Schauspiel

Fokus

Es war finsterer Wahnsinn, der weder bekämpft noch beschwichtigt werden konnte.

nach dem Roman von Arthur Miller
Uraufführung

Schauspielhaus




Bühne Daniel Roskamp
Kostüme Michaela Kratzer
Dramaturgie Johanna Vater

Inhalt

Lawrence Newman ist ein kleiner Angestellter eines großen New Yorker Unternehmens. Sein ganzer Stolz sind sein Einzelbüro, von dem aus er die Arbeit der untergebenen Stenotypistinnen überwachen kann, sowie sein Eigenheim in einer schmucken und sauberen Vorstadtsiedlung. Newmans oberste Maxime lautet Unauffälligkeit, doch sein wohlgeordnetes Leben gerät empfindlich aus der Bahn, als er aufgrund nachlassender Sehkraft eine Brille tragen muss. Plötzlich wird sein Aussehen als „jüdisch“ wahrgenommen und Newman, der bisher den Rassismen seiner Mitmenschen keinesfalls ablehnend gegenüberstand, findet sich nun selbst als Opfer von antisemitischer Hetze und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Amerikanische Truppen kämpfen gegen Nazideutschland, während zeitgleich im eigenen Land antisemitische Verschwörungstheorien alltäglich sind – dieses erschreckende Paradoxon inspiriert Arthur Miller 1945 zu seinem einzigen Roman Fokus, der heute wieder von beunruhigender Aktualität ist. Im Zentrum dieses packenden Porträts steht ein beinahe kafkaesker Held, den die Umstände zum Umdenken seiner eigenen Sichtweise zwingen. Regisseurin Laura Linnenbaum inszeniert u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Staatstheater Dresden sowie dem Berliner Ensemble. Fokus ist ihre dritte Arbeit am Schauspiel Hannover.