Schauspiel

Unsere Elf

Eine etwas andere Nationalhymne
von Tuğsal Moğul und Maren Zimmermann

Uraufführung

ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause

Termine und Karten

Mi, 11.09.2024 | 19:30 – 21:45 Uhr
Mix-Abo IV, Großes Mix-Abo
Schauspielhaus |  
Wieder im Programm |  
Einführung 18:45 Uhr |  
Mix-Abo IV, Großes Mix-Abo
Di, 17.09.2024 | 19:30 – 21:45 Uhr
BRING YOUR FRIENDS: Zu jedem Vollpreis-Ticket erhalten Sie bis zu fünf weitere Tickets für je 10 €. |  
Schauspielhaus |  
mit türkischen Übertiteln / Türkçe üst yazılı |  

Weitere Termine sind in Planung.

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“

Was heißt es, Fan der deutschen Nationalmannschaft zu sein? Kaum ein Sport ist so stark aufgeladen wie der Fußball. Fußball kann Menschen aber auch verbinden und mitreißen. Dieses leidenschaftliche und komplizierte Verhältnis der Deutschen zu „ihrem“ Nationalsport bewegt auch Unsere Elf. Natürlich müssen elf Schauspielende und Musizierende auf der Bühne stehen, die von Emotionen, Skandalen und Schicksalen des deutschen Profifußballs erzählen. Es entsteht ein Abend voll Musik und Humor, der auf exklusiven Interviews beruht, welche der Regisseur Tuğsal Moğul und die Dramaturgin Maren Zimmermann während einer einjährigen Recherche mit Fußball-Profis geführt haben, u. a. mit Silvia Neid, Felix Magath und Christoph Kramer.

Kaum ein Sport ist so stark aufgeladen wie der Fußball. Fast alle Menschen haben eine Meinung dazu: Sie lieben Fußball, sie hassen Fußball, Fußball ist der Mittelpunkt der Wochenendgestaltung oder wird mit Verachtung gestraft. Fußball kann Menschen verbinden und mitreißen. In diesem Jahr, in dem die Europameisterschaft der Männer in Deutschland stattfindet, ist es daher naheliegend, sich auch im Theater mit dem Sport auseinanderzusetzen. Zunächst war da das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu „ihren“ Nationalspielerinnen und -spielern. Wer spielt für die Mannschaft und welche Wünsche, Projektionen und Zuschreibungen vereinen sich auf diesen Menschen? Wessen Nationalmannschaft ist das überhaupt, und wer darf Fan sein? Tuğsal Moğul und Maren Zimmermann wollten schon lange ein Theaterprojekt über Fußball machen. Oder ist es ein Fußballprojekt im Theater?

Aus einer einjährigen Reise des Teams durch die Bundesrepublik sind Texte entstanden, die einen Einblick ermöglichen in diese mitreißende und doch ebenso widersprüchliche Welt des Profifußballs. Es werden die ganz großen Fußballmomente thematisiert, wie der Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014. Aber genauso werden weiter zurückliegende Episoden beleuchtet, z.B. das Spiel der westdeutschen Nationalmannschaft gegen die der DDR 1974 und wie unterschiedlich die jeweils Beteiligten dieses wahrgenommen haben. Fußball ist nicht unpolitisch, Fußball ist immer auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und des aktuellen Zeitgeschehens. Das bedeutet ein kritisches Hinterfragen, was vor allem Rassismus und Sexismus in Teilen des aktiven Sports, aber auch innerhalb der Fangemeinschaft, angeht. Was für Fans würden wir gerne sein, und in was für einem Land wollen wir leben? Aus besonderen Momenten der deutschen Fußballgeschichte und -gegenwart, mit viel Musik und Klapping, entsteht auf der Bühne die Utopie einer Fangemeinschaft: unsere Elf.

Interviewt wurden für dieses Stück: Lothar Kurbjuweit, Rainer Bonhof, Erwin Kostedde, Andreas Thom, Felix Magath, Eduard Geyer, Oliver Neuville, Merle Frohms, Christoph Kramer, Deniz Aytekin, Katrin Müller-Hohenstein und Silvia Neid.

Inhaltshinweis
Um Sie bestmöglich auf Ihren Besuch vorzubereiten, haben wir zu unserer Inszenierung von Unsere Elf ein paar Inhaltshinweise für Sie zusammengestellt. Die unten gelisteten Elemente sind so objektiv wie möglich erfasst worden, dabei kann jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden.

Thematisierung von:
- Rassismus
- rassistischen Erfahrungen sowie rassistisch motivierten Attentaten
- Sexismus

Darstellung von:
- in einer Szene Reproduktionen rassistischer Beleidigungen und diskriminierender Äußerungen

Sensorische Reize:
- stellenweise basslastige, verstärkte Musik
- einmaliger Einsatz von Bühnennebel, der teilweise ins Publikum zieht
- einmaliger Einsatz eines Bengalos auf der Bühne

Warum informieren wir über sensible Inhalte?
Jede:r von uns bringt individuelle Erlebnisse und Erfahrungen zu einem Theaterabend mit, jede:r erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Bestimmte Themen, Darstellungen oder sensorische Reize können überfordernd, belastend, verletzend oder retraumatisierend sein. Informationen zu sensiblen Inhalten sollen betroffenen Personen als Hilfestellung dienen, um sich auf einen Vorstellungsbesuch vorzubereiten und selbstbestimmt zu entscheiden, ob sie sich mit den genannten Inhalten und Darstellungen auseinandersetzen wollen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Unsere Elf ruft beim Publikum jede Menge persönliche Erinnerungen wach. (…) Der große Applaus für das gesamte Ensemble am Ende zeigt: Die Mannschaft ist der Star.“

Süddeutsche Zeitung

Unsere Elf bekennt sich vollumfänglich zu dem Glück, Fußball zu schauen und zu spielen, zu dem Endorphin-Ausstoß einer Massenveranstaltung, und erzählt mit dieser weit verbreiteten Freude am großen sportlichen Drama von dem gesellschaftlichen Wandel in Deutschland. (…) Wobei Tuğsal Moğuls Regie auch hier die richtige Balance zwischen Ironie und Ernst findet. (…) Die historische Unterhaltungsshow erinnert spielerisch daran, dass der Kampf um Anerkennung nicht auf dem Rasen endet, und dass Fairness selten verschenkt wird.“

nachtkritik

„In diesem Widerspruch scheint eine Spannung auf, die Unsere Elf zu einem Abend macht, der mehr kann als nur einen Einblick in die Fußballkultur geben. (…) Kann man lieben, obwohl alles gegen diese Liebe spricht?“

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