Schauspiel

Szenen einer Ehe

Wo kommt so viel Feindschaft her?

Paartänze nach Ingmar Bergman

Premiere

10. Juni 2022

Schauspielhaus


Termine und Karten



Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Dramaturgie Mazlum Nergiz

Inhalt

Ein Ehepaar. Marianne und Johan. Seit 10 Jahren verheiratet. Er ist Wissenschaftler, sie Rechtsanwältin. Zwei Kinder. Alles scheint einfach nur gut zu sein. Doch als Johan aus seiner selbstzufriedenen, harmoniesüchtigen Rolle austritt und den fast schon unheimlich still gewordenen Raum der Ehe aufbricht, kriechen die unterdrückten Emotionen wie Ungeziefer aus allen Ritzen. Plötzlich müssen die beiden lernen, wirklich zu sehen, wer sie sind, wonach sie begehren, wovor sie sich fürchten und vor allem, wie es darüber zu sprechen gilt. Als ob sie eine neue Sprache lernen müssten: Grammatik der Gefühle.
30 Jahre nach ihrer Scheidung treffen sie sich wieder. Die Protagonisten aus Szenen einer Ehe (1973) blicken im letzten Stück der schwedischen Filmlegende Ingmar Bergman Sarabande (2003) erbarmungslos und doch nicht ohne Empathie auf ihr gemeinsames Leben.
Regisseur Stephan Kimmig, der u. a. in München, Berlin und Düsseldorf inszeniert, nimmt Bergmans Äußerung über seinen letzten Film Sarabande, den er als „Paartanz“ bezeichnet hat, wörtlich und lässt Liebespaare aufeinanderstoßen wie Atome. Die beiden Filme Szenen einer Ehe und Sarabande verknüpft er szenisch zu einer zeitdurchschreitenden Choreografie der Sehnsucht und Einsamkeit. Was kennzeichnet menschliche Beziehungen? Was können diese aushalten, was brauchen sie? Warum verwandelt sich Liebe in Hass? Wie viel Täuschung hält eine Beziehung aus, bedarf sie sogar? Was hält uns davon ab, das Leben zu leben, das wir uns wünschen?