Schauspiel

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Es passiert zu viel im Vordergrund, und wir wissen nichts von dem, was im Hintergrund passiert.

nach der Erzählung von Heinrich Böll

Premiere

28. Februar 2020

Wiederaufnahme

20. Oktober 2020

Schauspielhaus


ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine und Karten

Di, 20.10.2020 / 19:30 – 21:15 Uhr Schauspielhaus / Wiederaufnahme
15,00 € – 38,00 €
Mi, 21.10.2020 / 19:30 – 21:15 Uhr Schauspielhaus
22,00 € – 38,00 €
Do, 22.10.2020 / 19:30 – 21:15 Uhr Schauspielhaus
15,00 € – 38,00 €
Podcast
Theaterzeit zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
Materialien
Programmheft zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
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Inhalt

Was hat ein Mensch zu verlieren, der durch den zufälligen Kontakt mit einem Terroristen ins Visier der Ermittler*innen und der Medien gerät? Die Unschuldsvermutung – weil gezielte Indiskretionen und öffentliche Hetzkampagnen drohen? Seine Privatsphäre – weil alles, auch das Intimste, ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird, je intimer und dreckiger, desto besser? Oder seine „Ehre“ – wie Heinrich Böll in seiner Erzählung über die bis dahin unauffällige Haushälterin Katharina Blum titelt, die nach einer Nacht mit einem radikalen Rechtsbrecher in die Räderwerke der Sensationspresse gerät? Selbst Opfer einer BILD-Zeitungskampagne aufgrund eines angeblich mit der RAF sympathisierenden Artikels wusste Böll, wovon er schrieb, als er einige Jahrzehnte vor der Erfindung von Shitstorm und Cybermobbing die Macht der Medien angriff. Mehr jedoch als die „Gegensensation“, dass die gedemütigte Katharina Blum zur Waffe greift und ihren journalistischen Hauptpeiniger erschießt, interessierte Böll die grundsätzliche Frage: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann – so auch der Untertitel seines Werks. Und damit lieferte er die Vorlage für eine fundamentale Medienkritik: die Frage nach medialer Gewalt.
Regisseur Stefan Pucher verbindet in seiner heutig politischen Sicht auf den Moralisten Böll auch die Frage nach den verlorenen Werten der alten Bundesrepublik. Stefan Pucher arbeitet unter anderem am Schauspielhaus Zürich, der Volksbühne Berlin und dem Deutschen Theater Berlin.

Pressestimmen

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Caroline Junghanns zeigt uns eine Frau, die etwas sehr Einfaches macht, das sehr schwierig ist: Sie versucht sich vor Zudringlichkeit zu schützen. Da wird die alte Geschichte ganz heutig und ganz packend. […] Caroline Junghanns vollbringt das Kunststück, etwas Graues leuchten zu lassen. Und sie kann toll singen.

Neue Presse

Es ist der Abend von Caroline Junghanns in der Titelrolle. […] In kleinsten Nuancen zeichnet sie das Bild einer Frau, die – verletzlich und stolz zugleich – stets um Kontrolle bemüht ist und sie doch verliert. […] Das Publikum, das lange keinen so wuchtigen, überwältigenden Zugriff auf ein Stück mehr erlebt hat, dankt mit dem bislang hartnäckigsten Applaus dieser Spielzeit. So musste es ja enden.