Schauspiel

Ein Mann seiner Klasse

So wie er wollte ich werden. So wie er und wie niemand sonst.

nach dem Roman von Christian Baron
Uraufführung

Premiere

21. Oktober 2021

Ballhof Zwei


ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine und Karten

Sa, 11.12.2021 / 19:00 – 20:45 Uhr
Ballhof Zwei / Einführung 18:15 Uhr
22,00 €
Di, 28.12.2021 / 19:30 – 21:15 Uhr
Ballhof Zwei
20,00 €
So, 16.01.2022 / 19:00 – 20:45 Uhr
Ballhof Zwei
20,00 €
Fr, 28.01.2022 / 19:30 – 21:15 Uhr
Ballhof Zwei
22,00 €

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Bühne und Kostüme Katja Haß
Dramaturgie Annika Henrich




Laiendarsteller Vater Michael „Minna“ Sebastian
Kinderstatist Noah Ilyas Karayar, Titus von Issendorff
Podcast
Audioeinführung von Dramaturgin Annika Henrich
Materialien
Programmheft zu „Ein Mann seiner Klasse“
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Inhalt

Christian und sein Bruder Benny ziehen die Bettdecken über die Köpfe und halten die Luft an, wenn drüben der Vater die Mutter gegen die Wand schleudert. Die Gewalt ist zur Normalität geworden, genauso wie die Armut, in der sie leben, und der Reflex, nichts nach außen dringen zu lassen, bloß nicht aufzufallen. Die Wutausbrüche des trinkenden Vaters sind unberechenbar und exzessiv, und doch hofft Christian immer, dass er bleibt. Er schaut auf zu dem Mann, der eine Waschmaschine alleine in den vierten Stock tragen kann und die Familie davor beschützt, im Kalkofen zu landen, dem Viertel, in dem die wohnen, denen es noch schlechter geht. Unter den abfälligen Blicken der Nachbarn scheint die Zukunft der Kinder bereits vorgezeichnet. Als die Mutter ernsthaft erkrankt, schreitet eine couragierte Tante ein und die Dinge beginnen sich zu verändern.
Als einer, der davonkam, blickt Autor Christian Baron in seinem 2020 erschienenen Debütroman zurück auf eine Arbeiterkindheit in Kaiserslautern und stellt die Frage, wer oder was seinen Vater zu dem machte, der er war. Baron erzählt von skandalöser Armut in einem reichen Land, von den wirkungsvollen Mechanismen der Ausgrenzung, vom Ringen um Stolz und Würde und hält dem Hohn der Gesellschaft eine berührende Familienbiografie entgegen.
Lukas Holzhausen ist Schauspieler und Regisseur. Seit der Spielzeit 2019/20 ist er fest im Ensemble des Schauspiel Hannover, hier inszeniert er in dieser Spielzeit außerdem Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Bei nassem Schnee.

Pressestimmen

Neue Presse

„Bewegend und wichtig. Ensemblemitglied und Regisseur Lukas Holzhausen blickt in seiner bildstarken Inszenierung in den Maschinenraum einer Gesellschaft, dessen Personal die Allgemeinheit belächelt oder verachtet. Nikolai Gemel spielt die Hauptrolle mit jener gekonnten Distanz, die Erkenntnis überhaupt erst ermöglicht. Für Empathie ist Stella Hilb zuständig in einer Doppelrolle als Mutter und kämpferische Tante. Die Hoffnung ist trügerisch – daraus macht Holzhausens Inszenierung keinen Hehl. Diese wichtige Inszenierung schärft den Blick dafür.“

Hannoversche Allgemeine Zeitung

„In der Inszenierung von Lukas Holzhausen sind die brutalen Szenen nicht zu sehen, aber zu hören. Er lässt den Roman nicht nachspielen, er lässt ihn nacherzählen. Und das recht eindrucksvoll. Nikolai Gemel steht als Ich-Erzähler Christian auf der Bühne. Er wirkt verletzlich und fragil. Stella Hilb ist als Mutter und hilfreiche Tante zu sehen. Die Figur des schweigenden und allgegenwärtigen Vaters im Zentrum ist sehr stark.“

Neues Deutschland

„Ein Bühnenabend, der sehr viel über die Verfasstheit des Landes aussagt, in dem wir leben. Sehr berührend werden zentrale Passagen des Romans, einschließlich der erschreckenden Gewaltszenen, auf die Bühne gebracht. Das Elend, das das Leben der „working poor“ kennzeichnet, wird bildhaft mehr als deutlich. Die Inszenierung von Regisseur Lukas Holzhausen kann überzeugen. Der Klassenkampf hat der Klassenscham Platz gemacht. Ein Verdienst dieses Theaterabends besteht auch darin, dass die Beschämung sich ins Publikum überträgt.“

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