzert der absolute kompositorische und geigerische Gipfel, und ich freue mich riesig auf die erneute Zusammenarbeit mit Stephan Zilias und dem Niedersächsischen Staatsorchester mit diesem Werk, das definitiv zu meinen Lieblingsviolinkonzerten zählt.
Die Verflechtung von Orchester-Part und Solostimme finde ich dabei besonders spannend. Durch sie erhält man als Solist stellenweise auch eine begleitende Funktion, und es entwickelt sich ein gut ausbalancierter Mix aus Solokonzert, Kammermusik und Sinfonie. Zum einen wird der konzertante Stil hier auf die Spitze getrieben: Man muss sich als Solist gegen einen gewaltigen Orchesterapparat durchsetzen und kraftvoll gegen Widerstände ankämpfen, zum anderen laden wunderschöne Melodien zur gemeinsamen, harmonischen Ausgestaltung ein. Die Mischung aus expressiver Glut und intimer Sanglichkeit ist atemberaubend und einzigartig!"