Stimmen

Wenn ich spreche,
sage ich meine Meinung.
Wenn ich singe,
zeige ich mein Herz.

 

Die Reihe, die mit den szenischen Performances Wiegenlieder und Liebeslieder, mit Konzerten sowie der mehrteiligen Reihe Voice Stories bereits in den ersten beiden Spielzeiten die Kraft des Gesangs aus anderen Kulturen erforschte, geht in die dritte Saison. Denn nichts berührt so unmittelbar wie Gesang – er ist Ausdruck tiefster Gefühle wie Glück oder Trauer, er enthält uralte oder gerade erfundene Geschichten und überwindet Sprachbarrieren. Auch 2021/22 verschafft die Staatsoper deshalb Stimmen aus verschiedenen Kulturen und Traditionen Gehör im Zentrum der Stadt. Neben Gastspielen internationaler Künstler:innen wird es erneut Kooperationen mit Musiker:innen aus Hannover und Umgebung geben; szenische Projekte stehen neben Gesprächsformaten, die erhellen, warum der Mensch überhaupt singt.

 

Konzerte

Vier Sängerinnen, vier Ausnahmestimmen: Sie singen auf Kurdisch, Arabisch, Bambara und Portugiesisch, aber auch auf Englisch und Französisch – und mit jener universellen Kraft, die jede große Kunst mit sich bringt. Sie sind Stars in ihrer Heimat, der Welt. Und jetzt in Hannover zu erleben.

 

Aynur

20.01.2022

 

Aynur kehrt nach ihrem umjubelten Konzert im Januar 2020 auf die Opernbühne zurück, im Gepäck erneut die grenzenlosen Gesänge des kurdischen Volkes, die klingen wie aus der Ferne alter Zeiten – und wie soeben erfunden.

 

Natacha Atlas

11.03.2022

 

Natacha Atlas vermittelt in ihrer weltumspannenden Musik zwischen Jazz, Elektronik und der Musik des nördlichen Afrika. Die belgische Sängerin mit ägyptisch-britischen Wurzeln verkörpert damit eindrucksvoll: Gesang ist Botschaft, Gesang ist Verführung.

 

Oumou Sangaré

13.05.2022

 

Oumou Sangaré ist der Star des westlichen Afrika: Ihre Musik wurzelt in der historischen Wassoulou-Region im Mali, von dort trägt sie ihre Botschaft in die Welt: politisch engagiert, musikalisch raffiniert.

 

Cristina Branco

05.07.2022

 

Cristina Branco holt den traditionellen portugiesischen Fado in die Gegenwart: Beeinflusst von Jazz, Bossa Nova und Rock, verleiht sie dem melancholischen Genre neuen Glanz und vielschichtige Leichtigkeit.

 

Konzert und Workshop

 

Iva Bittová

26. - 29.05.2022

 

Intim, avantgardistisch und gleichzeitig traditionell geprägt – Iva Bittová ist eine der interessantesten Musiker:innen an der Schnittstelle von Klassik, Folklore und Jazz. Sich selbst auf der Geige begleitend, verarbeitet sie Einflüsse ihrer jüdischen und ihrer ungarischen Roma-Familie und vermischt sie zu einer eigenen Tonsprache, die sich zudem inspiriert zeigt von der Minimal Music ihrer Wahlheimat USA. Dort gründete sie mit „Žingora – School of Voice“ eine Gesangsschule, die auch Laien offensteht und ein Zentrum für gemeinsames Singen geworden ist.

 

Diese Erfahrungen bringt Bittová mit nach Hannover und bietet neben ihrem Solo-Konzert einen zweitägigen Gesangs-Workshop an, zu dem 15 Sänger:innen jeden Alters und ohne Vorbildung eingeladen sind. Wie drücke ich die eigene Gefühlswelt durch meine Stimme aus? Eine Abschlusspräsentation der Ergebnisse erzählt davon. Ganz nach Iva Bittovás Motto: „Ich glaube an die Freiheit der Stimme.“

 

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 15 beschränkt. Anmeldung bis 01.05.2022 unter stimmen@staatstheater-hannover.de

 

 

Konzert

 

Hrubá Hudba

17.05.2022

 

Zwischen tschechischer Folklore und Jazzpop bewegt sich das Konzert der tschechischen Gruppen Lesní zvěř und Horňácká muzika Petra Mičky. Ihr gemeinsames Projekt „Hrubá Hudba“, auf Deutsch ungefähr „Grobe Musik“, schöpft aus der slawischen Folklore und kombiniert ursprünglichen Gesang und ostmährische Zymbal-Musik mit Elementen der Popmusik zu einer Jam-Session zwischen musikalischem Erbe und Zukunft. In Hannover stellt die elfköpfige Combo ihr gemeinsames Doppelalbum vor, das beweist, wie lebendig traditionelle Musik in Tschechien noch ist – wie mitreißend und ergreifend sie aber auch auf ein internationales Publikum wirkt.

 

Voice Stories

Zwei Gäste, ein Format: ein Ensemble-Mitglied der Staatsoper trifft auf eine:n Künstler:in der freien Szene. Sie erzählen von ihrer (nicht nur musikalischen) Herkunft, von ihren Lebenslinien, ihrem Verhältnis zur Tradition. Und lassen ihre Stimme erklingen. Die Frage, warum der Mensch überhaupt singt, wird so im intimen Rahmen der Voice Stories hautnah erfahrbar. Mehr dazu

 

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Niedersachsen.