Schauspiel

Annette, ein Heldinnenepos

Sie glaubt nicht an Gott, aber er an sie.

nach dem Roman von Anne Weber

Premiere

26. Februar 2022

Schauspielhaus


ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause

Uraufführung

Termine und Karten

Sa, 21.05.2022 / 19:30 – 21:45 Uhr
Schauspielhaus
22,00 € – 45,00 € / erm. ab 6,00 €
Sa, 04.06.2022 / 19:30 – 21:45 Uhr
Schauspielhaus
22,00 € – 45,00 € / erm. ab 6,00 € Abo Samstag II
Podcast
Audioeinführung von Dramaturgieassistentin Lea Sherin Kübler
Podcast „Theaterzeit“ mit Regisseurin Lily Sykes
Materialien
Programmheft zu „Annette, ein Heldinnenepos“
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Inhalt

Anne Beaumanoir, genannt Annette, wird 1923 geboren und wächst in einfachen Verhältnissen auf. Doch wichtiger als Wohlstand sind für sie Menschenliebe, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. Während des Spanischen Bürgerkriegs 1936 kommen fliehende Spanier:innen in ihren Heimatort, zwei Jahre später die ersten Deutschen, die vor den Nazis flüchten. Annette wird früh mit den Auswirkungen von Gewalt und Unterdrückung konfrontiert, und als 1940 deutsche Panzer die französische Grenze überqueren, will sie aktiv werden. Wenn Unrecht geschieht, dann muss man handeln. Annette tritt der Kommunistischen Partei bei, denn dass alle gleich sind, findet sie gut, auch wenn die Männer noch immer etwas gleicher sind. Sie wird Teil der Résistance. Dort lernt sie Roland kennen, ihre erste Liebe. In Paris entkommen beide bei der Rettung einer jüdischen Familie nur knapp den Nazis. In den Wirren der letzten Kriegstage verlieren sie sich aus den Augen. Nach Kriegsende studiert Annette Medizin und wird Ärztin. Sie gründet eine Familie mit ihrem neuen Mann Jo und könnte das Leben genießen, aber ihr Land, das sie doch gerade erst von den deutschen Besatzer:innen befreite, verhält sich selbst wie eine Besatzungsmacht. In Algerien, seit 1830 von Frankreich als Kolonie besetzt, regt sich ab den 1950er Jahren Widerstand. Da die politischen Versuche der einheimischen Bevölkerung scheitern, für sich die gleichen Rechte durchzusetzen wie für Franzosen, kommt es zu gewaltsamen Demonstrationen und Anschlägen der neu gegründeten algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN. Die Kommunistische Partei, die sich sonst als Vorkämpferin für die Befreiung unterdrückter Menschen versteht und deren Mitglied Annette weiterhin ist, schweigt zu den „Ereignissen“. Annette geht wieder in den Widerstand, diesmal gegen die eigene Partei und die eigene Regierung. Sie beginnt für die FLN Geld durch Europa zu schmuggeln, wird erwischt und verhaftet. Ihr gelingt die Flucht nach Tunis, wo die provisorische algerische Regierung arbeitet. Nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1962 wird sie Teil der ersten frei gewählten Regierung in Algerien, doch nur drei Jahre später putscht das algerische Militär und Annette muss fliehen.

Anne Weber setzt Anne Beaumanoir mit ihrem 2020 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman ein Denkmal gegen Krieg und für das Miteinander. In zugänglichen Versen als modernes Epos geschrieben, entfaltet sich vor unseren Augen ein Leben, das reich ist an Geschichte und kleinen Entscheidungen mit großer Wirkung. Klare Werte, die das Menschenwohl ins Zentrum rücken, und die Möglichkeit, eigenen Irrtum zu erkennen, sind ihr Kompass fürs Leben. Zudem spiegelt das Leben von Anne Beaumanoir nicht nur den Kampf gegen Unterdrückung sowie das Hoffen und Scheitern des westeuropäischen Kommunismus wider, sondern vor allem, dass Geschichte immer von einfachen Menschen gemacht wird: Menschen wie uns.
Regisseurin Lily Sykes zeigt nach Orlando mit Annette, ein Heldinnenepos ihre zweite Inszenierung am Schauspiel Hannover.

Inhaltshinweis
Die Inszenierung thematisiert das Erleben und die Auswirkungen von Krieg. Dies kann bei betroffenen Personen negative Reaktionen auslösen.
Informationen und Hilfe für Betroffene von kriegerischer Gewalt sind unter anderem zu finden unter:
Traumazentrum Wahrendorf
Medizinische Hochschule Hannover

Pressestimmen

Nachtkritik

„Mit feiner Ironie inszeniert.“

Deutsche Bühne

„Für diese ungewöhnliche Form des Versepos (…) passt Sykes‘ Schaustellertruppe ganz wunderbar.“

Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Ein grundsympathisches Spiel für fünf Schauspielerinnen und Schauspieler und einen Musiker. (…) Das ist der Harfouch-Sound – eine dunkle, gleichzeitig scharfe und lässige Stimme, die Dringlichkeit und Verzweiflung mischt. Schön, das zu hören. (…) Hier bricht die Wirklichkeit mit ungeheurer Wucht in das Singspiel ein.“

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