Schauspiel

Annette, ein Heldinnenepos

Sie glaubt nicht an Gott, aber er an sie.

nach dem Roman von Anne Weber

Premiere

26. Februar 2022

Schauspielhaus


Termine und Karten

Inhalt

Annette wächst in einfachen Verhältnissen auf, aber wichtiger als Geld ist für sie Haltung. Als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzt, geht sie zur Résistance, denn wenn Unrecht geschieht, dann muss sie handeln. Sie tritt der kommunistischen Partei bei, denn dass alle gleich sind, findet sie gut, auch wenn die Männer noch immer etwas gleicher sind.
Nach Kriegsende wird sie Ärztin, gründet eine Familie und könnte das Leben genießen. Aber ihr Land, das sie doch gerade erst von den Besatzer:innen befreite, verhält sich selbst wie eine Besatzungsmacht und foltert die eigene:n Staatsbürger:innen in Nordafrika. Und ihre Partei zögert. Also muss Annette handeln. Noch ahnt sie nichts von den Folgen ihrer Entscheidung, für sich, für ihre junge Familie und für das gerade entstehende Land, für das sie kämpft und von deren Bewohner:innen sie eigentlich gar nichts weiß.
In ihrem mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichneten Werk beschreibt Anne Weber die reale Geschichte der Französin Anne Beaumanoir, genannt Annette. In zugänglichen Versen als modernes Epos geschrieben, entfaltet sich vor unseren Augen ein Leben, das so reich an Geschichte(n) und kleinen Entscheidungen mit großen Wirkungen ist, dass es mindestens noch für drei weitere reichen würde. Dabei spiegelt ihre Biografie nicht nur den Kampf gegen Unterdrückung sowie das Hoffen und Scheitern des westeuropäischen Kommunismus, sondern vor allem die Tatsache, dass Geschichte immer von „gewöhnlichen“ Menschen gemacht wird: Menschen, wie wir.
Regisseurin Lily Sykes zeigt nach Orlando mit Annette, ein Heldinnenepos ihre zweite Inszenierung am Schauspiel Hannover.