Schauspiel

Peer Gynt

Wo war ich? – In meinem Hoffen, in meinem Glauben und in meinem Lieben.

von Henrik Ibsen

Premiere

06. April 2023

Schauspielhaus


Termine und Karten



Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Christina Schmitt
Dramaturgie Nora Khuon

Inhalt

„Peer, das lügst du“, spricht gleich zu Beginn die Mutter zum Sohn und etabliert damit einen Lügner, Hochstapler und Fantasten. Aber was sind schon Lüge und Wahrheit – am Ende ist doch alles eine Frage der Perspektive. Nur welche Perspektive einnehmen?
Peer sucht, reist, flüchtet, verwirft. Er schmeckt die pralle, volle Welt – die uns bekannte und die der Märchen und Fantasien, um sie zu finden und zu wissen, wer er ist. Seine Reise beginnt in der norwegischen Einöde. Er will der sozialen Bedeutungslosigkeit entkommen und der werden, den er irgendwo in sich vermutet – am liebsten ein Kaiser. Dabei probiert er Lebensentwürfe an und aus und versucht, sich selbst darin zu spüren. Doch kaum angekommen in der gesuchten Form, zückt er das Messer, schneidet einen neuen Peer aus sich heraus und entledigt sich des alten. Bloß nirgends ankommen, scheint die Devise, und so treibt es Peer über Berge und Wiesen, Täler, Straßen, Meere, Wüsten und Städte einmal um den Erdball herum, hinein in die Liebe, die Macht, das Geld, den Irrsinn.
Lilja Rupprecht geht mit Ibsens dramatischem Gedicht Peers Spur nach. Horchend und forschend wird sie sich seiner Verzweiflung, nicht er sein zu wollen, Möglichkeiten nicht Realitäten werden zu lassen, sondern fluide, grenzenlos und ungreifbar zu sein, stellen – ganz Kierkegaard folgend: „Jede menschliche Existenz, die unendlich sein will, ist Verzweiflung. Die Phantasie ist das Medium des Unendlichmachens.“ – Zum Glück gibt’s dafür Theater.