Schauspiel

Die Ärztin

Ich denke, wir sollten uns beruhigen.

von Robert Icke
sehr frei nach Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler

Premiere

07. Oktober 2022

Schauspielhaus


ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause

Deutsche Erstaufführung

Termine und Karten

Do, 22.12.2022 / 19:30 – 21:45 Uhr
Schauspielhaus
16,00 € – 40,00 € / erm. ab 5,00 € Abo Donnerstag I
Mi, 11.01.2023 / 19:30 – 21:45 Uhr
Schauspielhaus / Einführung 18:45 Uhr
16,00 € – 40,00 € / erm. ab 5,00 € Abo Mittwoch I
Sa, 28.01.2023 / 19:30 – 21:45 Uhr
Schauspielhaus
22,00 € – 48,00 € / erm. ab 6,00 € Abo Samstag I
Podcast
Audioeinführung von Dramaturg John von Düffel
Materialien
Programmheft zu "Die Ärztin"
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Inhalt

Eine minderjährige Patientin liegt nach einem heimlichen Abtreibungsversuch im Sterben. Dem katholischen Priester, der ihr die letzte Ölung geben will, wird der Zutritt verweigert. Während der hitzigen Auseinandersetzung stirbt das Mädchen ohne medizinischen und religiösen Beistand – ein Vorfall, der sich zum gesellschaftlichen, politischen und rassistischen Skandal hochschaukelt.
So hat es der Wiener Arzt und Autor Arthur Schnitzler in seinem Stück Professor Bernhardi bereits Anfang des letzten Jahrhunderts beschrieben. Der britische Autor und Regisseur Robert Icke hat daraus einen Moralthriller von heute gemacht. Sein Professor Bernhardi ist die jüdische Ärztin Ruth Wolff, Leiterin einer renommierten Alzheimer-Klinik. Ihre rigorose Haltung gegen den katholischen Priester löst antisemitische Reaktionen aus. Zugleich ist der Priester ein Schwarzer Mann, der sich von der Ärztin diskriminiert fühlt. Die Eltern des verstorbenen Mädchens sind einflussreiche Sponsoren, mit Verbindungen in die Politik. Die Zukunft der gesamten Klinik ist bedroht. Im Auge des Shitstorms befindet sich Ruth, die das Spiel der politischen Korrektheit und die Rituale der Reue nicht mitspielt. Gleichzeitig wird das Institut – ihr Lebenswerk – immer mehr zu einem Ort der Vernichtung und des Todes.
Stefan Pucher wird sich der Frage nach Moral und menschlichem Handeln annehmen und einen Blick auf die komplexe Diskussion um Gender-, Identitäts- und soziale Fragen werfen. Zuletzt war Puchers bildgewaltige Inszenierung von Die verlorene Ehre der Katharina Blum in Hannover zu sehen.

Pressestimmen

Süddeutsche Zeitung

„Dank des überzeugenden Zusammenspiels des sehr diversen Ensembles ist Die Ärztin ein wirklich anregender und analytischer Diskussionsstoff, um die brutal ungerechten Ergebnisse eskalierender Schuldzuweisungen zu besprechen. (…) Für Die Ärztin und die Protagonistin Johanna Bantzer gab es stehende Ovationen in einem ausverkauften Haus. “

Hannoversche Allgemeine Zeitung

„Bringt das große Gegenwartsthema Identität ins Theater. Ein Clou des Stückes ist, dass die komplizierten Dinge immer komplizierter werden. In Hannover schichtet Regisseur Stefan Pucher die immer neuen Lagen des Diskurses mit kühler Präzision übereinander. Dem guten Ensemble um Johanna Bantzer, die die Titelrolle mit einer fast schmerzhaften Mischung aus Härte und Verletzlichkeit spielt, gelingt es (…) dem Diskurs Lebendigkeit zu verleihen. Eine theatrale Reflexion über ein aktuelles Thema, die im Zuschauer nachklingen kann. Viel Applaus.“

Neue Presse

„Wer trockenes Thesentheater befürchtet, ist auf dem Holzweg. (...) Der Text sorgt auch dafür, dass an diesem Abend gelacht werden darf, selbst an Stellen, die für sich genommen überhaupt nicht komisch sind. (...) Johanna Bantzer spielt die Titelrolle in diesem Spagat zwischen moralischer Standfestigkeit, Selbstüberschätzung und Verletzlichkeit fantastisch. Überhaupt würde eine Inszenierung, bei der es derart auf Rhythmus und Timing ankommt, mit einem schlechten Ensemble gnadenlos abschmieren. Glücklicherweise hat Hannover ein gutes und sehr kompaktes: allesamt tragen sie ihren Teil zum Gelingen des Abends bei. Eines ebenso tiefgründigen wie unterhaltsamen Abends, der mit viel Applaus und mehreren Ovationen im Stehen endet.“

Nachtkritik

„Theater, das klüger macht. Sehr ergreifend, aber immer irre und saukomisch. (…) Das wiederum wäre dann Puchers Verdienst: zwischen all den Race-, Class-, Religion- und Gendertroubles auch noch eine so grundsolide wie aufgeräumte Analyse fach- und machtpolitischen Elends auf die Bühne zu knallen. Ganz im Ernst: Man wird hier wirklich mal klüger im Theater. (…) Das alles spricht schon sehr für diese Inszenierung, die eben nicht nur klug ist, wahr und witzig, sondern auch so richtig gut gemachtes Theater.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die heldenhafte Johanna Bantzer als Ruth Wolff ist von überzeugender Rationalität und lässt ihre hochintelligente, kompromisslose Wissenschaftlerin mit Charme und Bissigkeit jede heilige Kuh schlachten, die ihr über den Weg läuft, wie es Miriam Maertens als Gesundheitsministerin formuliert.“

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