Schauspiel

Amphitryon

Wie kann ich sein, wenn ich meiner selbst am anderen irre werden muss?

Tragikomödie von Heinrich von Kleist

Premiere

16. April 2021

Ballhof Eins


Termine und Karten

Fr, 16.04.2021 / 19:30 Uhr Ballhof Eins / Premiere / Terminänderungen vorbehalten


Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Dramaturgie Hannes Oppermann

Inhalt

Was passiert, wenn ich nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, wer ich bin? Wenn das, was ich getan habe, nicht mit der Wahrnehmung meines Gegenübers übereinstimmt?
Was bleibt mir, wenn das innerste Gefühl keine Antwort mehr darauf zu geben weiß, wen ich liebe? Kleists Fragen zielen auf den Kern unserer Identitätskonstruktion und dafür setzt er die Figuren seines Lustspiels einer Versuchsanordnung der besonderen Art aus: Alkmene erwartet die Rückkehr ihres geliebten und ver­missten Ehemanns Amphitryon aus dem Krieg. Am Abend vor seiner Ankunft erscheint Jupiter in Gestalt Amphitryons und verbringt eine Nacht mit Alkmene. Sie bemerkt nicht, dass ein Gott das Bett mit ihr teilt, und als sie mit dem tatsächlich heimgekehrten Ehemann das Glück der vorigen Nacht heraufbeschwören will, wähnt dieser Schreckliches. Denn er war ja nicht da. Alle Sicherheiten schwinden, und die Krise um das eigene Ich bricht genauso hervor wie das Misstrauen gegenüber dem Gegenüber.
Der ehemalige Offizier Heinrich von Kleist verwandelte 1807 die gleichnamige äußere Verwechslungskomödie Molièrs in eine innere Verwechslungstragödie. Stephan Kimmig, bekannt für seine sensiblen Auseinandersetzungen mit menschlichen Innenwelten, untersucht Kleists Tragikomödie auf die psychologischen Untiefen der*des Einzelnen in unserer Gesell­schaft. Nach seinen Inszenierungen von Platonowa und Dance Nation arbeitet er mit Amphitryon zum ersten Mal im Ballhof.