Schauspiel

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Es passiert zu viel im Vordergrund, und wir wissen nichts von dem, was im Hintergrund passiert.

nach der Erzählung von Heinrich Böll

28. Februar 2020

Schauspielhaus


ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine und Karten

Fr, 28.02.2020 / 19:30 Uhr Schauspielhaus / Premiere / anschließend Premierenfeier
23,00 € - 45,00 € Premieren-Abo Schauspiel
Fr, 13.03.2020 / 19:30 Uhr Schauspielhaus
21,00 € - 41,00 € Abo Freitag II
Sa, 28.03.2020 / 19:30 Uhr anschließend Studierenden Salon mit Diskussionsrunde und Party in Cumberland
Schauspielhaus
21,00 € - 41,00 €

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Regie Stefan Pucher Bühne Stéphane Laimé Kostüme Annabelle Witt Musik Christopher Uhe Video Ute Schall, Hannes Francke Dramaturgie John von Düffel

Mohamed Achour Mathias Max Herrmann Caroline Junghanns Wolf List Miriam Maertens

Live-Kamera Hannes Francke Live-Kamera Ute Schall
Podcast
Theaterzeit zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
Materialien
Programmheft zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
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Inhalt

Was hat ein Mensch zu verlieren, der durch den zufälligen Kontakt mit einem Terroristen ins Visier der Ermittler*innen und der Medien gerät? Die Unschuldsvermutung – weil gezielte Indiskretionen und öffentliche Hetzkampagnen drohen? Seine Privatsphäre – weil alles, auch das Intimste, ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird, je intimer und dreckiger, desto besser? Oder seine „Ehre“ – wie Heinrich Böll in seiner Erzählung über die bis dahin unauffällige Haushälterin Katharina Blum titelt, die nach einer Nacht mit einem radikalen Rechtsbrecher in die Räderwerke der Sensationspresse gerät? Selbst Opfer einer BILD-Zeitungskampagne aufgrund eines angeblich mit der RAF sympathisierenden Artikels wusste Böll, wovon er schrieb, als er einige Jahrzehnte vor der Erfindung von Shitstorm und Cybermobbing die Macht der Medien angriff. Mehr jedoch als die „Gegensensation“, dass die gedemütigte Katharina Blum zur Waffe greift und ihren journalistischen Hauptpeiniger erschießt, interessierte Böll die grundsätzliche Frage: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann – so auch der Untertitel seines Werks. Und damit lieferte er die Vorlage für eine fundamentale Medienkritik: die Frage nach medialer Gewalt.
Regisseur Stefan Pucher verbindet in seiner heutig politischen Sicht auf den Moralisten Böll auch die Frage nach den verlorenen Werten der alten Bundesrepublik. Stefan Pucher arbeitet unter anderem am Schauspielhaus Zürich, der Volksbühne Berlin und dem Deutschen Theater Berlin.