Schauspiel

Bungalow

Die Welt existiert nur dann, wenn sie auf der Kippe steht.

nach dem Roman von Helene Hegemann

Premiere

14. April 2022

Ballhof Zwei


1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene

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Termine und Karten

So, 22.05.2022 / 19:00 – 20:30 Uhr
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Ballhof Zwei
20,00 € / erm. ab 5,00 €
Mo, 23.05.2022 / 19:30 – 21:00 Uhr
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Ballhof Zwei / Einführung 18:45 Uhr / anschließend Nachgespräch
20,00 € / erm. ab 5,00 €
Mi, 08.06.2022 / 19:30 – 21:00 Uhr
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Ballhof Zwei
20,00 € / erm. ab 5,00 €
Mi, 22.06.2022 / 19:30 – 21:00 Uhr
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Ballhof Zwei
20,00 € / erm. ab 5,00 €

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Podcast
Podcast „Theaterzeit“ mit Regisseurin Rebekka David
Audioeinführung von Dramaturgin Annika Henrich
Materialien
Programmheft zu „Bungalow“
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Inhalt

Charlie ist sich sicher, dass die anderen in ihrer Klasse die gleichen Alpträume und die gleichen Ängste haben wie sie, aber die haben Geld und Beschäftigungen, um sich davon abzulenken. Charlie hingegen wächst in einer kleinen Sozialwohnung mit ihrer Mutter auf, die zwischen wenigen lichten Momenten immer tiefer in Alkoholsucht und in die Schizophrenie entgleitet und kaum für sich, geschweige denn für jemand anderes sorgen kann. Vom Balkon aus hat Charlie freien Blick auf die benachbarten Edelbungalows. Als dort ein so glamouröses wie geheimnisvolles Paar einzieht, tritt eine neue Sehnsucht in Charlies Leben: Georg und Maria werden für sie zur Obsession. Zwei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, liegen hier unmittelbar nebeneinander, in Blickweite. Die einen verfügen über ökonomisches und kulturelles Kapital, haben Spielräume und Möglichkeiten, sich die Welt anzueignen, die anderen sind gesellschaftlicher Abwertung und Ausgrenzung ausgesetzt. Charlie sehnt sich hinüber in die aufregend und luxuriös erscheinenden Leben des Paares, mit ganzer Wucht und mit allen Mitteln drängt sie danach, von ihnen wahrgenommen und ein Teil ihrer Welt zu werden.
Helene Hegemann erlangte 2010 große Auf­merksamkeit mit ihrem Roman Axolotl Roadkill, der in 20 Sprachen übersetzt wurde und den sie selbst verfilmte. Bungalow ist Hegemanns dritter Roman und war u.a. für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. Die Regisseurin Rebekka David adaptiert Hegemanns Roman vom Aufwachsen einer jungen Frau in prekären Verhältnissen und ihrem unbedingten Drang nach Leben und Zukunft.

Inhaltshinweis:
Die Inszenierung enthält Darstellungen von körperlicher und psychischer Gewalt innerhalb der Familie. Außerdem thematisiert der Abend Verwahrlosung und Kindeswohlgefährdung, selbstverletzendes Verhalten, Alkoholismus, Depressionen und die Folgen und Symptome einer schizophrenen Erkrankung.
Beratung und Notrufstellen für Jugendliche, die sich von ähnlichen oder anderen Problemen betroffen fühlen sowie für Eltern und andere Erwachsene sind unter anderem hier zu finden:
Nummer gegen Kummer:
Hilfetelefon für Kinder- und Jugendliche:
116 111 (Montag bis Samstag: 14 bis 20 Uhr)
Für Eltern und andere Erwachsene, die sich um Kinder sorgen: 0800 / 111 0 550 (Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag: 9 bis 19 Uhr)
Kinderschutzzentrum Hannover:
+49511 3743478 (Montag bis Donnerstag 9 bis 13 Uhr und Dienstag 14 bis 16 Uhr)
Psychosozialer / Psychiatrischer Krisendienst:
+49511 30033470, Podbielskistraße 168, 30177 Hannover

Pressestimmen

Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Miriam Maertens liefert eine grandiose Trinkerinnenstudie. In klaren Moment ist sie herzlich und zugewandt, dann wiederum brabbelt sie kaum verständlich vor sich hin; sie löst sich auf in Weinerlichkeit, dann wieder versucht sie ganz pragmatisch, das Überleben bis zum nächsten Eingang der Sozialhilfe zu regeln. Und manchmal singt sie betörend schön. Schon toll. (…) Vanessa Czapla und Philippe Goos sind das Paar aus dem Bungalow: flirrend aufgeregt und abgeklärt, Typ Managerin und Lehrer. Beiden gelingen ein paar wunderschöne Momente von zeitgenössischer Zerstreutheit.“

Neue Presse

„Im Zentrum aber steht die junge Charlie, gespielt von Viktoria Miknevich. Man nimmt ihr das Mädchen aus dem Getto ab – so wie sie weint, so wie sie an ihrer kranken Mutter verzweifelt, so wie sie in den Fernseher stiert. Aber: Das ist nicht alles. Die Regisseurin will kein Sozialdrama inszenieren, und die Hauptdarstellerin will keine Studie in sozialer Unterlegenheit abliefern. (…) Weder der Roman noch das daraus extrahierte Theaterstück ist nur und ausschließlich eine Klage über die Ungerechtigkeit der Verhältnisse. Es geht um mehr. Es geht um das eine Leben, in das wir hineingeworfen worden sind – und das manchmal kaum zu ertragen ist.“

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