Schauspiel

Bitch, I'm a Goddess

Rennt, ihr Hunde des Wahnsinns! Rennt den Berg hinauf!

nach Bakkhai von Euripides
in einer neuen Version von Anne Carson
aus dem Amerikanischen von Maria Milisavljević

Premiere

18. Februar 2022

Wiederaufnahme

01. Oktober 2022

Schauspielhaus


ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Deutschsprachige Erstaufführung

Termine und Karten

Sa, 01.10.2022 / 19:30 – 21:00 Uhr
Schauspielhaus / Wiederaufnahme
22,00 € – 48,00 € / erm. ab 6,00 €
Fr, 28.10.2022 / 19:30 – 21:00 Uhr
Schauspielhaus / Einführung 18:45 Uhr / anschließend Nachgespräch
22,00 € – 48,00 € / erm. ab 6,00 €
Podcast
Podcast „Theaterzeit“ mit Schauspielerin Anja Herden
Audioeinführung von Dramaturgin Friederike Schubert
Materialien
Programmheft zu „Bitch, I'm a Goddess“
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Inhalt

Vernunft oder Gefühl – kann eines davon unser Zusammenleben sichern? König Pentheus, Herrscher über Theben, installiert einen säkularen Staat. Fern der göttlichen Ordnung meint er, eine Gesellschaft in Frieden etablieren zu können. Doch Pentheus hat die Rechnung ohne Dionysos gemacht. Aus Groll, dass sie (ja, sie) nicht länger als Göttin anerkannt ist, demonstriert Dionysos ihre Macht und verführt das Volk zu Orgien. Im Kampf um die Gunst des Volkes stehen sich die kühle Vernunft des Pentheus und das anarchische Lustprinzip der Dionysos gegenüber. Bitch, I’m a Goddess bedient sich des antiken Bakchen-Mythos und erzählt von einer Welt, die an der Radikalisierung ihrer Gegensätze zerbricht.
Die kanadische Autorin Anne Carson hat die antike Tragödie 2007 neu übersetzt und ihr einen direktpoetischen Klang gegeben, der die Distanz zwischen heutigen Lebensrealitäten und dem alten Stoff mühelos überbrücken kann. Sie schreibt: „Euripides war ein Dramatiker des fünften Jahrhunderts v. Chr., der die griechische Tragödie neu erfand und sie auf einen Weg brachte, der direkt zum Reality-TV führt. Seine Stücke brachen alle Regeln, stellten Konventionen auf den Kopf und empörten konservative Kritiker. Die Bakkhai ist sein subversivstes Stück. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der nicht zugeben kann, dass er lieber in der Haut einer Frau leben würde, und einer Gottheit, die alle Sexualitäten in einer einzigen ruinösen Forderung nach Anbetung zu vereinen scheint. Dionysos ist die Gottheit des Rausches. Wenn man einmal unter ihren Einfluss gerät, weiß man nicht, wo man landet.“
Der israelische Regisseur und Choreograf Guy Weizman will sich diesen elementaren Fragen unseres Zusammenlebens stellen. Er leitet mit Roni Haver das Noord Nederlandse Toneel Groningen. Bitch, I’m a Goddess sollte ursprünglich in der vergangenen Spielzeit erarbeitet werden, musste aber pandemie-bedingt verschoben werden. Stattdessen ergab sich durch den gemeinsamen Theaterfilm 3 Poems im Frühjahr 2021 eine erste künstlerische Auseinandersetzung zwischen dem Regisseur Guy Weizman und dem Ensemble des Schauspiel Hannover.

Hinweis für sensorisch empfindliche Personen: Bei der Produktion Bitch, I‘m a Goddess kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

Pressestimmen

Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Es ist eine wilde, verführerische und auch etwas verwirrende Version eines Klassikers, die das Schauspiel Hannover jetzt zeigt. (…) Die Produktion ist ein theatrales Gesamtkunstwerk. (…) Dem gelernten Choreografen Guy Weizman gelingt eine auffallend intensive Personenführung: Anja Herden entfaltet angemessen auratische Wirkung. Kasper Locher zeigt eindrucksvoll Pentheus’ Wandlung und Alrun Hofert hat als seine Mutter Agave ihren großen Moment.“

Neue Presse

Das gelingt eindrucksvoll: Ascon de Nijs hat weniger ein Bühnenbild entworfen als ein begehbares Gemälde, das Lichtdesigner Maarten van Rossen stets neu in Szene setzt. Der Boden ist mit endzeitlichen Gesteinsbrocken bedeckt, die sich bei näherer Betrachtung als watteweiche Schaumstoffteile herausstellen. Und die Gruppe Maison the Faux hüllt die Menschen in skulpturenhafte Haarüberwürfe – und die Göttin in ein Kleid von fast überirdischer Schönheit.

Die deutsche Bühne

„Nils Rovira-Muñoz kommt eine spezielle Rolle zu: auch im Fell, das aber außer dem eigenen Kopf noch zwei weitere zeigt, markiert er das Kollektiv der entfesselten Bakkhai – eine starke Idee! Er rezitiert auch im Prolog Carsons schönsten und poetischsten Text aus dem Stück.“

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