Schauspiel

Don Karlos

Dann meinetwegen fließe Blut.

von Friedrich Schiller

Premiere

18. September 2020

Schauspielhaus


Termine und Karten

Inhalt

Spanien im 16. Jahrhundert. Philipp II. regiert sein Weltreich mit harter Hand – denen, die aufbegehren, droht tödliche Strafe durch die Inquisition. Unterstützt von Herzog Alba und Pater Domingo überwacht er in paranoider Sorge sein Land. Niemandem ist zu trauen, nicht einmal dem eigenen Sohn Karlos. Aus gutem Grund: Denn Karlos liebt Elisabeth, seine Stiefmutter, die einst seine Verlobte war und nun Königin an Philipps Seite ist. Der Prinz liebt die Königin – ein Begehren, das den Thronfolger den Kopf kosten könnte. Da kehrt Marquis von Posa aus den niederländischen Provinzen zurück, wo sich ein Aufstand gegen Philipps Unterdrückung anbahnt. Posas Visionen von einem besseren Staat setzen auf Toleranz und Freiheit. Für die Vermittlung seiner Ideale baut er auf seinen Freund aus Kindertagen – Karlos. Doch die Dinge laufen nicht so wie geplant, und plötzlich findet sich Posa inmitten eines Netzes aus Intrigen, dessen Fäden ihm zu entgleiten drohen. Wie keine andere Zeit verkörperte die der In­quisition für Friedrich Schiller menschenverachtenden Despotismus und diente ihm als Folie für die Zwänge seiner eigenen Zeit, des absolutistischen Deutschlands. Er stellte ihnen die freiheitlichen Ideale der Aufklärung ent­gegen, jene Grundpfeiler, auf denen auch heute unsere Demokratien gebaut sind – und die angesichts eines erstarkenden Autoritarismus in Europa einer Zerreißprobe unterzogen werden.
Nach Zeit aus den Fugen ist Schillers Drama über ein System staatlicher Unterdrückung, in dem auch das Private zum Politischen werden muss, Laura Linnenbaums zweite Arbeit in Hannover.